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DER SCHWEIZERISCHEN

ENTOMOLÜGISCHEN GESELLSCHAFT.

BULLETIN

DE LA

SOCIETE E^IOIIOLOGIQIIE SUISSE.

Redigirt von Dr. GUSTAV STIERLIN

IN SCHAFFHAÜSEN.

SIEBENTER BAND,

Heft Nr. 1 bis 10.

1887.

SCHAFFHAUSEN.

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DER SCHWEIZERISCHEN

ENTOMOLOGISCHEN GESELLSCHAFT.

BULLETIN

DE LA

SOCIETE E^TOMOLOGIQllE SUISSE.

Redigirt von Dr. GUSTAV STIERLIN

IN SCHAFFHAUSEN.

Vol. VII. Heft Nr. 1.

Preis des Heftes für Mitglieder Fr. 2. Datum der Herausgabe: 10. Mai 1884.

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1884.

SCHAFFHAUSEN. CommissionB-Verlag von Huber & Comp. (Hans Körber) Bern.

I xa la. a 1 1.

Seite

1. Bericht über die Versammlung der schweizerischen entomolo-

gischen Gesellschaft in Zürich, den 5. August 1883 . . 1

enthaltend unter anderm Mittheiluugen :

a. Von Hrn. Prof. Forel, über das Nest von Crematogaster und

über die Geruchs-Organe der Gliederthiere ... 3

b. Von Hrn. Prof. Mayr aus Wien, über Ameisen ... 4

c. Von Hrn. Dr. Stoll, über Bienenzucht in Guatemala . . 5

d. Von Hrn. Wolfensberger in Riesbach, über insektenfangende

Pflanzen (hiezu Abbildung) 5

e. Von Dr. Stierlin, über Varietäten des Chlorophamis graminicola 7

f. Von Hrn. Prof. Mayr, über den Bau des Kopfes bei gewissen

Onix-Arten 8

2. Dritter Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna der Schweiz, von Hrn.

Prof. Frey in Zürich 10

3. Die Syrichthi der Alveus-Gruppe, von Hrn. Dr. Christ in Basel 27

4. Ueber homonym benannte Arthropoden-Gattungen, von Hrn. Dr.

Haller in Zürich 29

5. Ueber Aberrationen, Varietäten und Arten einiger exotischen

Cetonien, von demselben 30

6. Ueber die Gruppirung der Insekten-Ordnungen, von Hrn. Dr.

G. Schoch . 34

7. Beschreibung einiger neuer Rüsselkäfer, von Dr. Stierlin . . 36

8. Ueber eine seltene Varietät des Corymbites melancholicus F., von

demselben 43

9. 5 Variationen von Arctia Cervini Fallou, von Hrn. Dr. Christ

(hiezu Abbildung) 44

MHtlielInngcn der Schweizer, entomologlsclien Cesellsdiafl.

Bd. 7. Heft 1.] Redigirt von Dr. Slierlin in Sehaffhansen. [Februar 1884.

Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen behält sich der Verein vor.

Bericht

über die Versammlimg der schweizerischen entomologischen G-esellschaft in Zürich den 5. August 1883.

Dank dem Anscliluss an die Zeit der Sitzungen der all- gemeinen schweizerischen naturforschenden Gesellschaft und wohl auch der Industrie- Ausstellung, welche in diesem Sommer durch ihre ausgezeichnete Ausführung so anziehend wirkte, war die entomologische Gesellschaft diesesmal ausserordentlich zahlreich versammelt. Unter den 30 Anwesenden zählte man die Herren Prof. Dr. Mayr aus Wien, Med. Dr. Puton aus Bemiremont, Herrn Bourgeois aus Paris und Herrn G. Claraz aus Avry le Pont.

Durch die gütige Verwendung des Herrn Dr. Schoch er- hielt die Gesellschaft den Conferenzsaal der Herren Professoren der Universität Zürich als Sitzungszimmer.

Herr Präsident Dr. E. Bugnion eröffnete die Sitzung mit der Begrüssung der Anwesenden, indem er ihnen,und besonders auch den verehrten Herren Fremden für ihr Erscheinen bestens dankte.

Die geschäftlichen Angelegenheiten waren vom Comité am Tage vorher schon vorbereitet worden und konnten daher rasch erledigt werden.

Mutationen des Mitgliederstandes im Yereinsjahr

1882—1883. Durch den Tod hat der Yerein folgende Mitglieder verloren: Herrn Prof. Dr. Zell er in Stettin, Ehrenmitglied. Prof. Desor in Neuenburg und Combe Varin. Dr. Med. Uhlmann in Münchenbuchsee. Rudolf König in Bern. Fräul. Anna Schindler, Conservatorin in Glarus (27. Juli 1883).

Ausgetreten sind : Herr von Brück, Emil in Crefeld. Etienne Joris, Pfarrer in Orsières. j, J. Keiser, Lehrer in Burgdorf. Paul Born in Herzogenbuchsee. Peter Arnold, Advokat in Konstanz.

MlttheilangcB der tchweix. entom. Getellschaft. Bd. 7. Hef) t. i

Als neue Mitglieder wurden aufgenommen: Herr Pfarrer Hauri in Davos, Lepidopterolog,

Yorgeschlagen von Herrn Riggenbach-Stehlin.

Plümacher, Eugen, Herrmaun, in Schaff hausen (Schönau) Coleopterolog; von Herrn Dr. S ti erlin.

Dr. Keller, Privatdocent am eidg. Polytechnikum.

Heuscher-Winzeler, Jean, Lehrer in Hirslanden bei Zürich, Lepidopterolog; die beiden letzten vor- geschlagen von Herrn Paul.

Jourdheuille C. juge au Tribunal civil; rue Gau- therin àTroyes (Aube), Lepidopterolog; vorgeschlagen von Herrn Prof. Hch. Frey.

Dr. Keiser, eidg. Archivar in Bern, allgemeine Entomologie, vorgeschlagen von Herrn Ed. v. Jenner

Lilienkron, Apotheker in Zürich, Coleopterolog; vorgeschlagen von Herrn Dr. Stier lin.

G. Claraz aus Avry le Pont (Freiburg). Kürzlich von seinem mehr als SOjcährigen Aufenthalt in Ar- gentinien zurückgekehrt. (Allgemeine Entomologie); vorgeschlagen von den Herren Dr. Schoch und Frey-Gessner.

Gesammtzahl der Mitglieder pro 1883.

13 Ehrenmitglieder 133 ordentliche Mitglieder, wobei 88 in der Schweiz

45 im Ausland.

Der Cassier, Herr Eugen von Büren legt die Rechnung vor, welche mit einem Activsaldo von Fr. 115. 85. abschliesst. Es fragt sich nun, ob das künftige Rechnungsjahr genügend Mittel ergiebt, um die Auslagen für den Druck der Mittheilungen ohne Deficit zu decken.

Der Ertrag der in Commission zum Verkauf ausgegebenen Hefte der Mittheilungen ergab im Rechnungsjahr, wozu freilich erst 6 Monate zählen, blos Fr. 57. also einen blos kleinen Zuschuss zu unseren Bedürfnissen.

Schliesslich wurde die von dem Herrn Cassier mit grossem Fleiss und Genauigkeit ausgefertigte und von den beiden Herren Rechnungsrevisoren geprüfte Rechnung von der Gesellschaft genehmigt mit gebührendem Dank für den Herrn Cassier.

Man schritt zur obligatorischen Präsidentenwahl, wobei im ersten Scrutinium mit überwiegendem Mehr der kürzlich aus Guatemala zurückgekehrte Herr Dr. Stell in Zürich ge- wählt wurde; dem abtretenden Präsidenten, Herr Dr. Bugnion fiel nun die Yicepräsidentschaft zu. Alle übrigen Posten blieben dieselben wie vorher.

Das Comité ist somit für die nächsten drei Jahre folgender- massen zusammengesetzt :

Präsident: Herr Med. Dr. Otto Stell in Zürich.

Vicepräsident: Med. Ed. Bugnion in Lausanne.

Actuar: E. Frey-Gessner in Genf.

Cassier: E ug en von Büren von 8 ali s inBern.

Redactor: Med. Dr. G.Stier lin in Schaffliausen.

Bibliothekar: Theodor Steck in Bern.

Beisitzer: Prof. Dr. Heinrich Frey in Zürich.

., F. Eiggenbach-Stehlin in Basel.

Herr Dr. Stierlin berichtete über den Gang der Arbeiten für die ^klittheilungen unserer Gesellscliaff, woraus hervorging, dass für die nächsten Hefte noch Druckstoff vorliege, und noch einige Arbeiten in Aussicht stehen.

Die Bestimmuug des nächsten Versammlungsortes wurde, wie seit einigen Jnliren, dem Comité überlassen.

Prof. Forel zeigt Fragmente des aus einer Art Carton bestehenden !Nestes einer südwestafrikanischen C/eniastogasier- Art, welche yon Herrn Dr. Max Buchner dort gesammelt wurde.

Ein ähnliches i^est unbekannter iTOvenienz befindet sich im hiesigen Museum. Bekanntlich y ~d57i solche aus den zu- sammengokitteten Partikelchen b auch vom

europäischen Lasiiis Falicjinosus p; Art besitzt,

wie Meinert gezeigt hat, kolo Obeikiefer-

drüsen. Das Sekret dieser Drüsen wird be.ui irocknen harz- artig, wie dieses wenigstens bei den Bienen von Wolff und vom Vortragenden selbst beobachtet worden ist. Es liegt daher nahe, wie Meinert thut, das Sekret dieser Drüse als den Kitt der betreffenden Nester zu betrachten, um so mehr, da dieses Sekret gerade am Oberkiefer fliesst, mit welchem bekanntlich die Ameisen bauen.

Ist dieses richtig, so müssen wir denken, da alle Ameisen solche Oberkieferdrüsen wenn auch viel kleinere besii/en, dass bei den anderen Arten, besonders bei denjenigen, welche ein- fache Erdbauten errichten, dieses Sekret ebentalls eine gewisse Rolle spielt. Es wurde bis jetzt mit P. Huber angenommen, dass solche Erdbauten , z. B. von Lasias niqer einfach aus mit Wasser zusammengekil teter Erde bestehen. Wer weiss aber, ob nicht etwas Oberkiefer(hüsousecret da ,ii kommt, um dem Ganzen mehr Festigkeit zu geben'? Diese Frage ist als offen zu betrachten und verdient Beachtung.

Ferner zeigt Vortragender einige Exemplare des Myrme- cocystus mellif/er Llave (mexikanische Honigameise) und weist der Gesellschaft die diesbezügliche Arbeit Mac Cook's, sowie andere neuere biologische Werke von Mac Cook, Lubbock und Künckel d'Herculais vor.

Dann bespricht derselbe die schöne neuere Arbeit von Dr. Karl Kraepelin über die Geruchsorgane der Gliederthiere, und demonstrirt der Gesellschaft seine eigenen seit Jahren be- gonnenen Untersuchungen über diesen Gegenstand, mit welchen die Resultate Kraepelin's grösstentheils übereinstimmen. Kraepelin hält allerdings die „Flaschenorgane" , wie er sie nennt, für Drüsen, während er die „Champaguerpfropforgane" Foreis für Sinnesorgane hält. Nach Foreis Ueberzeugung je- doch sind diese beiden Organe sehr nahe verwandt ; er fand ihre Verbreitung in den Fühlern ganz übereinstimmend, fand im letzten Fühlerglied der Honigbiene zusammengedrängte Organe , welche die Mitte zwischen beiden halten , und fand, dass „Flaschen wie Champagnerpfröpfe" sich unter gleichen Bedingungen und auf dieselbe Weise mit Luft füllen können. Daher hält er daran fest, dass beide ähnlicher Natur seien, wahrscheinlich beide Sinnesorgane, vielleicht beide Drüsen.

Wer sich für diesen Gegenstand interessirt kann nach- schlagen in: 1) Forel: Fourmis de la Suisse 1874 p. 144 und 2) Kraepelin 1. c. Osterprogramm der Realschule des Johannes, Hamburg 1883.

Herr Prof. Mayr aus Wien fügte seine Beobachtung mit über gewisse Ameisen, die nicht nur Gänge kitten, sondern an Bäumen und andern Orten organische oder vegetabilische Substanzen mit Kitt übermauern, um sie vor dem Verderben zu schützen, bis die Ameisen in den Fall kommen, sie zu ihrer Nahrung zu bedürfen.

Dass die wenigsten Insekten Gehör haben, wird für die Bienen von einigen Mitgliedern bestritten; warum braucht man geräuschvolle Mittel, um die entweichenden Bienenschwärme zum festsetzen zu bewegen ? Darauf wird entgegnet, dass statt des Tones die Lufterschütterung Ursache des Niedersetzens sein könne, dass aber sehr oft trotz allem Lärm der Schwärm dennoch entweiche. Experimente mit einzelnen Insekten haben bewiesen, dass trotz grossen Geräusches ganz in der Nähe der Fühler von Bienen dieselben nicht im Geringsten dadurch be- wegt worden seien, dass aber nach Wegnahme der Fühler Wespen nicht mehr im Stande waren, ganz in ihrer Nähe be- findlichen Honig zu spüren, den sie mit Fühlern aus beträcht- licher Entfernung her rochen und ihm zuflogen.

Der Herr Präsident dankte im Namen der Gesellschaft dem Herrn Dr. Forel aufs beste für den interessanten Vortrag.

Herr Dr. Stierlin theilte mit, dass der sonst seltene Käfer Dryophtorus Lymexilon am sichersten in Nestern von Camponotus zu finden sei.

Herr Dr. Stoll theilte seine Beobachtungen über die Bienenzucht in Guatemala mit. Die eigentliche Honigbiene und deren Zucht in Kästen und Körben verschiedener Art und Ge- stalt liegend und hängend beschränkt sich auf die gemässigte Höhenzone zwischen 4000' und 5000' während die Meliponen unterhalb in der feuchtwarmen Regenzone der üppigen tropischen Wälder vorkommen.

Die Behandlung der Bienen ist dort noch ziemlich primitiv; zur Erhaltung des Honigs werden die Stöcke ausgeräuchert, wobei stets viele Bienen zu Grunde gehen, die übrigen aber eifrig weiter arbeiten. Die Arbeitszeit der Bienen in Guatemala dauert zehn Monate lang, die Ruhezeit fällt in die Monate August und September. Die Waben können zweimal per Jahr ausgeschnitten werden, um Weihnachten und im April. Die Qualität des Honigs ist gut; eine Flasche Honig von 1 Kilo wird mit 30 bis 45 Centimes bezahlt. Die Indianer lieben sehr den mit Wasser gemischten und halb gegohrenen Honig; das Hauptprodukt aber ist das Wachs, welches schön gelb ist, dessen ungeachtet aber noch durch Sonnenlicht gebleicht wird und dann per 25 Pfund einen Preis von Fr. 100 bis 110 erziehlt. Die neuen Schwärme stossen im Oktober und im Mai und zwar meist zwei bis vier neue Gesellschaften aus demselben Stock.

Es entwickelten sich auch über diesen Gegenstand einige Fragen und Antworten, wobei die Bienenschmarotzer und noch- mals das vermeintliche Hören der Bienen beim Schwarm- einfangen zur Sprache kommt. Herr Dr. Forel hält fest, dass es eine Täuschung sei, wenn man glaube, die Bienen werden durch die Töne zum ni'.Klersitzcn veranlasst und Herr Riggenbach erklärt das Be s pr itz en der Schwärme als sicherer, weil man bei dem blossen Lärmmachen oft genug die Erfahrung gemacht habe, dass es nicht den gewünschten Erfolg hat.

Herr Wolfensberger macht folgende Mittheilung : Die sogenannten insektenfressenden Pflanzen bildeten so- lange das Tagesgespräch wissenschaftlicher und nichtwissen- schaftlichcr Kreise, dass es um so überflüssiger erscheinen möchte, in diesen Blättern noch davon zu reden, da die Sache durchweg als eine festgestellte angesehen wird. Wenn ich es dennoch thue, so geschieht es, eine Mittheilung zu machen,

die den Gegenstand aucli von einer andern Seite beleuchten könnte. Der Umstand, dass die Blätter einzelner Pflanzen In- sekten festzuhalten im Stande sind, schien zu der Annahme zu zwingen, dass dies zu Eruährungszwecken geschehe. Wie nun aber , wenn es Pflanzen gäbe , welche ebenfalls im Stande sind, Insekten festzuhalten, aber nicht durch das eigentliche Assimilationsorgan, das Blatt, sondern durch die Blüthe ? AYohl kein Forscher wird in diesem Falle von einer insektenfressenden Pflanze sprechen. Und dass es solche Pflanzen gibt, in deren Blüthon Insekten gefangen werden, das möchte ich hier eben mittheilen.

Es war in den letzten Tagen vergangenen Jahres (1882) als mir Herr Fr übel, Kunst- und Handelsgärtner, in Riesbach bei Zürich, mittheilte, dass er in seinem Cfarten eine Pflanze habe, in deren Blütlieu Schmetterlinge gefangen würden. Ich säumte nicht, sogleich an Ort und Stelle zu gehen, um die mir an und für sich interressante ïhatsache zu sehen und dann vielleicht die Ursache der Erscheinung zu finden. Zu meinem nicht geringen Erstaunen traf ich in der grossen weissen Blume von Oeuotitera speclosa einen Sphx dpenor gefangen. Ich wiederholte nun einige Tage meinen Besuch und fand wieder DeüepJdla elpenor und porceUns, Mncrofßossa siellatanmi und eine Cucullia. Im Juni dieses Jahres suchte ich die Pflanze wieder auf, und die Zahl der gefangen getroffenen Species von Schmetterlingen mehrte sich , indem sehr oft " Plasia gamma und vereinzelt PL moneta sich in der Blume fanden. Der Schmetterling hatte den Rüssel in den Schlund der Blume hinein- gedrängt und hieng an demselben wie an einem Faden. Die Thiere waren beim Fang lebendig, und wenn man sie durch Zerreissen der Blume befreite, flogen sie lustig umher. Es wäre also unrichtig, anzunehmen, dass die Pflanze ein Gift enthalte, das die Schmetterlinge schnell töte. Dass ein Harz in der Blüthe sei, das einen S. elpenor festzuhalten im Stande wäre, lässt sich wiederum nicht denken. Wie verhält es sich denn mit dieser Sache ? Ich untersuchte das Innere der Kelchröhre mit der Lupe und wurde nicht klüger. Mikroskopische Schnitte durch Kelchröhre und Pistil gaben erst Aufschluss. Der untere Theil der Innenwand der Röhre sowie die äussere Seite des Pistils sind mit lOüO und 1000 feinen, abwärtsstehenden Härchen bekleidet. Stösst ein Schmetterling seinen Rüssel beim Suchen nach dem Nectar der Blume zwischen Kelchröhre und Pistil hinab, so werden die Haare seitwärts gedrückt und noch mehr nach unten gerichtet, und der Rüssel ist völlig eingeklemmt. Bekanntermassen besteht der Rollrüssel aus einer sehr grossen Zahl von Ringen, die nach aussen vorspringen. Will das Thier

denselben zurückziehen, stemmen sich die Haare gegen die Ringe und lassen ihn nicht wieder los. "Wie aus heigegehener Zeichnung des Querschnittes von Kelchröhre und Pistil ersicht- lich, macht der Inneuraud der Röhre 4 stärkere Ausbiegungen, so dass dann zwischen ihr und dem Pistil 4 weitere Oeffnungen entstehen, und nur durch diese kann der Rüssel hinabgestossen werden, an den andern Stellen ist durchaus kein Platz. Da- durch wird der Rüssel nicht nur auf 2 Seiten, sondern ringsum von den Haaren eingeklemmt, und das Thier um so sicherer gefangen.

^S'och bemerke ich, dass wegen bedeutender Länge der Kelchröhre nur langrüsslige Insekten gefangen werden. Ich beobachtete Bienen auf den genannten Blumen ; die schienen halb rasend zu werden, dass es Ihnen nicht gelang, mit ihrem wenn auch gar nicht kleinen, doch hier zu kurzen Leckrüssel zum Honigseim zu gelangen.

Und fragen wir nun schliesslich nach dem Zweck der beschriebenen Einrichtung der Blume, so ist im Anfang bemerkt worden, dass es kein Ernährungszweck sein kann, wenn man noch in Betracht ziehen will, welche „Brocken" gefangen werden. Zum Zwecke der Befruchtung durch Kreuzung kann die Ein- richtung wieder nicht passen, und zur Selbstbefruchtung ist die Oenothera sehr gut eingerichtet, so kann ich auf das „Warum diese Einrichtung" nur antworten : Ich weiss es nicht !

Herr Dr. Schoch legte zwei von H. Selis Longchamps dem Verein geschenkte Brochuren über Libellen vor , was bestens verdankt wurde.

Herr Dr. Stierlin kündigte das Erscheinen des zweiten Nachtrages zum Catalog der Coleopt. helv. an; sodann machte er auf ein von Herr Weise vorgeschlagenes Unterscheidungs- merkmal zur sicherem Gruppirung der Oreinen aufmerksam, nämlich die Bcscliuppung der Flügeldecken. Zur Veranschaulich- ung des Erfolges zeigt Herr Dr. Stierlin eine Anzahl Species vor.

Derselbe erläuterte noch ein Unterscheidungsmerkmal, die Arten der Gattung Clilorophaniis betreffend. Bis jetzt dienten als Charaktere die Form des Seiten- und Ilinterrandes des Halsschildes, sowie dessen Längenverhältniss und besonders die kürzern oder längern ^Lucra der Flügeldecken. Nun erhielt Herr Dr. Stierlin von Chanoine Favre aus Martigny von ein und derselben Stelle eine grosse Reihe ChloropJianus gramini- cola mit allen möglichen Uebergängen dieser Merkmale. Es ist also auffallend, dass bei einzelnen Species diese Eigenschaften

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für sich beständig, bei einer andern aber alle zusammengedrängt sind. *)

Herr Prof. Dr. Mayr aus Wien hat beim Untersuchen lebender oder ganz frischer kleiner Parasiten (Onix) aus Gallen auf Berberis cerris an deren Kopf eigenthümliche feine gelbe Linien bemerkt, die er dann später nach dem Eintrocknen nicht mehr vorfand ; ja sogar nicht einmal dieselbe Kopf- form war mehr erkennbar, indem eine Stirnkante an einer Stelle als höchster Rand vorhanden war, die im lebenden Zustande tiefer als der dahintenliegende Kopftheil stand. Herr Dr. Mayr zeichnete nun ein Bild des Yorderkopfes an die schwarze Tafel zur Veranschaulichung des Yerlaufs dieser gelben Linien. Die drei Ocellen sind so von einem Dreieck einge- schlossen , dass die stumpfe Spitze nach abwärts schaut , von jeder Seitenecke geht eine Verbindungslinie nach dem obern Ende des nächsten Auges ; von der untern Ecke des Ocellen- dreiecks geht eine senkrechte Linie auf eine Querlinie, welche die untern Enden der Augen verbindet und durch die Anheftungs- stelle der Fühler geht. Von den Endpunkten der Linie am untern Augenrande geht ferner je eine Linie nach der Kieferbasis, und je eine nach unten concentrisch gebogene Linie von der Fühlerbasis nach den obern Ecken der Stelle , wo das Kopf- schildchen Platz findet, endlich eine Querverbindung der untern Enden dieser zwei gebogenen Linien und je eine nach unten an den Vorderrand des Kopfes. Im ganzen also 14 Linien, diejenigen von den untern Augenenden über die Fühlerbasis nur für eine gezählt. Diese Linien schliessen 7 Platten ein, welche so vielen Chitinplatten entsprechen, diese Platten schliessen während der Sichtbarkeit der gelben Linien nicht an einander, sie sind nur mit einander verbunden durch Membran und zwar so, dass die Chitinplatten Kanten der Linien bilden , und die Membran furchenartig vertieft ist. Beim Eintrocknen des Insekts schliessen sich die Plattenränder aneinander und es kommen sogar noch Verschiebungen derart vor, dass scharfe Kanten da entstehen, wo der im Leben noch saftvolle Körpertheil gewölbt erscheint.

Herr Dr. Mayr empfahl nun der Gesellschaft den Gegen- stand zu weiterer Untersuchung, indem er hervorhob, dass diese Linien zur Feststellung der Kopftheile von grosser Wichtigkeit sein können.

*) Anm. Ingen. Faust, der die Gattung Chlorophanus monographisch bearbeitet und dem ich die ganze Reihe dieser Exemplare zur Einsicht schickte, hält sie alle für Varietäten von G. graminicola. Red.

Herr Dr. Forel schliesst sich den Ansichten des Yortragenden lebhaft an und zeigt noch, wie die einzelnen Glieder der Fühler auch durch furchenartig eingestülpte Membranen verbunden seien, welche diesen Organen zu der Beweglichkeit verhelfen, die bei den Kopfplatten nicht nothwendig ist.

Herr F. Riggenbach zeigte eine Anzahl Varietäten von Melitaea matunia vor , worunter M. Wolfensbergeri , welche bereits vor Jahren von Esper als aus dem Piémont stammend, beschrieben wurde.

Diese Varietät wurde seither auch im Val Annivier ge- funden und in letzter Zeit in grosser Zahl und allen Ueber- gängen von Herrn Pfarrer Hauri in Davos Platz; im Jahr 1882 in der zweiten Hälfte des Juni , und dieses Jahr Anfangs Juli , und zwar vom Dorf an bis zur Verengung des Thaies nach dem Dürrenboden hin. Es muss desshalb diese Varietät entschieden auch in die Schweizerfauna eingereiht werden.

Herr Dr. E. Imhof brachte eine Anzahl Insekten aus Ischia mit, wo er sich einige Zeit zum Studium mariner Thiere aufgehalten hatte und bemerkte , dass er dort eine Reihe so- wohl nördlicher als südlicher Thiere habe beobachten können.

Wegen vorgerückter Zeit mussten einige Mittheilungen zurückgelegt werden, die Sitzung zeichnete sich aber vortheil- haft aus gegenüber einiger frühern, wo wegen Mangel an An- wesenden sich auch nur spärlicher Stoff zum Mittheilen fand. Der Herr Präsident Dr. Bugnion verdankte bestens die werthvollen Mittheilungen den Herrn Vortragenden und man begab sich noch für kurze Zeit in das ganz in der Nähe befindliche Entomo- logische Kabinet, wo der Conservator, Herr Paul, auf zuvor- kommende Weise die wohlgeordneten Sammlungen vorwies. Hierauf vereinigte das obligate Mittagessen die Mitglieder aus Nah und Fern noch einmal, wobei manch fröhlicher und wohl- gemeinter Trinkspruch die Unterhaltung würzte. Es wurde da der Alten und Jungen und besonders auch der Viel- und Weit- gereisten anerkennend gedacht. Eine frohe Schaar benutzte einen Nachmittagszug zum Besuch des Uetliberg und damit schloss die Feier für diesesmal.

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HDritter

Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna der Schweiz.

Von Professor H. Frey.

Ich erlaube mir hiermit, einen dritten î^achtrag zur Schmetterlings - Fauna unseres Landes zu liefern. Er betrifft wesentlich die Erwerbungen der Jahre 1882 und 83; allein welcher Jahre ! Man möchte fast glauben, die Insektenwelt Mittel -Europa's sei im Aussterben begriffen. 1883 ist das schlechteste aller Jahre für die Entomologen gewesen, welches ich jemals erlebt habe.

Indessen unsere schweizer'schen Lepidoptorologen haben denn doch manches Werthvolle beobachtet, wofür ich hier Dank abstatte.

Ein Nachtrag, welchen in dem Jaliresberichte der uatur- forschenden Gesellschaft Grraubündens 1880/1. C hur 1882 unser verstorbenes Ehrenmitglied, mein Freund Professor?. C. Zeller in Stettin geliefert hat, bringt ebenfalls sehr werrhvolle Notizen. Einiges habe ich im Studirzimmer gefunden. Um Zürich leider gab es zwei Jahre lang so viel wie nichts.

I. Parnassius Delius Esp.

Varietäten oder wenn man das Wort vorziehen sollte Aberrationen des schönen Falters , eines meiner alpinen Lieb- linge, sind m.ehrfach beschrieben und abgebildet worden. Sie betreffen fast alle weibliche Exemplare.

Ich verdanke Herrn J. An der egg zwei scliöne aus dem Wallis stammende derartige Abweichungen. Es sind beides weibliche.

Das erstere Stück zeigt auf dem linken Vorderfiügel (von der Wurzel an gezählt) den ersten grossen schwarzen Costalfleck nahezu normal, den zweiten aber in -1 stumpfe Zacken aus- laufend. Rechts jedoch bilden die entsprechenden Flecke 1 und 2 wunderlicji gezackte unregelmässige Figuren. Der dritte Costalileck beider Flügel normal: doch ist dis Poth wenig entwickelt. Die beiden rothen Flecke der Hinterflügel ziemlich stark weiss gekernt.

Das zweite Exemplar bietet eine starke schwärzliche Ver- dunkelung der Aussenpartieen beider Flügelpaare dar. Es zeigt

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die beiden retheii, massig weiss gekernten Flecke der Hinter- flügel durch einen stiirken schwarzen Strich verbunden. Eine rot he Strichlinio findet sich häufiger,

2. Lycaena Orbitulus de Pruner.

Ein prächtiges walliser grösseres Männchen bietet auf der Oberseite bei etwas schwärzlicher Kandbestäubung uiclits Auf- fallendes dar.

Auf der normal gefärbten Unterseite sind dagegen die schwärzlichen Randpunkte in ansehnliche sehr grosse schwarze Keilflecke mit langen wurzelwärts gerichteten Spitzen ausgezogen.

Auch andere liycaenen, so Alexis und Escheri, zeigen zu- weilen Aehnliches, wie ich sie selbst früher gefangen habe. Yon Orbitulus war es mir neu.

3. Libythea Celtis Esp. Professor Hugueniu fing das Thier in der letzten Zeit bei Roveredo am Eingang des Misox, also auf schweizerischem Boden.

4. Vanessa Antiopa L.. Var. Hygiaea Hdr. (Hbn. 933.) Diese i)rachtvolle, der blauen Randflecken entbehrende Varietät erzog 1882 ein hiesiger Sammler. Das Exemplar be- findet sich in der schönen Sammlung meines Collegen Huguenin.

5. Melitaea Maturna L., Var. Wolfensbergeri Frey.

Die Herrn Pfarrer .) . H a u r i , C a f 1 i s c h , R i g g e n b a ch - Stehlin haben im Erühsommer 1883, angeregt durch meine Angabe, das ïhier zahlreich erhalten, zunächst im Yal Disma des Davos, dann (Caflisch) auch bei Süss im Engadin und mich mit einer Anzahl sehr schöner frischer Männchen in liberalster "Weise versehen. Es sind mir bis jetzt gegen 30 Exemplare, dar- unter aber nur 3 weibliche, durch die Hände gegangen.

Die Männchen zeigen die von mir früher angegebene Grösse, sind im Allgemeinen verdüstert, am meisten vielleicht diejenigen, welche Herr Caflisch bei Süss erbeutete. Hierund da treten einmal die weisslichen Flecke lebhafter hervor; das Thier wird alsdann dadurch ausnahmsweise lebhafter. Die 3 mir zu Gesicht gekommenen weiblichen Stücke stimmen alle ziemlich überein und kommen einzelnen AVeibchen der Mel. Cynthia recht nahe.

Zwei '-Petersburger Exemplare erhielt ich durch Er sc hoff. Das Männchen steht der Yar. Wolfensbergeri sehr nahe in Grösse und Zeiclmung, nicht aber das weibliche Stück. Da- gegen erhielt ich von Herrn Baron H oy n ing en -H u en e von Lechts in Estland ein AVeib , welches mit dem gleichen Ge- schlechte der Yar. AYolfensbergeri fast identisch ist.

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Mein hochverehrter Freund, Herr Kiggenbach-Stehlin, zweifelt an der Haltbarkeit jener von mir getauften Yarietät, indem er ein schlesisches Männchen, genau wie Wolfensbergeri besitze.

In meinen Augen mit Unrecht. Ist es ja doch durch den Begriff der Yarietät bedingt, dass sie in die Stammart über- gehe. Der Xorden, d. h. besser gesagt das kältere Clima, ändert Maturua zur Wolfensbergeri um, in den baltischen Län- dern, wie in den Alpenthälern. Wenn nun ein vielleicht an kühler Stelle entwickeltes schlesisches Stück dieselben Cha- raktere darbietet, ist dieses ein Einwand gegen mich? Ich glaube nicht. Haben die Yarietäten der Mel. Athalia eine andere

Position?

6. Mel Artemis S. V., Var. M^rope de Pruner.

Die Gebirgsform Mcrope dürfte sich seit lauger Zeit von der Stammart Artemis (oder umgekehrt, wenn man der Theorie der Eiszeit huldigt) abgetrennt \ind schärfer gesondert haben. Intermediäre Stücke fehlen demgemäss nach all' meinen Nach- fragen den schweizer'schen Sammlungen gänzlich. Yor etwa 30 Jahren starb hier der Yergolder R. Yögeli , ein fleissiger Sammler. Er hatte in seiner Sammlung eine Merope, von welcher er mir angab, er habe sie auf einer verdampften W^iese oberhalb Küssuacht, eine Stunde von Zürich, gefangen. Der verstorbene Sammler, mir befreu.ndet, war ein durchaus zuver- lässiger Mann. Er hatte niemals im Alpengebi;'te gesammelt. Mein College, Professor Huguenin, traf im Jahre 1882 auf einer nassen Wiese oberhalb Meilen 5 Stücke der Artemis, so klein, wie eine mittlere Merope, zum Theil verdunkelt, wovon er mir freundlich ein Stück überliess. Alle tragen aber die dichte Beschuppung der Artemis. Ein Stück, welches ich durch Dr. Staudinger als „intermediäre" Form aus dem westlichen Sibirien erhielt, hat das nämliche dichte Schuppenkleid. Also eine kleinste Artemis oder eine lang gesuchte Uebergangsgestalt? Ich wage noch nicht zu entscheiden.

7. Erebia Pyrrha S. V , \'ar. Pyrrhula Frey.

Eine Anzahl schöner Stücke aus dem Davos (J. Hauri.) Die Weiber zum Theil grösser als die Albula-Exemplare und in die Stammart mehr übergehend.

8. Coenonympha Arcania I ., Var. insubrica Rätzer.

Mit demselben Rechte, wie ich die Yarietät Wolfensbergeri aufstellte, brachte Herr Pfarrer Ratz er die südliche Yarietät unter dem obigen Xamon.

Ich habe durch Herrn And er egg 1882 und 88 von der Südseite des Simplon eine massige Anzahl sehr schöner Exeni-

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plare erhalten und einige meiner Sammlung einverleibt. Sie stimmen vollständig mit der guten Beschreibung des Entdeckers.

9. Spilothyrus Althaeae Hbn., Var. Baeticus Ramb., Marrubii H.-S. (Fig. 14. 15). Herr Dr. H. Christ in Basel fing im Juli 1883 bei der alten Kirche von Vex im Wallis diese südliche Form. Dort wuchs Marrubium in Masse.

10. Syrichthus Fritillum 0., Var. Cirsii M.-D. Die schone, von Moyer-Dürr so gut charakterisirte Varietät erhielt ich 1882 von An der egg in einem Stück unter einer ganzen Reihe des nördlichen Fritillum und seiner Genossen. Auch ein süd-französisches Exemplar, welches ich Herrn Dr. Christ verdanke, stimmt damit vollkommen. In der letzten Zeit schickte mir Anderegg seine ganze Ausbeute der Fri- tillum-Grruppe. Darunter befanden sich nur ein Ç von Cirsii, aber mehrere Uebergangsformen, wie ich erwartet hatte.

11. Syrichthus Sertorius Hoffmansegg (Sao. Hbn.). Ich erhielt von Anderegg, wohl aus der Frühlings- generation herstammend, mehrere sehr grosse und lebhaft aus- gefärbte walliser Stücke.

12. Deilephila Lineata Fab.

"Wurde merkwürdigerweise in dem erbärmlichen Sommer 1883 sehr häufig von Custos Paul in Wollishofen bei Zürich und durch Caflisch bei Chur zahlreich gefangen. Wo und wann mag die Raupe gelebt haben ?

Ich wende mich jetzt zu den Zygaenen, dieser so schwie- rigen Gruppe. Ich habe diesen interessanten Thieren seit einigen Jahren eine grössere Aufmerksamkeit gewidmet, nament- lich angeregt durch die treffliche Publikation eines ausgezeich- neten Forschers, des Herrn Dr. H. Christ (s. diese Zeitschr. Bd. 6, S. 35).

Diese Arbeit meines hochverehrten Freundes bildet ent- schieden das Beste, was über die schweizer'schen Repräsentanten unseres Genus jemals geschrieben ist, und mir gereicht es zur grössten Genugthuung , dass wir beide uns in vollkom- menster Ueberein Stimmung befinden. Sehen wir also nach dem Einzelnen !

13. Zygaena Scabiosae Scheven, Esp., Var. Triptolemus Freyer (H.-S. 7—12), ? Romeo Dup. (H.-S. 48. 49), Var. Frsyeri Led. (V Orion H.-S. fig. 3).

Gewiss dieses hat Christ gezeigt und meine Sammlungs- Exemplare der letzten Zeit liefern nun auch den vollgültigen Beweis ist Triptolemus (Var. Freyeri) nur die südliche Form der bekannten Zygaena Scabiosae, bei welch' ersterer der mitt- Jçre und auch zuletzt der hintere dorsale rothe Streifen sich

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in 2 Flecke aufzulösen beginnen oder theilweise wirklich auf- gelöst haben.

Auf der Südseite des Simplon fand hinterher in den letzten zwei Jahren Ander egg diese früh fliegende Zygaene in mehr- fachen Exemplaren. Ein Uebergangsstück zur Scabiosae behielt ich von dort, ein anderes hatte ich schon früher durch Dr. Christ von Perrero. Ratz er hatte schon früher des Yal vedro erwähnt (s. diese Zeitschr. Bd. 6, S. 190). Mein Freund Caf lisch wollte Zyg. Triptolemus im Jahre 1883 bei Chur auf Yicia cracca sitzend getroffen haben. Von dorther hatte ich aber auch in interessanter Weise Zyg. Scabiosae. Wir hätten also zum ersten Male in Chur neben einander Stammform Sca- biosae und südliche Yarietät Triptolemus gehabt. Allein die Be- stimmung war falsch. Bei Chur fliegt nur Scabiosae. Als eine Erweiterung unseres Wissens füge ich aber noch bei, dass Herr E. von Büren-Salis das erstere Thier (Triptolemu.s) vereinzelt im Misox getroffen hat.

14. Zygaena Charon Hbn.

Von der Südseite dos Simplon 1883 durch Anderegg ebenfalls erhalten. Auch ich erachte Zyg. Charon für die Süd- form der Zyg. Meliloti Esp. Docli bedarf es hier meiner Ansicht nach noch genauerer Erforschung. Beide Arten kommen und das hat Christ mit Recht hervorgehoben auch aus- nahmsweise mit rothem Abdominalgürtel vor. Wir haben also bei einer jeden eine Varietas „Cingulata". Auffallend bleibt aber im Gegensatze zu Scabiosae bei Triptolemus, dass hier die süd- liche Form dichter beschuppt ist.

15. Zyg. Lonicerae Esp., Zyg. Trifolii Esp., Zyg. Stoechadis Borlih. nnd Zyg. Dubia Stgr.

Der Stammbaum der Zygaeuen ist uns, nach meiner Mei- nung, für immer verloren gegangen. Wenn wir auch an der Hand der Glacial-Theorie Zyg. Exulans Hochenw. und ihre scandinavische Varietät Vanadis Dalman als die älteste Art betrachten müssen und davon mit einer gewissen (wenn gleich geringen) Wahrscheinlichkeit zunächst Zyg. Minos S. V. und Achilleae Esp. ableiten dürfen , so lässt sich meiner Ansicht nach bei den übrigen Arten keine Verbindung auch nur wahr- scheinlich machen.

So tritt uns gerade hier bei den in unserer Ueberschrift zusammengefassten Thieren ein unlösbares Problem entgegen.

Ist Stoechadis die Ausgangsform , welche allmälich von Süden nach Norden gewandert durch Dubia sich bis zu Loni- cerae und Trifolii umgestaltet hat, oder müssen wir die Reihe umgekehrt annehmen und in Lonicerae den alten Ahnen er- kennen? Ich stimme übrigens mit Herrn Dr. Christ überein,

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alles zusammenzuziehen bis zur Yar. Syracusica Zell., und der algierischen Serizeati Oberthür.

Ich brachte gerade für diese Gruppe, da sie mich mehr und mehr anzog, in den letzten Jahren ein ansehnliches Ma- terial ganz reiner Exemplare aus verschiedenen Gegenden zu- sammen und erlaube mir nur Folgendes zu erwähnen, obgleich ich weit entfernt von einem Abschlüsse bin :

1) Lonicerae. Spitze, längere Fühler; 5 Flecke, welche aufder Unterseite der Yorderflügel getrennt bleiben ohne verbindenden rothen „Hauch" der Zwischen- partie. Farbe der Yorderflügel grün- oder blauschw^arz; Hinter- flügel wenig lebhaft roth mit schmalem Saume. Grösse sehr wechselnd.

Var. Major Frey. Grösser, tiefer blauschwarz gefärbt, lebhafteres Roth. Der schwarze Saum der Hinterflügel beginnt massig breiter zu werden. Unterseite der Yorderflügel wie bS der Stammart Lonicerae, wenn wir diese also dafür nehmen wollen.

2) ^yg- Trifolii, auch für mich (wenigstens in Deutsch- land und der Schweiz) nur Sumpfform der Lonicerae. Schon Ochsenheimer hatte sich im Jahre 1808 (Schmetterlinge von Europa Bd. 2, S. 48) bemüht, Unterschiede gegenüber der Lo- nicerae festzustellen. Er hatte Stücke der Leipziger Gegend vor Augen und fügt bei: „auch noch hin und wieder in Deutschland."

Seine Beschreibung trifft für die Mehrzahl der mit mittel- und norddeutschen Exemplare zu, aber durchaus nicht für alle. Ein unberichtigt gebliebener Schreibfehler vindizirt dem Thiere die „halbe" Grösse der Lonicerae (in Wirklichkeit bei manchen Stücken V4).

Ich habe zur Zeit 35 Exemplare der ïrifolii vor mir. Eine beträchtliche Zahl stammen von Rhoden. Ich erhielt sie von Herrn Hofrath Dr. A. Speyer, welcher im 38. Bande der Stettiner entomol. Zeitschrift, S. 40, eine sehr werthvolle Arbeit über unser Thier brachte. Einige, von mir selbst in lange ver- flossener Zeit gesammelt, rühren von Göttingen und Frankfurt a. M. her. Weitere von Parchwitz in Schlesien lieferte Dr. Standfuss. Dazu kommen schweizer'sche Exemplare aus dem Wallis, südfranzösische zum Theil ohne nähere Bezeichnung 2 aber von Digne.

loh glaube nun einigcrmasscn urtheilen zu können, ob- gleich ich den Mangel nord- und mittel-italienischer Stücke, sowie nordspanischer und einer Mehrzahl süd-europäischer Exem- plare, die ich mir bisher nicht verschaöen konnte, in fataler Weise fühle.

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Soll ich also kurz zusammendrängen, so ist Trifolii der veränderlichsten Arten eine, in Grösse, Flügelform, im schwarzen Colorit, im Glänze derselben, in der Grösse und Lebhaftigkeit der rothen Flecke, in der Breite der schwarzen Randbegren- zimg der Hinterflügel. Auch die Fühler können von einer nicht seltenen recht kurzen und dick geendigten Gestalt bis zur Länge und Dünne eines ächten Lonicerae-Fühlers sich umgestalten. *) Der Einfluss des Südens, glänzenderes Schwarz, kleinere rothe Flecke ist manchmal auf das Deutlichste ausgeprägt. In anderen Fällen haben wir (meine beiden Exemplare von Digne gehören dahin) ein sehr kleines kurz- und rundflügliges Thier, so klein wie ich es niemals aus Deutschland sah.

Es bleibt zuletzt nach allen Prüfungen von meiner Seite kein erheblicher Unterschied gegenüber Lonicerae, wie ich z. B. drei erzogene Frankfurter Exemplare besitze, von welchen ich nicht anzugeben vermag, ob es noch eine kleine Lonicerae oder eine Trifolii sein möge.

Die Unterseite der Yorderflügel der Trifolii zeigt fast immer die rothen Flecke scharf getrennt, wie bei Lonicerae, selbst auch bei manchen Exemplaren, welche S tau ding er als Yar. Confluens versendet. Allein eines meiner Stücke, eine Confluens aus Digne, bietet ziemlich ausgesprochen den rothen, die Flecken verbindenden „Hauch" dar.

Ich fflaube, Dr. Christ hat letzteres Moment und die Fühlerform wohl überschätzt.

3) Zyg. Dubia. Uebergang zur Stoechadis. Im Allge- meinen ein grosses schönes Thier mit den Fühlern der Lonicerae. Die schwarze Grundfarbe der Yorderflügel bald ein tiefes Blau- schwarz, bald ein (mehr glänzendes?) Grünschwarz. Die rothen Flecke klein und tief gefärbt. Der sechste Fleck beginnt all- mählich mehr und mehr hervorzutreten. Die Hinterflügel tief roth mit breitem schwarzem einspringendem Rande.

Die Unterseite zeigt mit Ausnahme eines sehr schönen oberitalienischen Männchens, welches aber sicher hierher zählt, und bei welchem der rothe verbindende „Hauch" vorkommt, die Flecke scharf nach Art der nordischen Lonicerae getrennt. Yon der Südseite des Simplen, von Macugnaga (Staudin g er) und aus der Lombardei (Graf G. Turati).

4) Einen unzweifelhaften Uebergang zu Stoechadis, wahr- scheinlich aus Digne stammend, ein kleines Weib, erhielt ich

*) Anmerkung. Herr Pfarrer A. F u chs in Bornich bei St. Goars- hausen dürfte daraus seine Var. Gracilis gebildet haben. (Siehe Stettiner entomol. Zeitung Bd. 41, S. 118.)

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im letzten Jalire von An dore gg. P's kommt einem Q der Stoechadis von Barcelona sehr nahe.

(Syracnsica nnd Serizeati berühren unsere Fauna nicht. Ich übergehe sie also hier in der ohnehin zu lang gewordenen 8kizze).

16. Zyg. Filipendule L., Vur. Ochsenheimeri Z.

Icli habe durch die Freundlichkeit Anderegg's seine ganze Ausbeute von der Südseite des Simplen (aus den llätzer'- schen Lokalitäten) gesehen und bestimmt. Im Herbste 1883 gingen mir demgemäss über 50 derartige, sehr frische Stücke durch die Hände.

Ich kann also kurz zusammenfassen :

Durchgchends beinahe grösser alsFilipendulae. Die schwarze (Irundfarbe, bald nach dem Blauen, bald nach dem Grünen (namentlich bei Weibern) nüancirt, tiefer, glänzender. Die (> rothen Fle.ke lebhafter, aber kleiner, unten durch den rotlien „Hauch" bald mehr, bald weniger verbunden. Die Hiuterflügel, gleich den Yorderrandsfiecken. tiefer roth, die schwarze Rand- begrenzung breiter, bisweilen sehr breit mit stark einspringen- der Ecke. Die Fühler der Männchen entschieden länger, viel- leicht auch schlanker. Nicht so aber bei weiblichen, zum Theil sehr grossen , grün schimmernden Stücken , bei welchen die schwarze Randbegrenzung der Ilinterflügel beträchtlich schmäler, bisweilen sogar auffallend schmal, sich gestaltet.

Die fünffleckige Ochsenheimeri, deren Christ mit Hecht gedenkt, sah ich nui- in ganz wenigen Stücken. Andere, von der Oberseite nicht zu bestimmende Männchen ergeben sich durch die scharf getrennten rothen Flecke der Unterseite ein- fach als südliche Formen der Lonicerae, der Yar. Dubia mehr oder weniger nahe kommend.

Glaube man indessen nicht, dass überall im Süden nur jene Yarietät Ochsenheimeri vorkäme. Ich besitze ein riesen- grosses weibliches Exemplar der Filipendulae von Montpellier, ganz in der Tracht mitteleuropäischer Stücke. Zwei andere Exemplare (rf und Q), welche mir einstens Jos. Mann, als bei Morre ile in Sicilien von ihm gefangen , unter dem irrigen Namen Yar. Ochsenheimeri einsendete, sind gewöhnliche, ziem- lich kleine, auffaUend blassrothe Filipendulae. lîei Mann's Gewissenhaftigkeit ist hier an eine Täuschung durcliaus nicht und an einen Irrthum schwer zu denken.

Drei sehr lebhafte Stücke aus der Lombardei verdanke ici 1 de m Gr a f e n T u r a t i .

Ich schliesse hiemit vorläufig in wenig befriedigender Weise diesen Abschnitt über unsere Zygaenen.

Hittheilungen der gchweiz. entoni. Gesellschaft. ISd. 7. lieft l. 2

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17. Noia Cicatricelis Fr. Auch von Cliur an Obstköder gefangen (Caflisch).

18. Setina Aurita Esp., Var. Sagittata Rätzer. Eine Reihe schöner frischer männlicher Exemplare, bald mehr, bald weniger der Rätzer'schen Yarietät sich anreihend, brachte Anderegg von der Südseite des Simplen im Sommer 1883. Das Weib, kürzlich von ihm erhalten, stimmt vollkommen damit.

19. Ocnoggna Parasita Hbn. Die schöne, in der Jugend und im Alter sehr verschieden gestaltete Kaupe, welche an niederen Pflanzen lebt, erhielt ich von der Südseite des Simplen. Ihre Erziehung ist verzweifelt schwierig und misslang mir im zweiten , wie im ersten Jahre vollkommen trotz aller Sorgfalt.

20. Hepialus Velleda Hbn. Aus dem Davos durch Herrn Pfarrer J. Hauri.

21. Hepialus Ganna Hbn. Wieder aus dem Davos vom Strela-Pass durch den gleichen Sammler. Sie kommt übrigens und das ist von grösserem Interesse auch auf dem südlichen Jura vor, wie ein sehr schönes von Herrn P. de Loriol auf seiner Campagne bei Crassier gefundenes Stück mich belehrt hat, vor.

22. Fumea ? Nitidella 0., F. Äffinis Reutti. Zeller hatte diese Art als von ihm bei Bergün gefunden erwähnt und ich dieselbe in die schweizer'sche Fauna aufge- nommen. Nach dem Ilrtheile des Dr. Hylaerts' ist das Thierchen aber F. Affinis Reutti (Fauna von Baden S. 147, Crassiorella Bruand).

23. Bombyx Populi L., Var. Alpina Zell.-Dold.

R. Zell er machte mir die merkwürdige Mittheilung, dass Minière in Cannes beim !Nachtfang dieselbe Yarietät er- halten habe. Es ist dessen Bomb. Canensis (Annales d. 1. Soc. entomol. de France 1876 PI. 1, fig. 9 und 10). An eine neue Species zu denken, wie der hochverdiente französische Forscher fragweise hinwarf, ist gänzlich unstatthaft. Allein die That- sache nach vorgenommener Yergleichung der Originale beider Fundplätze bleibt höchst merkwürdig.

24. Bombyx Rimicola S. Y. Auch von Thusis, Nachts gefangen (Caf lisch).

25. Bryophlla Ravula Hb. Auch aus dem Bergell, wie mir Caflisch berichtet.

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26. Panthea Coenobita Esp. Raupe bei Fliins (Biindner Oberland) im August. Falter 0. 1. im Februar (von Büren-Salis).

27. Agrotis Putris L. Yon Thusis durch Nachtfang (Caflisch).

28. Agrotis Forcipula S. V. Jetzt auch im östlichen Alpengebiete getroffen. Yon Thusis durch Nachtfang (Caflisch).

29. Agrotis Cinerea S. V.

Ebenfalls in gleicher Weise von Thusis (Caflisch).

30. Agrotis Valligera S. V. Yon Tarasp (Killias und Caflisch).

31. Hadena Abjecta Hb. (Hb. 539).

R. an Gräsern, in deren Wurzeln oder unter Steinen ver- steckt (R össl er).

Ein Exemplar bei Bern gefangen, welches Staudinger sah, so da SS ich es unbedenklich aufnehme.

32. Eriopus Latreiilei Dup. (Hb. 818—820). Ich habe dieser im Iliibner'schen Werke trefflich abge- bildeten Noctue in meiner Fauna nur in einer Anmerkung ge- dacht. Ich wusste also damals, dass sie Hnateck mehrfach bei Chiavenna getroffen hatte. Im Juli 1882 begegnete ihr Anderegg im Yal Yedro am Simplen und überliess mir ein schönes Exemplar. Sie wird also sicher ein paar Stunden nord- wärts auch in den schweizerschen Grenzthälern zu treffen sein.

33 Cirrhoedia Xerampelina Hb.

Ende August an Obstköder bei Bern, aber sehr vereinzelt erbeutet (von Büren-Salis).

34. Chariclea Marginata Fab. (Umbra Hnfn.) In einem Stück von Bergün (Z.).

35. Erastria Unca S. Y. A'on 'J'busis (Caflisch).

36. Erastria Venustuia Hb.

Yon Cliur, an Obstköder gefangen (Caflisch). 37- Spinterops Spectrum Esp.

Herrn E. von Büren-Salis fand im Jahre 1883 (10. Juli) die Raupe in verscliiedtMien Grössen auf Genista tinctoria im Misox bei Roveredo und Soazza. Die Entwicklung im September. Auch im Bregell auf der Strasse nach Soglio traf Caflisch Ende Juni die Raupe zahlreich.

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38. Hypena Obsitalis Hb. (Hb. 164. 165).

Die Herren Professor Hu gu en in und Custos Paul erbeuteten zu Ausgang Juli 1882 bei Locarno einige sehr ver- flogene Exemplare, welche ich nur hierher zählen kann.

39. Nemoria Viridata L. und Porrinata Z.

Zeller (in seinem Nachtrage zurBergüner Fauna) macht dar- auf aufmerksam, dass ich (ich hatte die Angaben Wilde's und Kaltenbach's benützt) die Nahrungspflanzen der Larven irrig angegeben habe, indem sich dieselben auf Nemoria Aestivaria Hb. (Strigata Müll.) beziehen.

Rössler in seinem schönen AVerke (die Schuppenflügler S. 138) erwähnt für Viridata die SahlM'eide (A. Schmid), Birke (Stange) , Crataegus (Hellins) und Calluna vulgaris (Speyer). Porrinata erzog er mit Salat, und als natürliche Nahrungspflanzen werden Cytisus sagittalis und Genista tinctoria vermuthet.

Für beide ist Stett. Ztg. 1848 S. 273 noch zu vergleichen.

40. Pellonia Calabraria Z. Bei Spino im Bergell (Caf lisch).

41. Macaria Liturata Cl. In einigen Exemplaren Ende Juni bei Bergün von Zeller getroffen.

42. Hybernia Rupicapraria Hb.

Von Chur (Caflisch).

43. Anisopterix Aceraria S. V. Von Chur (Caflisch).

44. Diastictis Artesiaria S. V. Ich konnte in meinem Buche damals diesen Spanner nur aus der westlichen Schweiz anführen. Er fand sich in den letzten Jahren auch in Graubünden bei Thusis (Caflisch).

45. Sterrha Sacraria L. (Hb. 200).

Die Raupe des schönen, für unsere Fauna neuen Thieres, dürfte nach Millière auf Polygonum aviculare wohnen.

Ein Stück (wohl aus dem Süden herübergekommen ?) fing Caflisch Nachts in Chur.

46. Ortholitha Vicinaria Dup. Ich erhielt einige sehr schöne frische Stücke kürzlich von Anderegg.

47. Ortholitha Peribolata Hb. (Hb. 471.) Vor langen Jahren, 1859 Mitte August, durch Herrn F. de Rougemont im Kanton Waadt bei Lavey gefunden.

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48. Aspilates Strijillaria IIb. Yon Clmr am Calanda und von Promontogno im Bergell, an beiden Orten durch Caflisch gesammelt.

49. Anaitis Lithoxylata Hb.

Anknüpfend an Früheres bemerke ich, dass Anderegg das Thier in den Jahren 1882 und 83 mehrfach wieder erbeutet und, wie ich vermuthe, auch erzogen hat. Männer und Weiber des reizenden Spanners verhalten sich gleich.

50. Anaitis Praeformata Hb.

Aus Raupen, welche mir Herr F. d e R o u g e m o n t freund- lichst überschickt hat (Jura von Neuchatel) erzog ich mit Arabis das schöne Geschöpf.

51. Cidaria Taeniata Steph.

Ende Juli 1882 auf der hohen Rhone in einem verflogenen Stücke von Paul gefangen.

52. Cidaria Aptata Hb., Var. Suplata Fer. (Fer. 823. 3.) Die hübsche Varietät erbeuteten schon früher R ä t z e r und später F. de R o u g e m o n t bei Dombresson und an einer anderen Stelle des Jura.

53. Cidaria Cambrica Gurt.

Einige schöne, etwas verdunkelte Stücke sah ich kürzlich aus dem Wallis (An der egg). Sie stammen wohl vom Sim- plon her.

54. Cidaria Cyanata Hb.

Mit Arabis erzog icli gleichzeitig mit Anaitis Praeformata aus der Rougemont'scben Sendung den schönen Spanner.

55. Hercyna Helveticalis H.-S. und H. Lugubralis Led. Mein verstorbener Freund, Professor Zellor, möchte sie Ix'ide als zwei Species auseinander halten. Ich habe sie ge- wiss mit grösserem Rechte vereinigt als Art und Varietät.

56. Botys Nycthemeralis Hli. liei-r l'ustos Paul traf das schihie Thier, ziemlich va- riirend, auf der Hohen Rhone oberhalb Richtersweil 2 Jahre lang im Sommer an ong(> begrenzter Stelle, aber dort häufig.

57. Botys Decrepitalis H.-S. Im Sommer 1882 von Einsiedeln (Paul).

58. Botys Olivalis S. V. Anrli v(-H der hohen Rhone (Paul). 59. Nephopteryx Albicilla H.-S. (Leucacrinella H.-S.). (H.-S. 7U). Ich sah mehi-ere E.Komplare aus dem jurassischen Faunen- gebiete. l)i(î Kopfhaare sind freilich gelblich ; doch kann es

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sich nicht um eine andere Art handeln. Von der Bechburg (lliggenbach-Stehlin) und von Crassier (P, de Loriol). Ein Stück verdanke ich R i g g e n b a c h's Güte.

60. Myelois Cirrigerella Zk. (H.-S. Fig. 67).

Zwei Exemphire, welche sicher hierher gehören, sah ich von der R i g g e n b a c h'schen Bechburg, die so viel Interessantes darbietet.

61. Eccopisa Effractella Z. (H.-S. Fig. 15S).

Yon dieser weit verbreiteten Art kamen mir Stücke aus dem Wallis (An der egg), von Crassier (P. d(» Loriol) und von der Bechburg (R ig g en b ach) zur Ansicht.

62. Homoeosoma Nimbella Z. (M.-S. 79). Zwei weibliclie Stücke, gross und dunkel, traf Zeller im Juli bei Bergün (nach der letzten nachiraglich;'!) Mittheilung).

63 Aphomia Colonella L. (Sociella L.)

An Felswänden im Juli bei Birgün (Z.). Icli besitze das Thier auch von Zermatt.

64. Teras Hippophaeana v. Heyd. Ich habe die wunderbare Variabilität des schönen Wicklers kürzlich in unserer Zeitschrift ausführlich geschildert. Es waren alles AValliser Stücke. Mögen meine Freunde in Chur bei dem dort so leicht zu erhaschenden Thicre nachsehen, ob Aehnliches oder vielleicht Xeues an den Ufern des Rheines sich vorfindet.

65. Tortrix Gerningiana S. V. Vom graubündener Weissenstein (Zeller).

66. Sciaphila Sinuana Steph. (H.-S. 100. 101 und neue Schmettoiiinge 37).

Der verstorbene Prof. Zell er traf im Juli an Laubholz ein Exemplar bei Bergün.

67. Conchylis Woliniana Schleicli (Stettiner entomol. Zeitung Bd. 29 S. 289).

An der Ostsceküsto lebt die Raupe in den Stengeln und Zweigen von Artemisia absynthium. Li den abgestorbenen Stengeln (Schleich) überwintert sie dort. Wie weit sich diese Dinge auf das Wallis übertragen lassen, weiss ich zur Zeit noch nicht. Der Falter, vom baltischen Strande uni aus dem Rheingau (A. Fuchs) bisher bekannt, fliegt im Juni.

Ich erhielt im Spätsommer des Jahres 1882 einige ;-chöne Exemplare, welche Herr Anderegg im Wallis getroffen hatte. Näheres darüber kenne ich zur Zeit noch nicht.

68. Conchylis Roseana Haw. Bei Bergün in der zweiten Julihälfte getroffen (Zeller).

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69. Doloploca Punctulana S. Y.

Ein Frühlingsexeiuplar von der Bechbiirg sah ich aus der Kiggenbach'schen Ausbeute des Jahres 1882.

70. Penthina Metalliferana H.-S.

Ein sehr schönes (selten vorkommendes) Weib fing Ende Juli auf der hohen Rohne Herr Custos Paul.

71. Penthina Hercyniana Tr.

Bisher bei uns eine sehr seltene Erscheinung. Zeller traf im letzten Drittheile des Juli um llothtannen bei Bergün ein Stück.

72. Grapholitha Infidana Hb.

Von Locarno Anfang August (Paul). Die Angabe: „im Wallis" gewinnt dadurch an Zuverlässigkeit.

73. Grapholitha Csecana Schläger. Anfangs Mai auf der Lägern bei Baden (Paul).

74. Phoxopteryx Siculana Hb. Yon Bergün am ersten ^Juni. Ein Stück aus dem Ober-

Engadin (Frey).

75. Ochsenheimeria Birdella Curt.

(H.-S. Bd. 5, S. 110, Stainton Tineina p. 22, Frey Tineen und

Pterophoren der Schweiz, S. 17., F. R. Stettiner entomol. Ztg. 1842, S. 211 ;

(Urella), von Heinemann Tineen S. 90).

Ich habe schon früher der Stelle bei H.-S. gedacht, ohne gleich dem Verfasser über die Art im Reinen gewesen zu sein. Jetzt kenne ich sie also von Zürich (Bremi-Wolff u. Frey), von St. Gallen (Täschler) und von Grassier (P. de Loriol). Die Grössenangaben, welche H.-S. erwähnt, passen indessen nicht. Larve in den Stielen von Dactylis glomerata.

76. Tinea Ignicomella H.-S.

Von Bergün ein Exemplar, Ende Juli (Z.). 77. Tinea Confusella (H.-S. 276).

Herr Landrichter Eppelsheim von Grünstadt in der Rhein- pfalz lierichtet mir, dass er von Anderegg (allerdings unter falschem Manien) zwei Exemplare dieser seltenen Art erhalten habe, welche zur Stunde noch meiner Sammlung fehlte. Bei der anerkannten Autorität meines verehrten Correspondenten nahm ich uubedenklich diese Spezies in unsere schweizerische Fauna auf. Spätei- empfing ich ebenfalls zwei Walliser sichere Stücke.

78. Hyponomeuta Stannellus Thunb. (H.-S. 351).

Raupe im ^lai au Sedum maximum des ^euenburger Jura. Dieses ist wohl neu.

Das schöne, unserer Fauna bisher mangelnde Thier findet sich im .Iura oberhalb Neuchatel häufig , ebenso im untern

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Wallis oberhalL Ht. Maurice und zwischen Martigjiy und ßo- vernier (Pli. de llougeraont, Junod).

Es unterliegt für mich wenigstens keinem Zweifel, dass die südwestliche Ecke der Schweiz für Microlepidopteren gewaltige Schätze darbietet. Allein wer hebt sie?

79. FluteÜa Annulatella Curt. (H.-S. 349. Bicingnlata).

Ein wunderschönes Exemplar erbeutete Herr Riggenbach- Stehlin auf der BecliLurg am 10. Juli und beroichertc damit unsere Fauna um eine neue interessante Art.

Eeber die Naturgeschichte wissen wir nur, dass im Rliein- gau das Thier an Levkojen („Lack"), bei Stettin an Symphytum officinale und in Enghmd an Cochlearia anglica gefunden wurde. 80. Geiechia Insularis Stgr. (Insulella v. Hein).

Das interessante Thier, vor langen Jahreiî von den Rhein- inseln des südlichen Badens durch Reutti erlxutet, erhielt ich in einem guten Exemplare von Anderegg aus dem Wallis. Der Falter fliegt am Oberrhein im Juni. Die Raupe möchte ich auf Tamarix vermuthen.

81 Hypatima Binotella Thunb

Ein Exemplar von der Bechburg 10. Juli (Riggenbach- Stehlin). Die früheren Stände sind meinem Wissen nach i.och unbekannt.

82. Oecophora Stroemella Fal).

Ein Exemplar aus dem Bergell, 188;5 durch Bazzigher. Neu für die Fauna.

83. Butalis Palustris Z.

Zwei Exonijdare, im Jahre 1SS2 durch Anderegg aus dem AYallis erhalten, kann ich nur hierher ziehen. Allein wie schwierig ist dieses Cienus!

84. Argyrestliia Conjugella (Z.).

\ (in lU'rgüii an Sorhus aucuparia (Z.). 85. Coleophora Frischella L.

Ich bin trotz aller ^iühe hier zu keinem Abschlüsse gelangt und aus Deutschland erhielt ich bei mehrfachen Bestellungen regelmässig falsch bestimmte Stücke. Ein Exemplai' , welches Riggenbach auf der Bechburg fing, könnte möglicherwei se hier- her zählen.

86 Graciiana Proteella [«'rey (V nov. spec).

Ich glaube hier eine neue, an Birken lebende Art bringen zu kiuinen nach einer Anzahl guter Exemplare, welche Auderegg erzog im Jahre 1882. Leider verunglückten ihm durch den Fall eines Spannbrettes eine grössere Zahl. Unter einer grossen Menge mir 1883 von Gamsen überschickter Birkenblätter be- fanden sich 3 Gracilarien-Gespinnste. Allein nichts kam aus, wie es denn auch Anderegg nicht besser ging. Also bin ich jetzt leider nicht weiter als ein Jahr vorher.

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Ton ansolinlicliem Ausmaass, eiueiii der grösseren Exemplare der G. Stigmatella oder einer mittleren Juglandella gleichkommend. A^on letzterer durch etwas breitere und an der Spitze mehr ab- gerundete A^orderflügel verschieden.

Bei G. Stigmatella ist der Vorderflügel zwar breiter, seine Spitze aber schärfer ausgesprochen als bei unserer Art. G. Po- ]»uletorum , der unsere m<")glicherwe!SG neue Gracilarie recht nahe kommen kann und mit welcher die grösste Verwandtschaft unter allen Arten des Genus sicher existirt, bleibt kleiner, kurz- Hügliger und mit mehr abgerundeten Vordorflügeln. Einiger- inassen im Umrisse stimmt der Vorderflügel von G. Semifascia llaw. Geben wir also eine vorläufige Beschreibung, so genau als es mein aus neun Stücken bestehendes Material erlaubt.

Fühler weiss, schwarzbraun oder fast schwarz geringelt; das wenig verdickte Grundglied ist dorsalwärts braunschwarz, unten weiss. Fehlt das lel)hafte Ockergelb des Kopfes so nimmt alsdann letzterer an der Farbe des Thorax und der Vorder- flügel Antheil, einem massigem Holzbraun, welches allmählich tiefere Färbungen bis zum tiefsten Nussbraun unserer Möbel gewinnen kann.

Die Labialpalpeu iieller oder dunkler grau , d. li. unter dem Microscope weisslich grau und bald mit mehr, bald weniger schwärzlichen Schü})pchen. Beine grau, Fussglieder weisslich, mit aufgebetteten schwärzlichen Schüppchen. Abdomen ober- wärts schwärzlich grau, unterhalb heller. Afterspitze des cf ockergelb.

Die Beschreibung der Vorderflügel unserer so w' echselnden Gracilarie ist nun durchaus keine leichte, w'ie mich meine neun Stücke lehren.

Man könnte etwa sagen : Wir haben unter der Vorder- flüg(dspitze bald mehr, bald weniger dunkelgrau werdende Franzen. Die Grundfarbe ist ein Braun, welches von dem ganz hellen Colorit schlecht gebleichter Knochen zur Eichenfarbe übergeht, und Avie schon b(>nierkt mit einem tiefen Xuss- braun bei anderen Exemj)laren endigen kann. Die Färbung der Vorderflügel wird reichlich von schwärzlichen J^unkten, Flecken und Fleckchen durchsetzt, deren Zunahme das dunkler uud dunkler sich gestaltende (Udorit anderer Stücke ergibt. Costal- und namentlich Dorsalraud pflegen in bedeutender Länge hell, d. h. weisslich oder weiss zu bleiben, letzterer in grösserer Breite, als der erstere. Hier tritt mm die schwarze ungleiche Punktirung sehr deutlich hervor. Bei einem meiner Stücke ist jedoch der Dorsalraud lebhaft ockerbraun; bei anderen Exem- ])hii'eu sind Costal- und Doi'salrand mit der Flüg(dfarbe gleich «geblieben. Füg-e ich endlich noch bei, dass am Dersah-andc

2^

häufiger in einem Drittheil der Länge ein schwarzer Längsstrich, bald kürzer, bald länger und nach zwei Drittheilen vor dem Afterwinkel noch ein schwarzer Fleck stehen kann, (aber nicht stehen muss), so habe ich, indem ich noch eines schwarzen Franzenstrahles unterhalb der Flügelspitze gedenke, alles bemerkt.

Die Unterseite der \"orderflügel tief grau, die Randpartien der äusseren Flügelhälfte lichter grau umzogen.

Hinterflügel und Franzen grau, letztere jedoch etwas heller. 87. Gracilaria Stigmatella Fab.

Auch von Bergün (Z.). Höher noch im Engadin (Frey).

88. Ornjx Insperatella Nick.

(Nickerl, Wiener entomol. Zeitschr. Bd. 8 S. 5 Tab. 5 fig. 12.)

Ich besitze das zierliche, bisher seltene, von Böhmen be- kannte Thierchen in einem Stücke aus der Ostschweiz, wohl aus dem Kanton St. Gallen.

Nickerl's Abbildung ist sehr getreu. Die Beschreibung mit Herbeiziehung bekannter Arten dürfte sich einer Wieder- holung lohnen.

Körper gedrungener als bei der vorwandten 0. Guttea Haw. Der Stiruschopf lebhaft orangegelb, ohne schwärzliche Haar-Einmischungen.

Die Grundfarbe der Yorderflügel ist, wenigstens für mein Auge, nicht dunkel erz-olivengrün, sondern rein schwarz, tiefer als bei 0. Guttea, dem Colorit der 0. Pfatfenzellerie Frey gleich.

Die weissen Zeichnungen blass, aber deutlich metallisch silbern, sowie etwas stärker glänzend, als bei 0. Guttea, aber bei weitem nicht den Glanz der 0. Ffaflfenzellerie gewinnend, Noch am nächsten steht ihr Met:il!glanz demjenigen der O. Interruptelle Zetterst. Ihre bildliche Darstellung bei Nickerl ist übrigens vortrett'lich und au'^h die Unterseite stimmt voll- ständig mit derjenigen meines Stückes.

Das böhmische Exemplar wurde am 11. Mai um Cornus sanguinen von Pokorny im Parke von Weltriis gefangen. Wovon lebt die Raupe ? An Cornus wohl sicherlich nicht.

89. Elachista Stabilella Sta.

Zwei schöne männliche Exemplare erhielt ich aus dem Wallis von Anderegg.

90. Nepticula Mespilicola Frey. Als Mine von Zeller und Frey bei Bergün sicher getroffen.

91 Amblyptilia Acanthodactyla Hbn. Ueberwinterte Stücke von Bergün (Zeller). Mein verstorbener Freund wollte sich grundsätzlich nie überzeugen lassen , dass Acanthodactyla Hbn. und Cosmodactyla Hbn. verschiedene Spezies seien. Trotzdem hatte er Oxyptilus Hieracii und Pilosellae, als différente Arten aufgestellt! Sonderbare In- consequenz !

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Die Syrichthi der Alveus-Gruppe

sind immer noch, trotz den Versuchen so vieler Entomologen, das Kreuz der Systematiker. Unter Hinweisung auf Frey Lep. d. Schweiz S. 50 möchte ich hier möglichst kurze Diagnosen aufstellen, die wenigstens dem Sammler zur vorläufigen Orientirung unter seinem Material dienen worden.

Die Trennung von zwei Arten (Alveiis Ilübn. und Serra- tidae Ramb. bei Stand. Cat. S. 33) ist sicherlich unhaltbar: alle Unterschiede lauten auf ein Mehr oder Minder hinaus.

Syrichthus Alveus Hübn.

A. Macula basilaris alarum post. infra saepius ceteris raaculis juncta, antennis saepius rufis.

1. var. Onopordi Rambur.

Maximus, variegatus, infra pallidus. Algerien und Basses-Alpes ; bisher nicht in der Schweiz.

Forma maxime meridionalis.

2. var. Oirsii Eambur.

Minor, variegatus, infra rubicundus, venis distinctis Taren, Wallis! Forma reg. calidior.

3. var. Fritillum Ochs.

Supra maculis albidis numerosis et latis notatus.

Forma planitiei.

4. var. Al?eo-T.vpus.

Major praecedente, supra maculis minoribus. AI. post. infra sequenti dilutiores.

Forma montana.

5. var. Carliiiae Rambur.

Supra maculis parvis notatus , infra obscure griseo- viridis. Forma subalpina.

Diese 5 var. bilden eine Reihe von der stärkstentwickelten südlichen zur verdüsterten schwach gezeichneten Bergform.

B. Macula basilaris alarum post. infra saepius sejuneta. An- tennis fuscis.

1. var. Serratulae Rambur.

Dilutior, supra maculis albidis conspicuis.

Form,a moniana.

2. var. Caecus Freyer.

Obscurior, supra maculis minimis aut fere nullis.

Forma subalpina (Tarasp etc.)

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II. Spilothyrus Altheae Hb. var. Baeticus Rambiir. Marrubii H. S.

Bei der alten Kirche von Vex im Eingang des Eringer- thals in Wallis, bei ca. 1200 m. , beginnt trotz der immer noch bedeutenden Höhe die südliche Fauna und Flora. Einige Meter höher sind die ersten Weinberge, und Centaurea valesiaca, Asperula longiflora , Hieracium lauatum , Astragalus Onobry- chis, Bromus squarrosus etc. treten auf;- ebenso Satyrus Cordula, Epinephele Lycaon etc. An einer Stelle befindet sich eine massenhafte Vegetation von Marrubium vulgare und Onopordon Acanthium , welche im Vereine mit den weissen Artemisien der Scene ein ganz spanisches Gepräge verlieh. Gerade hier, vieleicht 100 Schritte vor dem Eingang des Kirchhofes, fieng ich anf. August 1883 ein sehr schönes und deutlich charakterisirtes Q des genannten südlichen Spilothyrus, der sich vom Typus, wie er im Tessin und in unsern nördlichen Alpen nachgerade an so vielen Stellen gefunden ist (Lugano, Gryon! Engelberg! Zürich), durch kürzere, breitere Flügel, buntere, hellere Färbung, breitere weissliche Fransen und grössere weisse Bänder auf dem Hintertlügel unterscheidet und doch w^ohl auch eine Species, keine blosse Abänderung sein wird. Das Walliser Exemplar ist schöner und ausgeprägter als eines aus Spanien (c. Huguenin).

III Erebia Nerine Freyer. Exemplar aus der Schweiz, von den Felsen des Sal- vatore, brachte im August 1888 Hr. Fastor Monnior von St. Quentin frisch zurück.

IV. Erebia Eriphyle Frey er.

Diesen Fiilter hat Hr. F. Riggenbach in der dunklern, centralalpinen Modification (siehe meine Darstellung in Mitth. YI. 5.) in einem etwas geflogenen 5Q ^'^^^ Davos zurückgebracht.

Der Güte des Herrn J. E. Rothenbach Sohn verdanke ich die Originalaufzeichnung des Entdeckers, des verstorbenen Rothenbach Vater, über sämmtliche, von ihm beobachtete Vor- kommnisse dieses Falters. Ich theile dieselbe hier auszugs- weise mit :

16. Juli 1830 und 24. Juli 1831: Fuss der Furka C.Wallis rechts dem Rhonegletscher von unten herauf bis zum ersten Brücklein einige, über Farrenkraut schwebende.

26. Juli 1854 daselbst: 9 5 und 1 Ç.

25. Juli 1831: Ain Aarbodenthal am rechten Aarufer an steinigem Abhang, wo auch Farrenkraut wuchs, ca. '/j Stunde vom Spital entfernt, einige wenige.

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13. Juli 1834: Am Gemmipass im C.Bern '/* bis •/, Stundo unterher der "Walliser Alp "Winteregg an einem sonnigen, nacii "Westen gelegeneu Abhang, unser Zwei zusammen ca. 40 Stück ; ebenda auch einige wenige am westlichen Abhang bei Schwareu- bach-Rathhaus, oberher desselben. Nachher nie mehr da.

19. Juli 1836: 19 5 1 9.

2. und 3. August 1853. 6 ^ 6 Ç.

3. August 1845: Grimsel zwischen der kleinen und grossen Böglibrücke, am sonnigen, östlichen Abhang 1 ErijjJiyle; und

25. Juli 1854: 18 5 und 5 Ç.

30. Juli 1854: Fuss des Bernhardin's gegen das Hinter- rheinthal auf den untersten Strassenzickzack 1 5 und 4 Ç.

Sonach erstreckt sich, wenn wir eine Angabc Müllers von Stelvio hinzunehmen, das Vorkommen dieser Art so ziemlich durch unser ganzes östliches und centrales Alpengebiet, und es würden sich ohne Zweifel durch spätere Beobachtung die Lücken zwischen den heute bekannten Standorten noch wesent- lich ausfüllen lassen, Dr. Christ, Basel.

Ueber zwei homonym benannte Arthropoden-

Gattungen.

Yon Dr. G. Haller in Zürich.

Im Jahre 1781 beschrieb der Däne Müller in seinem Fundamentalwerke über "Wassermilben: „Hydrachnae, quas in aquis Daniae palustribus detexit, describsit, pingi et tabulis XI aeneis incidi curavit Otho Fridericus Müller Lipsiae apud Sieg- fried Lebrecht Crusium" eine Gattung der Hydrachniden als Hydrachna. Es lag kein Grund vor den jS amen fallen zu lassen und haben ihm daher alle spätem Monographen in der Benen- nung dieser häufigen und auffallenden Bewohner unserer stag- nanten Gewässer gefolgt.

1801, mithin volle 20 Jahre später belegte Fabricius, ge- stützt auf eine gleiche Ableitung wie Müller, nämlich von l'ôtoQ Wasser und uoayvr Spinne eine Gattung der "Wasserkäfer (Syst. El. I 1801 p. 255) mit dem homonymen Namen Hydrachna. Dasselbe Genus wurde später von Latreille als Ilygrobia be- schrieben, wogegen Schönherr den Namen Polibius gebrauchte.

Um Irrungen zu vermeiden ist es aber in der wissen- schaftlichen Nomenclatur unzulässig zwei Gattungen mit ein und demselben Namen zu belegen. Es pflegt dieses Yersehen

aber nicht selten trotzdem vorzukommen. Man hilft sich dann damit, dass man dem altern Namen das Prioritätsrecht zugesteht und der namenlos gewordenen Gattung ein neues Synonim schafft oder wo ein solches schon vorhanden, wie in gegebenem Falle dasselbe an Stelle des entzogenen Gattungsnamen stellt.

In obigem Falle besitzt nun augenscheinlich die Wasser- milbengattung das Erstlingsrecht für ihren Namen und ist der- selbe beizubehalten. Es muss daher als unrichtig bezeichnet werden, wenn z. B. Gemminger und Harold in ihrem „Catalogus Coleopterorum hucusque discriptorum etc. Monachii 1868 Tom. II pag. 427", an dem homonymen Namen des Dytisciden- Genus festhalten. Man hat denselben vielmehr mit der La- treille'schen Benennung Hygrobia zu ersetzen.

lieber Aberrationen, Varietäten und Arten einiger exotischen Cetonien.

Von Dr. G. Haller z. Z. in Bern.

Bei vielen Insekten ist der Variation in Zeichnung, Farbe und Grösse ein solcher Spielraum gelassen, dass man sich bei einzeln herausgegriffenen Gliedern der Kette versucht fühlt, an verschiedene Arten zu denken. Frappante Beispiele dieser Art sind z. B. was die verschiedenartige Grösse anbelangt Sipalus mesimensis und Odontolahis dux, wogegen uns durch Calandra ferruginea die Varietät der Zeichnung in vortrefflicher Weise illustrirt wird. Von allen drei Thieren liegen mir grosse Reihen der verschiedensten Varietäten vor. Die Gefahr, auf ungenügende Merkmale neue Arten zu gründen liegt namentlich für den Liebhaber nahe und gestehen wir es uns nur ein es ist auch in dieser Beziehung in der Entomologie schon viel und oft gesündigt worden. Es bedarf zur Beschreibung neuer Arten vielmehr stets eines grossen Vergleichmateriales , wobei sich nicht selten ergeben wird, dass sich die abweichendsten Zeich- nungen durch stufenweise Entwicklung aus der Grundform her- leiten lassen. Wir sprechen dann von Aberrationen oder bleiben die Zeichnungen konstant, von Varietäten. Erst wenn sich die Verschiedenheiten durchaus ohne Entwicklung aus andern her- stellen, oder durch tiefer gehende Verhältnisse begleitet sind, ha-ben wir es mit einer neuen Art zu thun. Dieses sind un-

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gefähr die Gedanken, welche sich mir beim Durchmustern einer grossen Reihe von Cetonien aus Sumatra und von den Philippinen aufdrängen.

Starken Schwankungen in der Zeichnung unterliegt zu- nächst Cdonia anovittata (Jhevr., an welcher wir vorerst das Hals- schild in's Auge fassen. Die typische Grundform zeigt uns in der Mitte desselben zwei hell gelblich weisse, einander genäherte Punkte. Unter den dreissig mir vorliegenden Exemplaren zeigt etwa ein Fünftel abweichendes Yerhalten und zwar nach zwei Richtungen hin : A. Bei einer Aberration verlängern sich die Punkte nach vorne hin in winzige Striche und treten dadurch als nach hinten verbreiterte Keilfleckchen auf, (zwei Exemplare). B. Bei der zweiten Aberration treten zuerst kaum sichtbar nach hinten von den Punktfleckchen kleine weisse Körnchen auf, welche sich beim zweiten Individuum verdoppeln und bei dem dritten und vierten zwei deutlich ausgesprochene , aber durch Lücken unterbrochene feine Linien bilden, welche von den Punktfleckeu aus divergirend nach hinten bis an den Rand des Halsschildes verlaufen. Diese beiden letzteren Individuen verdienen augen- scheinlich schon den Rang einer Yarietät, welche ich als var. signata benennen würde.

Noch grössere Unbeständigkeit bezeugt die erste der beiden kurzen gelben Binden in der Mitte der Flügeldecken. Die typische Grundform zeigt dieselben als einfache, nach hinten mondförmig gebogene Strichelchen. Unabhängig vom Verhalten der Halsschildpunkte aberirren dieselben nun bei nahezu der Hälfte der dreissig Exemplare. Bei einem Exemplare ist sie nämlich auf der rechten Seite verdoppelt. Bei einer grossen Anzahl löst sie sich immer mehr in einzelne Punkte auf, die anfänglich reichlich stehen, bald aber an Zahl abnehmen, bis sie endlich bei drei auf winzige Körnchen reducirt und bei eben so viel ganz verschwunden sind. Diese letztern sechs Exemplare könnten als var. mo)iovittata von den zweibindigen unterschieden werden. Es kann diese Unterscheidung um so leichter getroffen werden, als beide Abweichungen von mir noch nicht an ein und demselben Exemplare getroffen worden sind.

Ist es mir leicht gelungen, diese Varietäten auf die Grund- form zurück zu führen, so kann dieses mit zwei tief sammt- schwarzen Exemplaren absolut nicht geschehen , welche der Cetonia anovittata beigesteckt waren und ihr auf den ersten Blick auch etwas ähnlich sehen. Ich habe in der zahlreichen Cetonien-Litteratur umsonst nach einem Anhaltspunkte gesucht, dass dieselben schon beschrieben worden wären. Es scheint im Gegentheile, dass dieselben bisher mit der vorangegebenen Species verwechselt worden sind. Ich besitze von jeder nur

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ein einziges Exemplar und kann sie daher nur mit Vorbehalt als neue Art aussprechen. Es wird mir daher genügen, dieselben einstweilen geschildert und die Entomologen darauf aufmerksam gemacht zu haben.

Cetouia apunctata Nov. Spec.

Oben sammt- und tief schwarz , unten mit Metallglanz und gelb bewölkt. Halsschild mit schmalem gelbem Saum aber ohne mittlere Flecken oder Körnchen. Flügeldecken am Aussen- rande mit vier gelben Fleckchen, deren vordere klein und punkt- förmig, einander mehr genähert als die hinteren etwa drei mal so grossen und halbmondförmigen ; längs der Innennnaht mit drei kleinen inselförmigen Fleckchen, deren letztes das kleinste ihrem inneren Ilande dicht anliegt. Pygialschild am oberen Rande mit vier grossen, den hinteren Flügelrändern dicht anliegenden etwa dreieckigen hellgelben, nahe und seitwärts von der Spitze mit zwei kleineren Fleckchen. Anordnung der gelben Flecken an der Bauchseite, Grösse und Gestalt sonst mit anovittata übereinstimmend.

Cetonia vermifer Nov. Spec.

Kaum merklich grösser als anovittata. Farbe oben tief sammtschwarz wie bei voriger. Unterseite metallglänzend und in ähnlicher Weise mit gelben Flecken besetzt. Halsschild mit schmalem gelbem Saum und deutlichen mittleren gelben Punkt- flecken. Flügeldecken in charakteristischer Weise gezeichnet. Längs des Aussenrandes bemerken wir zunächst zwei ähnliche gelbe Punktflecken, wie bei der vorigen Art, deren erster aber verdoppelt ist. Es folgen sodann in gleichen Abständen zwei kurze nach einwärts zugespitzte Binden. Auf der Mitte der Flügeldecken etwas nach hinten von der Schulter stehen ferner in einer schrägen Linie, welche mit derjenigen der gegenüber- liegenden Seite nach vorn divergirt , zwei einfache und rund- liche Körnchen. Hinter diesen entspringt an der Mitte des Innenrandes eine nach vorne gebogene wurmförmige kurze Binde, in einem Abstände von ihrer eigenen Länge folgt nach hinten ein zweites nach rückwärts gebogenes und merklich kleineres Paar, endlich ganz am Hinterrande der Flügel ein kleiner der Mittellinie anliegender Punktfleck. Auf dem Pygialschilde sehen wir schliesslich der Mittellinie genähert zwei dicht am Rande des vorhergehenden Segmentes breit beginnende , nach hinten verschmälerte und wurmförmige Bänder. Nach aussen von ihnen am Seitenrande des Pygialschildes und von dem

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Rande des vorhergehenden Segmentes deutlich getrennt liegt ein grosser ungefähr dreieckiger Punktflecken.

Geringeren Variationen unterliegen Cetonla suhviridis Newni. und Jernißinea (rory et l\n'ch, bei welchen beiden indessen die verschiedenen Punktfleckon in ihrer Intensität noch manigfache Aberrationen zulassen, die kurzen Binden dagegen so ziemlich unverändert bleiben. Am konstantesten in Beziehung auf ihre Zeichnung erweist sich die schöne hifenestrata CMievrol, welche dagegen in der Grösse vielfachen Schwankungen unterworfen ist. Ganz auffallend ist ferner die Konstanz von Cetonia matidarinea Weber aus China, von welcher ich circa 50 Exem- plare erfolglos auf Varietäten oder Aberrationen untersuchte. Anders verhält sich wiederum Cetonia Guerini Eydoux, welche unter vierzig untersuchten Exemplaren an etwa der Hälfte Aberrationen erkennen lässt, welche sich bei vier oder fünf zur vollständigen Weisscheckigkeit steigert.

Zugleich mit circa 20 Exemplaren von Cetonia subniridis Newm. erhielt ich (leider nur) ein einziges Individuum (üner hübschen durcli Rückbildung sämmtlicher Binden in Punktflecken ausgezeichneten Ai't, welclie mir <'benfalls neu zu sein seheint. Icli entwerfe daher unter Vorbehalt des Irrthumes, gleich wie icli es für die beiden anderen Arten that, eine kurze Beschreib- ung um wenigstens darauf aufmerksam gemacht zu haben.

Cetonia pauperata Nov. Spec.

Von der Grösse und Gestalt der siihviridis^OAwn., ihr auch in der Färbung einigermassen gleichend. Bei genauer Vergleichung unterscheidet sie sich aber schon durch die mehr bläulich-grüne Sammtfarbe der Oberseite und den mehr erzgrünen Metall- schimmer der Bauchfläche. Die Vertheilung der gelben Flecken an der Unterseite ist aber die nämliche , als bei der vorigen.

Dagegen fällt die verschiedenartige Zeichnung leicht in's Auge. Der Halsscliild zwar zeigt den nämlichen schmalen Randsaum, die nämlichen Mittelttecken wie bei suhviridis. allein wir vermissen auf der Oberseite der Flügeldecken die kurzen mondförmigen Flecken, an deren Stelle einfache Punkt- flecken stehen, deren hintere gar nur auf ein einfaches, winziges Körnchen reducirt sind , das dritte Paar am Hinterraude fehlt ganz. Am Aussenrande der Decken nur drei Paare einfacher Funktflecken, von welchen nur der mittler(> Xeigung zur Ent- wicklung zu einer kurzen Querbinde zeigt. Auf dem Pygial- schilde vier dem llinterrande des vorhergehenden Segmentes genäherte grössere Flecken, deren mittlere eine kurze ])unkt- förmige Verlängerung nach hinten zeigen.

Uittheilungen der Schweiz, entom. GeseUschaft. Bd. 7. He<t 1. ■i

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Soll ich nun noch einmal den Zweck vorliegender Mit- theilung zusammen fassen, so war es weniger meine Absicht neue Arten zu beschreiben und mit dauernden jS^amen zu ver- sehen. Dazu fehlt mir momentan die vollständige zerstreute Litteratur. Yielmehr wollte ich, da niir gerade von verschiedenen Arten eine grosse Eeihe von Individuen vorlag, an einigen Beispielen zeigen, dass maii mit der Besehreibung neuer Arten äusserst vorsichtig zu Werke gelien und diese namentlich erst nach Prüfung einer grossen Anzahl derselben ausführen muss, anderer Seits aher dass gerade diese Yergleichung, wenn sie auch zeitrauhend und mühsam ist, zur Kenntniss einer nicht unbeträchtlichen Anzahl noch unbeschriebener Formen führen wird.

lieber die Gruppirung der Insekten-Ordnungen.

Ton Gustav Schoch.

Die heute zurechtbestehende Gruppirung der Ordnungen der Insekten will einen nicht recht befriedigen; sei es, dass wir die Metamorphorse als maassgebendes Critérium aufstellen, sei es, dass wir die Gestaltung der Fresswerkzeuge als leitendes Princip festhalten. In beiden Fällen legen wir auf ein durch Anpassung erworbenes Element zuviel Werth, und müssen da- neben die Gesammtsumme der andern trennenden Merkmale in den Hintergrund stellen. Gruppiren wirdielnsekten-Ordnungen nach Burmeisters Vorschlag nach der Metamorphose, so reissen wir zwei engverwandte und gewiss durch Uebergangsformen direkt verbundene Ordnungen auseinander, die Neuropteren und die Orthopteren , (inclusive p s eudoneur optera) , gruppiren wir sie, dem Vorschlag Fabricius folgend, mit Häckel, nach den Mundwerkzeugen, so wird die Stellung der Schnabelkerfe einerseits, die der Immen anderseits eine ganz isolirte, jeden- falls eine unnatürliche. Es scheint uns nun ein anderes Moment für die Ordnungsgruppirung ein besseres Merkmal zu liefern, ein Moment, das schon bei der Abtrennung der Articulata von dem Cuvier'schen Kreise der Ringelthiere {Annulata) in Betracht gezogen wurde, wir meinen die Bildung des Thorax.

Die Gliederthiere wurden nämlich von dem Kreise der Ringelthiere nicht sofort wegen der gelenkig inserirten seitlichen Segmentalanhänge abgetrennt, als vielmehr wegen der grossem

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Diffcrenzirung einzelner Scgmenfgruppcn zu morphologisch und physiologisch ganz verschiedenenKörperpartieen. Für die Insekten- klasse ist die Dreitheilung des ganzen- Leibes in Kopf, Thorax und Abdomen als maassgebend festgestellt worden. Diese Drei- theilung erreicht aber in den verschiedenen Ordnungen einen sehr verschiedenen Grad der Ausprägung, und ist in vielen Larvenformen wieder ganz verwischt. Es will uns bedünken, dass eine möglichst natürliche Aufeinanderfolge der Ordnungen der Insekten am bequemsten erreicht würde, w^eun wir diejenigen Insekten als die höchstentwickelten hinstellten bei denen jene Dreitheilung den höchsten Grad der Ausprägung erlangte, indem die drei Thoracalringe, die Träger des locomotorischen Apparates, durch möglichst vollkommene Verschmelzung den grössten Gegen- satz zu den Abdominalsegmenten bildeten: w^ährend diejenigen Ordnungen mit gesonderten Thoracalsegmenten offenbar als eine niedere Stufe der Entwicklung des im Insektenbau repräsentirten Principes zu betrachten wäre. AVir erhielten somit etwa folgende Gruppirung, die sow^ohl den effectiven Aehnlichkeiten, als auch dem geologischen Alter der einzelnen Ordnungen am Besten entsprechen würde.

IL Höhere Insekten:

Zygotlioraca. \. Ord. Ilymenoptera.

2. Diptera.

3. Lepidoptera.

I. î^iedere Insekten: ScJäzothoraca.

1. Ord. Aptera.

2. Orthoptera. 8. Dictyoptera

(Pseudoneuroptera).

4. Neuroptera.

5. Coleoptera. (i. Rhynchota. |

Die höhern Insekten (Zygothoracaj scheinen sich erst in der für die heutige Lebenswelt so ausserordentlich wichtigen Jurassischen l^eriode von unbekannten Aesten der Neuropteren- ordnung abgezweigt zu haben , zuletzt, erst in der Teritärzeit, die Schmetterlinge. Ueber die geneologischen Verhältnisse der niedern Insektenordnungen zu einander lassen sich vage Ver- muthungen aufstellen ; wir wissen nur, dass zuerst in der Stein- kohlenperiode ausschliesslich Kaukerfe auftraten , Dycüo'ptera, Orthoptera und Coleoptera, bald nachher auch Neuroptera; wie aber die saugenden Schnabelkerfe mit diesen Ordnungen zu- sammenhängen, oder ob sie wa>hl neben den Kaukerfen einen getrennten Ursprung von den Urinsekten nehmen , wie dies Lubbock vermuthet, darüber kann man keine berechtigte Hy-

a6

pothese aufstellen. Der Staiiiiiibaum der Insekten möchte sich daher etwa folgendermaasseu <^estalten :

Lepiduptera.

Hyuieiiuptera.

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Uiptera.

Culeoptera.

Neuroptera.

Khynchota.

A])tera.

Archiptera

Crustacea.

Beschreibung einiger neuer Rüsselkäfer.

Von Dr. Stierlin in Schaffhausen.

iW^ylacus Reitteri ni.

Niger, siibmetallicns, antennis, tibiis, tarsisqne rutis, elytris Dvatis, tenue pubescentibus ; rostroconico,capitislongitudine,antice dilatato et triangulariter impresso, capiteque evidenter subremote punctatis ; Scrobe profunda, brevi ; oculis modice prominulis, an- tennarum scapo leviter incurvo, funiculi articulo secundo primo

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paulo breviore, externisglobiformibus; thoracelougitudine diraidio latiore, antico attenuato, lateribus modice roduntato, evidenter subroiiioto j)unctato; elytris ovatis, supra subplanis, fortiter seriatim punctatis, fomoribus rauticis, tibiis rectis.

IjOiig. 3 mm. Syrien.

Dom 31. Senaci und turcicas am nächsten, von Senaci durch behaarten Körper von M. turcicus durch feinere Behaarung, weniger hoch hinaufragende Fühlerfurchen, gröbere, zerstreutere Punktirung und geringere Grösse verschieden.

Die Pt(;rygien sind sehr deutlich, der Rüssel etwas längs- runzlig punktirt, die Augen ziemlich vorragend, die Flügeldecken grob gereiht punktirt, mit flachen Zwischenräumen, fein und dünn, ziemlich anliegend behaart. Von Hrn. Reitter eingesendet.

Mylacus ^raecus m.

Castaneus, antennis pedibusque ferrugineis, indumento tenui de])ressü adspersus, ro^tro apice non dilatato, subconico capiteque sutilissime, subremote punctulatis, hoc non sulcato, antennis sat validis, scapo curvato, funiculi articule 2" primo paulo breviore, oculis modice prominulis , thorace longitudine dimidio latiore, antrorsum attenuato, elytris breviter ovatis, subtiliter punctato- striatis, pedibus sat fortibus, femoribus muticis.

Long. 2 mm. Morea.

Eine der kleinsten Arten, Halsschild spärlicher und feiner punktirt als bei rotimdatus, Rüssel nicht gefurcht.

Dunkelbraun, nicht metallisch glänzend, Fühler und Beine rostroth, mit feiner, grauer, anliegender Behaarung, wuîlche die Grundfarbe nicht verdeckt. Rüssel kurz, schmaler als hoch, fast konisch, vorn nicht erweitert, mit sehr schwachen Pterygien, fein zerstreut punktirt, Fühlerfurchen grubenförmig , nicht bis zur S])itze reichend, Fühler ziemlich kräftig, das 2. Geisselglied etwas kürzer als das 1., die äussern breiter als lang, die Keule gross ; Halsschild um die Hälfte breiter als lang, seitlich etwas gerundet, vorn viel schmaler als hinten, sehr fein zerstreut punktirt, Flügeldecken etwas flach, oval, massig fein punktirt gestreift. Zwischenräume breit und flach, undeutlich punktirt, Benno ziemlich kräftig, Schenkel ungezähnt. Von Hrn. Reitter eingesendet.

Otiorhyuchus Ludyi.

Oblongus niger, pedibus rufopiceis, squamulis submetallicis, rotundatis dense tectus, rostro capito paulo longioro, lato, lato impresso carinulaque obsoleta instructo, antennis sat validis fu- niculi articulo 2 primo dimidio longiore, externis transversis, scrobe punctiformi, thorace latitudiue vix longiore, lateribus mo-

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dice rotiindato, basi apiceque fere aeque lato, confertim granu- lato, subtiliter canaliciilato, elytris latitudine fere duplo longioribus, punctato-sulcatis, interstitiis striis latioribus, convexis, seriatim obtuse graniilatis obsoleteque setosis, femoribus inuticis.

Long. 72. mm. Lat. 3 mm. Bosnien.

Kürzer als chrysonus, durch das längere 2. Geisselglied von ihm und den andern Arten der Rotte verschieden. Die Flügeldecken sind etwas breiter und kürzer als bei chrysonus.

Schwarz mit röthlichen Beinen, dicht mit gelblichen, etwas metallischen runden Schüppchen bedeckt , Eüssel etwas länger als der Kopf, mit breiter, seichter Furche und in derselben mit feinem, undeutlichem Kiel, Fühlerfurche nicht verlängert, eine ovale Grube bildend, Augen gross und flach, die Stirne viel breiter als der Rüssel bei den Fühlergruben, Fühler kräftig, das 2. Geisselglied 1"2 "^^^ so lang als das 1., die äussern quer, Halsschild kaum länger als breit, seitlich massig gerundet, vorn sehr wenig schmaler als hinten , gewölbt, dicht , massig stark gekörnt, mit feiner Mittelfurche, Flügeldecken P/j mal so lang als breit, mit abgerundeten Schultern, kräftig punktirt gestreift, die Zwischenräume breiter als die Streifen, gewölbt mit einer schwer sichtbaren feinen Borstenreihe. Schenkel ungezähnt.

Otiorhynchus terrifer m.

Ovatus, niger, squamulis ovalibus brunneis dense tectus, setulisque erectis modice vestitus, rostro piano, capite non longiore, antennis brevibus, funiculi articulis 2 primis aeque longis, externis transversis, thorace magno, rotundato, subcari- nato, fortiter punctato, elytris thorace IV4 longioribus, breviter ovatis, subpupillato-puuctatis, femoribus muticis.

Long. 6 mm. Lat. 3 mm. Caucasus.

Dem Otiorliynclms raucus täuschend ähnlich in Grösse und Gestalt, aber die Flügeldecken sind tiefer gefurcht und mit Borsten besetzt.

Schwarz, bräunlich beschuppt, dieFlügeldeckenmitBorsten- reihen, Rüssel kurz, eben, an der Spitze eingedrückt, Fühler kräftig, Fühlerfurche nicht verlängert, sondern nur eine ovale Grube bildend, Halsschild gross, seitlich stark gerundet, nach vorn mehr als nach hinten verengt, wenig breiter als lang, Flügeldecken kurz oval, P 4 mal so lang und nicht viel breiter als das Halsschild, mit Reihen pupillirter Punkte und fast ebenen Zwischenräumen. Beine kräftig.

In die 14. Rotte, hinter venustus zu stellen.

Otiorhyuchiis quadrato-punctatus m.

Oblongo-ovatus, niger, squamulis minutissimis luteis parce inaequaliter adspersus, rostro capite parum longiore, lato, piano

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vel obsolete late impresso subtiliter carinulato, antennis brevius- culis, f'uniculi articule )i° primo dimidio longiore, scrobe brevi, foveitbrini , thorace latitudine breviore, lateribus modice ro- tuiidato, subremote subtiliter graniilato, elytris breviter ovatis, latitudine tertia parte longioribus, thorace duplo latioribus, punctato-striatis, punctis quadratis, interstitiis angustis, alternis paulo elevatioribus, siibtiliter granulatis et setosis, femoribus muticis.

Long. 7 T'/i mm. Lat 4 mm. Caucasus. Von Hrn. Reitter eingesendet.

Dem Otiorhynchus obtusus am nächsten, viel breiter als dieser, Rüssel kürzer, Flügeldecken tiefer puuktirt gestreift;, von Otiorhynchus Kuenhurgi durch schwächer gekielte Zwischen- räume der Flügeldecken, von Bohemanni durch viel stärker vortretende Schultern verschieden.

Schwarz, mit sehr kleinen, rundlichen oder ovalen, gelb- lichen Schüppchen fleckweise besetzt, Rüssel kurz und breit, eben oder schwach eingedrückt und mit sehr feinem fast un- deutlichem Mittelkiel versehen. Fühlergruben kurz, grubenförmig, Fühler kräftig, ziemlich kurz, das 2. Geisselglied um die Hälfte länger als das 1., die äussern kugelig; Halsschild wenig breiter als lang, seitlich schwach gerundet, hinten wenig breiter als vorn, die Hinterecken rechtwinklig, oben mit kleinen Körnern nicht dicht besetzt und mit schwacher Mittelfurche ; Flügel- decken ziemlich kurz oval, etwa ^ 3 länger als breit und doppelt so breit als das Halsschild, mit Streifen grosser, aber seichter viereckiger Punkte, die Zwischenräume der Punkte sowohl wie die der Streifen sehr schmal, von letztern die abwechselnden erhabener und mit einer schwachen Borstenreihe besetzt, Schenkel ungezähnt. Schienen gerade.

In die 16. Rotte, bei obtusus einzureihen.

Otiorhynchus (Arammichnus) Pipitzi m.

Oblongo-ovatus, piceus, antennis pedibusque dilutioribus, rostro longitudine capitis, angusto, parce evidenter punctato, scrobe brevi, funiculi articule 2" primo paulo breviore, fronte latitudine oculi, thorace longitudine \\ latiore, lateribus modice •rotundato, in disco rude subremote punctato, lateribus granulato, elytris ovalibus, subtiliter seriatim punctatis, interstitiis subti- lissime uniseriatim punctatis, posticc tuberculatis , femoribus muticis.

Long. 5 mm. Lat. 22/3 mm. Erzorum.

In Grösse und Gestalt einem Otiorhynchus velutinus ähn- lich, durch die grobe Punktirung des Halsschildes und die hinten grob gekörnten Zwischenräume der Flügeldecken verschieden j

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dem 0. Coyi am nächsten und neben ihm einzureihen , durch die grobe Punktirung des Halsschildes, dessen Punkte viel gröber sind, als die der Streifen der Flügeldecken, verschieden. Der Rüssel ist schwach gekielt, die Augen flach, die äussern Goissel- glieder der Fühler quer, das Halsschild ist auf der Scheibe grob zerstreut punktirt, seitlich gekörnt, mit ganz kurzer, vorn und hinten stark abgekürzter glatter Mittellinie.

Otiorhynchus (Arammichims) Brisouti m.

Oblongo-ovatus , ater, pedibus rufis, rostro capite fere breviore , tereti, antennis sat gracilibus , funiculi articulo 2" primo fere breviore, scrobe ad oculos prolongata, oculis planis, thorace valde rotundato , longitudine paulo latiore , maxinia latitudine in medio, antice paulo angustiore quam basi, confer- tim rude punctato, elytris punctato-striatis, interstitiis planis breviter setulosis, femoribus muticis.

Long. 6 mm. Lat. 2' o mm. Algier. Yon Herrn Cîharles Brisout eingesendet.

Die Punkte des Halsschildes sind gleich gross, wie bei planitJiorax , stehen aber viel dichter und das Halsschild ist vorn wenig schmaler als hinten, bei planithorax viel schmaler; dem Annihali am nächsten, etwas grösser, das Halsschild seit- lich stärker gerundet und feiner und dichter punktirt.

Otiorliynchus (Touruieria) subsqiiamulatus m.

Oblongo-ovatus, piceus, parce maculatim flavescenti-squa- mosus, subtiliterque parce pilosus; rostro longitudine capitis, lato, carinulato, obsolete bisulcato, antennis brevibus, funiculi articulo 2" primo dimidio longiore, externis rotundatis, thorace longitudine paulo latiore, lateribus parum rotundato, confertim ruguloso-punctulato, oculis minutis, parum prominulis, laterali- bus ; elytris ovatis, tenuiter punctato-striatis, interstitiis latis, obsolete rugulosis, femoribus auticis dente valido, acuto armatis, posticis obsolete dentatis.

Long. 5' 2 mm. Lat. 2V2 mm. Caucasus. \'on Herrn Reitter eingesendet.

In Grösse und Gestalt dem 0. Lederi am nächsten, durch schmaleres Halsschild und gezähnte Yorderschenkel verschieden.

Braun mit etwas helleren Schienen, Rüssel breit, schwach eingedrückt mit feinem Kiel, von der Stirn durch einen schwachen Quereindruck getrennt, schwach längsrunzlig, Fühler dünn, das 2. Geisselglied um die Hälfte länger als das L, Fühlerfurche verlängert, nach oben verlaufend, Halsschild zylindrisch, seitlich schwach gerundet, vorn und hinten fast gleich breit, dicht ziem- lich fein gekörnt und undeutlich gekielt, Flügeldecken regel-

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massig oval, etwas gewölbt, fein punktirt gestreift, Zwischen- räume eben, fein undeutlich gekörnt, ausser den spärlichen rundlichen Schüppchen mit etwas abstehenden braunen Haaren nicht dicht bekleidet. Beine röthlich, die Yorderschenkel mit kräftigem, spitzigen Zahn, die mittlem und hintern mit kleinem Zähnchen, Vorderschienen gerade.

Phyllobius Reitteri m.

Niger, squamulis rotundatis griseis sat dense tectus et variegatus, elytris apicem versus pubescentibus , rostro capite fere breviore , conico, bicariuato , scrobis supernis , antennis longis , fuuiculi articule secundo primo dimidio, tertio triplo longiore, clava elongata, angusta, thorace subcylindrico, lateribus pone medium rotundato, antice posticeque aeque lato, elytris ovatis, convexis, humcris rotundatis, apice subacuminatis, evi- denter punctato-striatis, interstitiis planis ; pedibus nigris, tibiis piceis, femoribus muticis, unguiculis connatis.

Long. 6 mm. Lat. 3 mm. Caucasus. Yon Herrn Reitter eingesendet.

Einem Sciaphilus squalidus in Grösse und Gestalt ähnlich, der Rüssel- und Rüsselfurchen-Bildung wegen zu den Phyllohiern zu stellen.

Schwarz, Fühler und Schienen pechbraun, mit runden, heilem und dunklern grauen Schuppen fleckig besetzt, unbehaart und nur gegen die Spitze der Flügeldecken mit einigen feinen Häärchen. Kopf dick, Augen wenig vorragend, Rüssel kaum so lang als der Kopf, konisch, zwischen den Fühlergruben schmal, mit 2 Längskielen, Fühlergruben nach oben gebogen, Fühler lang, kräftig, das 2. Geisselglied l'/a mal so lang als das 1. und 3 mal so lang als das 3., Keule laug und schmal. Halsschild so lang als breit, seitlich wenig gerundet, hinter der Mitte am breitesten, vom und hinten gleich breit, undeut- lich punktirt, Flügeldecken oval mit abgerundeten Schultern, gewölbt, hinten zugespitzt, kräftig punktirt gestreift, Zwischen- räume breit, eben, Beine kräftig, Schenkel ungezähnt, Schienen gerade, Klauen verwachsen.

Phyllobius russicus m.

Nigro -piceus, antennis pedibusque testaceis, impubis, squamulis viridibus, in capite thoraceque filiforraibus, in elytris rotundatis tectus, antennis sat validis, funiculi articulis 2 primis subaequalibus, thorace transverso, antrorpura angustato, sub- carinato, elytris punctato-striatis, postice acuminatis, femoribus muticis, pectorc ventreque subtiliter pubescentibus.

Long. 5 mm. Lat. 2' j mm. Lenkoran.

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Dem PJiyllohius Hochhuthi und virldiaeretis am nächsten, von beiden dadurch verschieden, dass das Ilalsschild nach vorn weit mehr versclimälert ist, als nach hinten und dass dasselbe wie der Kopf mit haarförmigen Schuppen bekleidet ist, auch ist er beträchtlich grösser, als die beiden genannten Arten.

Pechsolnvarz mit gelbrothen Fühlern und Beinen, oben grün beschuppt, unbehaart, die Schuppen auf Kopf und Hals- schild haarförmig, auf den Flügeldecken rund, Fühler kräftig, das 2. Geisselglied kaum länger als das 1., die äussern kurz, kegelförmig , die Fühlerfurchen nach oben gebogen. Küssel viel kürzer als der Kopf, breiter als lang, schwach eingedrückt, Augen vorragend, Halsscliild '/s breiter als lang, vorn viel schmaler al . Junten, an den Seiten sehr schwach gerinidet mit feinem, schwachem Kiel, Flügeldecken etwas länglicher als bei P. pomoiiac , vrcniger diclit beschuppt, ziemlich kräftig punktirt gestreift, hinten einzeln schwach zugespitzt, Schenkel ungezähnt. Bauch und Brust fein grau behaart, nur die Seiten der Mittel- brust grün beschuppt.

Bei Ot. viridiaereiis einzureihen. Pliyllobius croaticiis m.

Elongatus, niger, viridi-squamosus, puisque griseis vestitus, antennis, tibiis tarsisque ferrugineis, rostro brevi, lato, sulcato, inter scrobes angustissimo , antennarnm funiculo 2" primo paulo, tertio triplo longiore, oculis ovalibus, antrorsum acumi- natis, thorace longitudine breviore, valde rotundato, elytris paulo angustiorc, bis tliorace triplo longioribus, parallelis, fe- moribus dente valide, acute armatis.

Long. 7 mm. Lat. 2 mm. Croatia. Von Hrn. v. Heyden eingesendet.

Dem Fh. pdttacmus täuschend ähnlich in Grösse und Gestalt, weicht von ihm in folgenden Punkten ab:

Der Rüssel ist ein wenig kürzer und breiter, zwischen den Fühlerfurchen viel schmaler, das 2. Geisselglied der Fühler ist fast 3mal so lang als das 3. , die Augen sind länglicher, nach vorn deutlicher zugespitzt, das Halsschild ist kürzer und seitlich stärker gerundel , uai '/s breiter als lang, die Behaarung ist kürzer, der Bauch unbeschuppt.

Neben x^sittacinus einzureihen. Phyllobius lleyrteni m.

Oblongo-ovatiis, niger, squamulisque rotundatis viridibus supra dense tectus, pectore in medio abdomineque griseo-pu- bescentibus, rostro brevi, sulcato, capite angustiore, antennarnm funiculi articulis 2 primis aeque longis, oculis modice prominulis, thorace longitudine latiore, lateribus modice rotundato, elytris

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parallelis, brevissime pilosis, podibus nigris, fcmoribus acute dentatis. Long. 5 mm. cf segmento secundo abdominis trans- versim carinato, thoracc latiore.

Dem Ph. maculicornis cähnlich, besonders in Grösse und Behaarung der Flügeldecken, aber die Mitte der Brust und der Bauch sind unbeschuppt, das Halsschild weniger stark gerundet, schmaler, der Rüssel ist viel kürzer und das 2. Bauchsegment hat einen Querkiel.

Alophus Kaufnianni m.

Oblongo - ovatus , niger , griseo-squaraulatus , puncto in medio , maculaque elytrorum apicali pallidioribus , setisque erectis nigris albisque parce obsitus, rostro tenuiter sulcato, thorace longitudine dimidio latiore, postice rotundato, in dorso profunde sulcato, undique confertim punctato, punctisque raajori- bus parcius obsito, elytris ovatis, basi thorace parum latioribus, emarginatis.

Long. 8 9 mm. Lat. 3V2 4 mm. Ungarn.

Von AI. trif/iätatus durch die doppelte l'uuktirung des Halsschildes, von ihm und A. foraminosus durch breiteres Halsschild, von letzterem auch noch dadurch verschieden, dass die gröbern Punkte des Halsschildes weniger tief und gleich- massiger zerstreut sind.

Schwarz, grau beschuppt, wie A. triguttatus gefleckt, das Halsschild ist >/3 breiter als lang, seitlich gerade bis gegen die Spitze, dann rasch winklig verschmälert , mit tiefer vorn und hinten abgekürzter Mittellinie , sehr fein und dicht punktirt und ausserdem mit seichten groben Punkten spärlich und gleich- massig bestreut; Flügeldecken breiter und bauchiger als bei triguttatus und in den Streifen stehen die Punkte viel weniger gedrängt, Zwischenräume breit, schwach gewölbt.

lieber eine seltene Varietät des Corymbites melancholicus F.

Von Dr. Stierlin.

Die Grösse dieses sonst dem Norden Europa's angehören- den Corymbites ist zwar von Candez zu 14 bis 20 mm. ange- geben; allein die in unsern schweizerischen Alpen vorkommenden

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Exemplare sind viel kleiner, 11 bis 14 mm. lang, schwarz, die Flügeldecken mit schwachem grünlichem Schimmer, stark, fast rippenartig gewölbten Zwischenränmen und hellrothen Beinen.

Diese kleine rothbeinige Art ist durch das ganze Alpen- gebiet verbreitet und nicht selten, stimmt auch mit den Stücken aus den Pyrenäen vollkommen überein.

Es kommt aber in den Central-Alpen , namentlich am Simplen eine Yarietät dieses Käfers vor, die ziemlich beträcht- lich von der gewöhnlichen Form abweicht.

Sie ist 15 16 mm. lang, mit schwarzen Beinen; das Halsschild ist beim cf länger, beim Ç fast so lang als breit, seine Vorderecken sind stärker herabgebogen, mehr nach vorn vorgezogen und mehr zugespitzt, die Ilinterecken viel stärker divergirend. Das Thier sieht in Grösse und Form einem recht grossen C. aenens ähnlich; da nan aber die übrigen Merk- male, namentlich die Fühlerbildung, die eingedrückte Stirn, die Färbung der Flügeldecken und die Formation ihrer Zwischen- räume, sowie die Bildung des Analsegmentes beim cf genau mit C. melancJiolicus übereinstimmt, so halte ich dieses Thier für eine (allerdings ausgezeichnete) Yarietät dieser Art , die ich Simplonica nennen möchte.

5 Variationen von Arctia Cervini Fallou ex larva. Juli 1882.

Durch Herrn Stephan Biner in Zermatt erhielt ich im Juli 1882 eine Anzahl von Puppen der wegen ihres streng auf die Umgebung- Zermatt' s beschränkten Yorkommens so merkwürdigen Arctia. Leider waren die meisten Falter ver- krüppelt, jedoch boten die entwickelten sehr interessante Modi- ficationen in der Zeichnung dar, von denen ich einige auf neben- stehender Tafel zur Anschauung bringe, als einen kleinen Bei- trag zu der auffallenden Yariabilität dieser glacialen Spinner.

Basel. Dr. Christ.

fJiN'rsrhniff des iinirrn Teils der Keif h röhre und des Fidib von Oenothera speeiosa und des Roilrüss'els von PI im a gamma .

ü ) kclcliröhre mit 4 Gefässbündeln I b ) Fistil mit ^Oefdssbündcln t'

Einzelnes Haar derlnnenu-and der Kehhröhre u.desPistils

C.i Hiissel mit Plasia gamma

3 Varialionen von Arctia Cervini FaUon (er Inrin) Juli tSSZ.

Preis der früheren Bände der Mittheilungen.

Die Bände I bis V der Mittheilungen der Schweiz, ento- mologischen Gesellschaft können von Hrn. Hub er & Comp., Buchhändler in Bern, zu folgenden Preisen bezogen werden: Band I zu Fr. 10. Band IV zu Fr. 8.

« n 5. V . 8. « in 5.

Band I bis V zusammen zu Fr. 30 = 24 Mark. Einzelne Hefte, soweit solche noch abgegeben werden können, zu Fr. 1.

Vorstand der Gesellscliaft pro 1883—1886.

Präsident : Herr Med. Dr. Otto StoU in Zürich (Enge).

Vice-Präsident : Dr. Ed. Bugnion, ä Souvenir, Lausanne.

Actuar: , Emil Prey-Gessner, aux grands philosophes 5, Genf.

Cassier: Eugen v. Büren - v. Salis in Bern.

Bedactor: Dr. Gust. Stier lin in SchafiTbausen.

Bibliothekar: Theodor Steck, naturhist. Museum in Bern.

Beisitzer: Prof. Dr. Heinr Frey, Oberstrass, Zürich.

r, Biggenbach-Stehlin in Basel.

Alle ausserhalb der Schweiz wohnenden Mitglieder haben den Jahres- beitrag von Fr. 5 direkt an den Cassier im Laufe des Monats Januar einzu- senden, widrigenfalls ihnen die Mittheilungen nicht mehr zugeschickt werden.

Die Bände I bis V der Mittheilungen oder einzelne Hefte derselben sind von nun an zu ermässigten Preisen zu beziehen bei der Buchhandlung Huber & Comp. (Hans Körber) in Bern. Dagegen können die Mitglieder wie bisanhin direkt vom Casaier uachbeziehen :

Die Fauna coleopterorum helvetica (soweit Vorrath) à Fr. 4. Einzelne Hefte des Bandes VI > » 2.

Nichtmitglieder haben sich für einzelne Hefte des Bandes VI au die Buchhandlung Hub er & Comp, zuwenden, welcher der coramissionsweise Vertrieb der überzähligen Hefte übertragen worden ist.

Bibliotliek-B.egleme]it.

§ 1.

Der Sitz der Bibliothek ist gegenwärtig Bern.

§2. _

Die Benützung der Bibliothek ist jedem Mitglied unentgelt- lich gestattet, doch fällt das Porto zu seinen Lasten.

§3.

Alle Bücher sollen .direkt an den Bibliothekar zurückgesandt werden und dürfen ohne diese M i 1 1 e 1 p e r s o n nicht unter den Mitgliedern circuliren. Alle Bücher sind jeweilen auf den 15. Decemberjeden Jahres dem Bibliothekar zur Bibliothek-Revision franco einzusenden. Beschmutzte, tief eingerissene, defecte oder beschriebene und angestrichene Bücher werden nicht retour genom- men. Deren Preis und Einband sind vom betreffenden Mitglied zu vergüten.

§ 4 Wird von einem Mitglied ein Werk verlangt, das in Händen eines andern Mitgliedes sich befindet, so muss das Desiderat innert Monatsfrist vom Tage der erfolgten Rückforderung an eingesandt werden.

Die Gesellschaften und Privaten, die mit der Schweiz, entom. Gesell- schaft in Schriftenaustausch stehen, werden ersucht, künftighin alle Sendungen direkte an unsern Bibliothekar, Herrn Theodor Steck, naturhistor Museum in Bern, einzusenden.

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DER SCHWEIZERISCHEN

ENTOMOLOGISCHEN GESELLSCHAFT.

BULLETIN

DE LA

SOCIÉTÉ ESiTOMOLOGIQCE SUISSE.

Redigirt von Dr. GUSTAV STIERLIN

IN SCHAFFHAUSEN.

Vol. VII. Heft Nr. 2.

Preis des Heftes für Mitglieder Fr. 2. Datum der Herausgabe: Mitte November 4884.

<Tr^i?îfi.^'Afeiâî^»'^~*

1884.

SCHAFFHAUSEN. Commissions-Verlag von Huber & Comp, (Hans Körber) Bern.

I ZI 3a. Ol 1 1.

Seite

1. Verschiedene Beiträge zur schweizerischeii Insekten-Fauna. Von

Hrn. F. Riggenbach-Stehlin 45

2. Ephemerella ignita Poda, eine paedogenetische Eintagsfliege.

Von Hrn. Dr. Gust. Schoch 48

3. Ueber ein neues Phryganeengehäuse. Von demselben . . 50

4. Seltene Libellen der schweizerischen Fauna. Von Hrn. Meyer-Dür 52

5. Beschreibung eines neuen Rüsselkäfers. Von Dr. Stierlin in

Schaffbausen .56

6. Bestimmungs-Tabellen europäischer Rüsselkäfer. 11. Brachy-

deridae. Von demselben 57

-«OOO^OOO-

iWittiieilnngen der^ScIiweizer. entofflologlsclien Cesellsclian.

Bd. 7, Heft 2.] Redigitt Ton Dr. Stierlin in Schaffhansen, [November 1884.

Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen behält sich der Verein vor.

Verschiedene Beiträge zur schweizerischen Insekten-Fauna.

Von F. Riggenbach-Stehlin.

Zuvor eine kurze Berichtigung meines pag. 9 dieses Bandes im Bericht über die Jahresversammlung vom 5. August 1883 erschienenen Referats über Melitaea Maturna, dessen Schluss lautet, die von mir vorgewiesenen und in letzter Zeit von Hrn. Pfarrer Hauri im Dischma, einem Öeitenthale von Davos, noch zahlreich erbeuteten alle I'ebergänge darstellenden Varietäten lassen folgern, dass die von Hrn. Prof. Frey aufgestellte var. Wolfensbergeri entschieden in die Schweizer-Fauna eingereiht werden müsse. Das bestritt wohl JS^iemand, der Liebhaber von Yarietäten-Namen ist, was ich nicht bin; denn eine von der bunten Form des Flachlands allmälig mehr und mehr abweichende verdüsterte Form bildet die Kegel in unsern Alpen. Das aber betonte ich, dass die Schweiz die buntere und etwas grössere Form, also die eigentlich typ ische Maturna auch besitze, was ich eben durch meine Yarietäten-Cöllection erhärtete. Ebenso fand ich die Criterien, welche der Entdecker der var. Wolfensbergeri für den weiblichen Falter allerdings in seiner ersten Beschreibung auf ein einziges Exemplar gestützt an- gab, nicht ausreichend, und es hat auch Herr Prof. Frey pag. 11 dieses Bandes nach Kenntuissuahme von 3 weitern weiblichen Exemplaren die Angabe dahin modificiert, dass die ^\"eibchcn bei uns, statt durch Weiss auffallend bunt zu erscheinen (was etwa einmal vorkommen mag) gewöhnlich eher einfarbiger, „den Weibchen von Mol. Cynthia recht nahe kommend" auftreten. Es entspricht dies auch der im Gebirge häufigem, verdüsterten Form des Männchens.

Yon Alpenfaltern zeigte ich den in der Yersammlung an- wesenden Lepidopterologen einige Exemplare der in unsern „Mittheilungen" schon mehrfach erwähnten Erebia EripJt>/h', welche ich im August 1882 gefangen, die einen in Sertig, die andern im Fluelathal, beides 5000 bis 6000 Fuss hoch liegende Seitenthäler von Davos, welche noch nicht als Fundorte dieses eigenthümlichen Falters genannt worden.

Was nun mein spezielles Fanggebiet betrifft, die Becliburg mit ihrem aussergewöhnlichen Insekten-Reichthum, wovon ich

MittheilDng;ea der Schweiz, entom. Gesellschaft. Bd. 7. Heft 2. 4

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in den Mittheilungen IV pag. 597 u. ff. im Jahr 1876 die Macrolepidopteru in einer kleinen Arbeit behandelte, soweitich solche bis dahin kannte, so hat das seitherige Sammeln zu allen Jahreszeiten eine Bereicherung jener Fauna ergeben, deren Veröffentlichung nicht ohne Interesse für die schweizerischen Lepidopterologen sein dürfte.

Meinem frühern Verzeichniss schliessen sich an:

Rhopalocera. *

Colias Edusa ab. Heiice (Hb.) Polyommatus Hippothoe (L.), Chry-

seis (Rott.) typ. Syrichthus Sao (Hb.) , Sertorius

(Hffmgg.)

Bombyces.

Nola Cristatula (Hb.), Cristulalis

(Hb.) Nudjiria Mundana (L.) Nemeophila ßnissula (L.)

Plantaginis (L.)

Arctia Purpurata (L.), Purpurea (L.) Spilosoma Fuliginosa v. Fervida

(Stgr.) Hepialus Sylvimis (L.) Psyche Hirsutella (Hb.), Fusca(Hw.)

Calvella (0.) Bombyx Trifolii ab. Medicaginis

(Bkh.) Drepana Ijacertinaria ab. Scincula

(Hb.) Drepana Cultraria (F.), Unguicula

(Hb.) Harpyia Furcula (L.) Cymatophora Fluctuosa (Hb.)

Noctuae.

Acronycta Auricoma ab. Pepli (Hb.) Agrotis Linogrisea (Schiff.)

Punicea (Hb.)

Ditrapezium (Bkh.), Tri-

stigma (Tr.)

Lucipeta (Fr.) Charaeas Graminis (L.) Mamestra Splendens (Hb.)

Serena v. Obscura (Stgr.) Dianthoecia Albimacula (Bkh.) Polia Xanthomista (Hb.) Hadena Sublustris (Esp.)

Unanimis (Tr.)

Strigilis ab. Aethiops (Hw.)

Aerata (Esp.)

Bicoloria (VilL), Furuncula

(Tr.)

Bicoloria ab. Vinctuncula

(Hb.)

Hyppa Rectilinea (Esp.)

Habryntis Scita (Hb.)

Calamia Liitosa (Hb.), Bathyerga

(Frr.) Caradriua Exigua (Hb.) Amphipyra Perflua (F.) Taeniocanipa Miniosa (F.)

Opima (H.)

- Munda (Esp.) Xylina Socia (Rott.), Petrificata (F.) Cucullia Asteris (Schiff.) Zanclognatha Tarsicrinalis (Knch.) Madopa Salicalis (Schiff.) Bomolocha Fontis ab. Terricularis

(Hb.)

Geometrae.

Geometra Papilionaria (L.) Acidalia Incanata (L.), Mutata (Tr.) Numeria Pulveraria (L.) Eugenia Quercinaria (Angularia)

ab. Infuscata (Stgr.) Erosaria ab. Tiliaria (Hb.)

Quercinaria (Bkh.) Boarmia Abietaria (Hb.)

Biundularia (Bkh.) Anaitis Praeformata (Hb.), Cassiata

(Tr.) Lobophora Polycommata (Hb.) Scotosia Badiata (Hb.) Cidaria Salicata v. Ruficinctaria (Gn.)

Vespertaria (Bkh.)

Dilutata v. Autumnata (Gn.)

Infidaria (Lah.)

Unangulata (Hw.)

Hydrata (Tr.)

~ Albulata (Schiff.)

Testaceata (Don.), Sylvata

(Hb.)

Literata (Don.)

Aemulata (Hb.) Eupithecia Rectangulata ab. Subae-

rata (Hb.)

Rectangulata ab. Nigro- sericeata (Hw.)

Pimpinellata (Hb.)

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Zu den 1876 angeführten

599 Species, 18 Variet., 37 Aberr. kamen also noch 52 4 11

651 Species, 22 Variet,, 48 Aberr. Zusammen 721 Arten und Abarten. Schon früher angeführt aber als Zeit des Vorkommens erwähnenswerth ist 1 Spintherops Düucida, frisch am 22. März 1883 gefangen.

Bisher hatte der Reichthum der Macrolepidoptern die Zeit, welche ich auf systematisches Sammeln verwenden konnte , so sehr in Anspruch genommen, dass ich den Microlepidoptern, einem ohnehin schwierigen Fach, keine spezielle Aufmerksam- keit schenken konnte; ich fieng bloss was sich zufällig nebenbei erhaschen liess. Ein Blick auf das von unserm grossen Specialisten, Prof. Frey in den diversen Nachträgen zu seiner Schweizer- Fauna veröffentlicht, zeigt uns, wie viel Interessantes, zum Theil Neues auch in diesem Gebiet die Bechburgergegend bietet.

An andere Familien hätte ich mich nun vollends niclit gewagt, wäre nicht bei einem Besuch der nun leider unheilbar erkrankte Albert Müller auf die zahlreichen Phryganiden auf- merksam geworden, welche ihm eine einzige Nacht auf der Bechburg lieferte. Er sandte solche an Mac Lachlan als Beitrag zu der damals von letzterm unternommenen classischen Bearbeitung dieser auch für die Schweiz so interessanten Familie. Was ich dann ferner von diesen Thieren sammelte, gieng ebenfalls durch Müller an den grossen britischen Forscher, ohne dass ich Kenntniss der Resultate erhalten hätte; und ein weiteres Schächtelchen war zum Absenden bereit, als Müller bereits unfähig war, sich mit dessen Inhalt zu befassen. Zufällig kam es mir wieder in die Hände und enthielt:

Psocus nebulosus (Steph.) Micropterna sequax (Mc.-Lach.)

Micromus paganus (Vill.) Sericostoma personatum (Kirb.)

Limnophilus lunatus (Gurt.) 1 Hydropsyche instabilis (Üonov.)

Stenophylax latipennis (Gurt.) j ornatula (Hag.)

concentricus (Zett.) ' Tinodes Waeneri (Leach.)

Sind auch keine besondern Seltenheiten dabei , so mag das Vorkommen dieser Arten im Jura für manchen Specialisten doch ein neuer Wink über deren Verbreitungsgebiet sein, z. B. bezüglich der bis jetzt nur im Genfer Seebecken gefundenen Hydropsyche ornatula. Bekanntermassen zeigt die Juragegend bei Oensingen keinerlei Seebildung , doch bei nur wenig an- haltendem Regenwetter hin und her Stellen bald wieder ver- schwindenden stehenden Wassers, welche unter sich mit Gräben des sich vielfach zertheilenden Dünnernbachs verbunden sind. Diese nie ganz austrocknenden Wassergräben werden ohne

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Zweifel die Brutstätte genannter Phryganiden und anderer Neuroptern sein, wo Fachmänner wohl gute Ausbeute finden würden.

Auch Diptern fielen mir oft in grosser Mannigfaltigkeit auf, und als ich am 25. Mai d. J. eine einzige Fensterscheibe meines Gartensaals davon wimmeln sah, konnte ich mich nicht enthalten, abzulesen, was sich in Y4 Stunde in der Cyankaliumflasche sammeln liess. Es waren :

Hylemyia strigosa (F.) Riiyphus fenestralis (Sc.) Nemopoda cylindrica (F.) Moriiiia nana (Mg.) Thryptocera frontalis (Mcq.) Cleigastra Üavipes (FU.)

Sargus infuscatus (Mg.) Scatophaga merdaria (F.) Syrphus balteatus (Deg.)

arcuatus (FU.) Sphaerocera subsultans (F.) Anthomyia latitarsis (Zett.) Hylemyia nigrimana (Mg.)

AYas mag von diesem Gethier während der übrigen Zeiten des Jahres sich alles hier zusammenfinden !

Endlich damit auch die Coleopterologen nicht leer ausgehen, kann ich mittheilen, dass der von den wenigen Theil- nehmern der Oltner Yersammlung, welche 1882 die Bechburg besuchten, gemachte Fund des als selten gepriesenen Nacht- käfers Dryops femorata sich seither zu auftallend verschiedenen Zeiten wiederholt hat, nämlich zuerst am 25. Juni, dann 2 Ex. im Juli, 1 Ex. im October; etwas zahlreicher erschienen (f und 9 im März , dann im Mai und neulich einzeln wieder im Juni und September. Der Jura und speziell die Gegend der Bech- burg dürfte somit die eigentliche Heimath dieses sonderbaren Nachtthieres sein.

Ich schliesse darum mit der wiederholten Mahnung : nur nicht immer in die Alpen! Der Jura ist weit reicher an In- sekten aller Art.

Ephemerella ignita Poda, Eine paedogenetische Eintagsfliege.

Von Dr. Gust. Schoch.

Die Ephemeriden bilden in den meisten entomologischen Sammlungen die Partie honteuse ; die Zartheit ihrer Formen entschuldigt das, und es ist jedenfalls gerathen, solche Thiere in Glyceringelatine oder Canadabalsam zu fixiren , wenn man sie auf die Dauer erhalten will. Noch weniger bekannt sind ihre Larven, und doch sind sie so enorm häufig und geben uns Aufschluss über die Entstehung der merkwürdigen Flugorgane

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der Insekten aus Kiemenblättern. Das grundlegende "Werk von Pictet (Histoire naturelle des insects Nevroptères, Epliemerines 1843) ist immer noch das Beste über diese AVasserthiere. F. J. Pictet theilt die Larven der Eintagsfliegen in grabende, gehende oder flachgedrückte, schwimmende und kriechende ein, von denen die einen im stehenden, die andern im fliessenden "Wasser ihr langes, räuberisches Leben verbringen, um nur wenige Stunden als Imagines der Copulation obzuliegen. So massen- haft gewisse Eintagsfliegen nun auch zeitweise vorkommen, so selten triö't man andere Arten, wenigstens in Sammlungen, ob- wohl deren Larven in grosser Zahl das Wasser bewohnen. Ein zufällio-er Fund scheint mir den Schlüssel zu dieser Erscheinun}? ZU liefern. Auf den AVasserpflanzen (Panunculus fluitans), welche zum Besatz des Zürcher Aquariums aus der Limmat entnommen wurden, tummelten sich zahlreiche Phrygancen- Perliden und Ephemeriden-Larven herum. Eine Nymphe der leztern Familie, die an ihren 3 langen ScliAvanzfäden ja sofort kenntlich war, wurden unter das Microscop gebracht, um sie zu bestimmen. l);is 8 mm. hinge, etwas flachgedrückte Thier hatte einen runclliclum Kopf mit 19gliedrigcn Fühlern, in denen die 3gliedrigen Fühler des Subimago schon deutlich eingebettet waren; es war daher wohl der Häutung nicht ferne, obgleich es lebhaft im Wasser an Pflanzen herumkrabbelte; Kopf und Thorax waren braunroth, der Hinterleib kurz, etwas heller gefärbt, Augen und Deckschuppen dunkler braun. Die 3 Schwanz- fäden 4 mm. lang, mit kurzen llaarwirteln an den Segmenten. Die relativ kräftigen Beine sind keine Fangbeine, sondern Lauf- beine mit stark gekämmten Krallen. Auch in dem einzigen langen Fussglied der Nymphe sieht man deutlich 5 Imaginal- Fussglieder eingeschachtelt, was wieder auf baldige Häutung schliessen lässt. Diese Nymphe hat auf den Abdominalringen zwei Reihen lanzetlicherKiemenblättchen, die mit kurzen Borstenhaaren gefranst sind, und entspricht ganz der Zeichnung und Beschreibung, die Pictet von der Larve von Potamanthus erythrophthalmus Schrank giebt. Der heutige Name ist Ephemerella erythroph- tlialma Schrank oder Ignita I'oda. Um die ungestümen Bewegungen des ïhiercheus zu hemmen , wurde ohne irgend welchen Druck ein feines Deckglas aufgelegt, in Folge dessen eine Unmasse Eier aus dem Abdomen der Nymphe hervor- quollen. Beim Aufhellen mit (Hyceringelatine zeigt sich der ganze Hinterleib strotzend gefüllt mit ovalenEiern von 0,2 : 0,3 mm. Länge. Jedes Ei hat einen weissen Pol (bei aufi'allendem Licht). Im ganzen mögen zu 100 Eier das Abdomen erfüllen , genau von der Form und Structur, wie sie Pictet auf Tafel 33 seiner Ephemeriden abbildet. Da nun die Ephemerella erythrophalma

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Schrank = Ignita Po da, sowie die nahe verwandte Eph. aenea Pictet, der diese Larve allenfalls noch angehören könnte, bei uns nicht vorkommen oder doch selten sind, so vermuthe ich, dass wir es hier mit einer pharthenogenetischen oder genauer gesprochen paedogenetischen Nymphe zu thun haben, die gewiss auch einmal eine entwickelte Generation liefert; aber da das Imago von sehr kurzer Lebensdauer ist, kann es leicht übersehen worden sein.

lieber ein neues Phryganeengehäuse.

Yon Dr. Qust. Schoch.

Die Köcherfliegen (Trichoptera) sind die hervorragenden Baukünstler des Süsswassers und ihre zierlichen Raupenhüllen und Puppenhauschen sind allgemein besser bekannt als die monotonen , düstern Imagines. Es gilt dies aber zumeist nur von solchen Arten, die ihre Jugend im stehenden Wasser zu- bringen, in Röhren des verschiedensten Materiales und Baustiles leben und damit herumwandeln. Man hält sie allgemein für phytophage Thiere, obgleich ihre spitzen und gezähnten Kiefer nicht ganz zu dieser Lebensweise passen. Gewiss sind viele von ihnen pantophag, wenigstens fressen sie einander auf, wenn sie in engem Räume gehalten werden, wie die Mordraupen einiger IS^octuinen. Von den im fliessenden Wasser lebenden Phryganeen kennt man meist nur die festgesponnenen Puppen- gehäuse, die fressenden, jungen Larven sind unbekannt oder wenig beobachtet. Pictet, ihr erster Monograph, giebt allgemein an, dass viele von ihnen sich durch lockere Faden an Steinen des Flussbeetes festspinnei; oder unregelmässige Gespinste an- legen. Selbstverständlich können diese Thiere hier nicht in frei beweglichen und schweren Gehäusen wohnen, wie im Sumpf- wasser, sonst würden sie fortgeschwemmt; erst unmittelbar vor ihrer Yerpuppung spinnen sie Steinchen zu einem festhaftenden Hause zusammen, das merkwürdigerweise nie an Mauern und selten an grossen Felsblöcken haftet, sondern fast immer nur an mittelgrossen Kieseln des Beetes, die von der Stosskraft des Flusses bei mittlerem Wasserstand nicht weiter geführt werden. Es ist sehr zweifelhaft, ob diese Larven schon in ihrer Jugend ähnliche Gehäuse anlegen, sie wären ja ganz von der Nahrung abhängig, die ihnen das fliessende Wasser zuführte.

Bei der grossen Schwierigkeit, Thiere des fliessenden Wassers zu beobachten und in ihren natürlichen Bedingungen

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aufzuziehen, ist es sehr begreiflich, wenn diese Partien noch etwas dunkel sind.

Das Zürchö^ Süsswasser-Aquarium unter der trefflichen Leitung dos Hrn. Dr. Asper bot eine günstige Gelegenheit, eine dieser Phryganeenlarven in ihrer Jugendzeit zu beobachten. In einigen Bassins nämlich, die mit dem aus der Limmat stammenden Brauchwasser stark gespeist werden, findet man an den Glaswänden und Felsen zahlreiche hornförmige Säcke von feinster Spinnenwebmasse, wie krumme Reussen oder stark verengte Insekten-Netze flottiren. Die am Felsen fixirte Mündung ist bei den grössern Netzen etwa 4 cm. weit und stets geöffnet; von hier zieht sich ein rasch verengter Schlauch etwa von 1 2 cm. Weite im Bogen hin, um mit seinem blinden Ende wieder in der Nähe der trompetenförmigen Mündung sich am Gestein festzuheften. Dies zarte Gewebe fluctuirt beständig in der leichten Strömung , und im hintersten Theil des Sackes sitzt mit nach vorne gerichtetem Kopfe die 1 l'/a cm. grosse Larve , mit ihrem Leibe schwingende Wellenbewegungen aus- führend. Die Netze der Jüngern Larven sind sehr feiu , wie Spinngewebe und weiss, die der altern werden bräunlich in- crustirt, aber nicht mit Diatomeen, wie man erwarten möchte, sondern mit feinem körnigem Detritus, wohl Faecalmassen der Larve. Es ist absolut unmöglich, diese zarten, klebrigen Gebilde aus dem Wasser zu heben oder nur darin zu dislociren , sie collabiren sofort bei der geringsten Berührung. Ganz gleiche hornförmige Netze hat Herr Dr. Asper massenhaft an einer Planke in der Limmat gefunden, die meisten dürften in den Charen sitzen, sind aber schwer zu sehen. Nimmt man solche Pflanzen aus dem Wasser, so krabbeln die lebhaften Larven massenhaft darauf herum, von den Netzen findet man nichts. Setzt man solche freie Larven in ein Aquariumbassin, so sind schon nach 24 Stunden eine Menge neuer Netze an den Wänden zu bemerken.

Die Larven bewegen sich bei Berührung des Netzes leb- haft darin und verlassen es sofort, so dass man sie nicht ganz leicht fangen kann. Was nun die Larve anbelangt, so sind die grössten bisher beobachteten gegen 2 cm. lang, leicht auf die Bauchfläche gekrümmt, mit gelbem Kopf und Thorax und grünlichem, neungliedrigem Abdomen. Die zwei letzten Glieder sind gespalten und bilden einen Gabelschwanz, der mit 2 starken, auswärts gekrümmten Hacken endet. Die Beine sehr kräftig, die hintern grösser als die vordem, enden in eine einfache sichelförmige Klaue. Yoii Respirationsorganen am Abdomen keine Spur, nur am Hüftstück des ersten Beinpaares jederseits eine sichelförmige Platte, Hüfte und ïrochanter überragend.

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die wohl als Respirationsorgan zu deuten ist. Die Kiefer spitz, fein gesägt und die Unterlippe mit 2 dreigliedrigen Tastern versehen. Höchst wahrscheinlich spinnen diese Larven vor ihrer Yerpuppung sich ein festsitzendes Steinhäuschen zusammen, müssen also kurz vor der Yerwandlung noch eine neue Bau- technik ausüben. Von den bisher bekannten Larven der in Flüssen lebenden Phryganeen stimmen einzig diejenigen des Genus Philopotamus mit der besprochenen überein, und da an der Limmat nur eine Art dieser schönen Köcherfliege vor- kommt, so werden wir es hier wohl mit jungen Larven von Philopotamus variegatus Scop. zu thun haben, die im Frühling (Mai) oft in beträchtlichen Mengen an den Quaimauern sitzt, also wohl als Puppe am Grunde der Limmat überwintert. Sehr auffalland ist der grosse Unterschied in der Grösse dieser netzbewohneuden Larven, die heute beobachteten (10. Aug. 84) schwanken zwischen % 2 cm., ebenso verschieden sind ihre Netze, von 5 15 cm. Sacklänge.

Seltene Libellen der schweizerischen Fauna.

Was ich 1874 in meiner Arbeit über die einheimischen Neuroptern Band IV pag. 341 der Mitth. bei Anlass der Äeschna alxyina ausgesprochen „dass unser Alpengebiet noch zu wenig in dieser Ordnung erforscht und die Kenntniss zumal unserer Aeschniden noch schwerlicli abgeschlossen sei," das hat sich bestätigt, wenn auch darob neun Jahre verstrichen sind, bis der Zufall uns wieder durch neue Erfahrungen und Funde über- rascht hat. Eine unerfreuliche ist aber die, dass jene Aesclma alpina in Wirklichkeit gar nie existirt hat, weil sie, (die so lange vergeblich in unsern Alpen gesuchte) , einzig von Hrn. De Selys gekannt und zwar nur auf ein einzelnes veraltetes, undeutlich gewordenes Stück aus der Sammlung des sei. Dr. Imhof gegründet war, welches sich dann, nachdem es 1847 in der „Revue zoologique" und später 1850 in der „Revue des Odonates" beschrieben worden, somit 31 Jahre lang als eine blosse Figurantin durchgeschleppt, dann als eine alterirte ^esc/ma mixia entlarvt hat und schliesslich vom Herrn Autor selbst, an einer Versammlung der entomologischen Gesellschaft in Bern

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(1878) aus der Reihe der Arten gestrichen wurde. Alles hic- nieden ist eben vergänglich ; auch in der "Wissenschaft überholt oft eine Erfahrung die Andere. Wenn ich nun heute als Ersatz für die geächtete Alpina mit einer neuen Bereicherung des Aeschniden Contingents vortrete, so knüpft sich auch hieran wieder ein Bedenken, so lange das Thier nicht „senza dubbio" klar gestellt ist ; es betrifft dies

1. die nordische Aeschna horealis. Zetterstedt.

Die Definitionen dieser Art stehen sich nämlich in B r a u e r s Neur. austr. und Selys revue des Odonates, gerade in ihrem Haupt-Criterium , im grellsten Widerspruch, wobei leider nicht ersichtlich ist, welche von Beiden die von Zetter- stedt gemeinte darstellt, oder ob nicht gerade hierin noch eine ungeahnte zweite Art zu Grunde liegt.

„Brauer sagt nämlich: „Sector subnodalis theilt sich „hinter der Mitte des Pterostigma, der vordere Ast ist feiner „und unansehnlich, zwischen ihm und dem Sector nodalis 2 „Zellenrcihen", während De Selys das Gegentheil, nämlich den Secteur subnodal als ungetheilt (non bifurqué) als charakteristisches Merkmal hervorhebt, durch das sich .4. horealis (nebst Irene) von allen andern Aeschniden unterscheide. Diesen einfachen ungetheilten Sector subnodalis zeigt nun wirklich ein kleineres männliches Stück in meiner Sammlung, das ich aus einer Roihe AescJina juncea von der L e n z e r h a i d e heraus- fand, die ich der Güte des Hrn. Prof. Huguenin verdanke. Im Sinne De Selys und genau mit dessen ausfiihrlicher Beschreibung verglichen , ist dieses Stück entschieden dessen horealis und auch das erste das meines Wissens in der Schweiz gefunden wurde. Die nahe Verwandtschaft mit juncea (nicht mit mixta) geht schon aus dem Umstände ihres Zusammenlebens hervor, da sie die einzigen Arten der buntfleckigen Aeschniden sind, welche südlicher als die Schweiz nicht mehr vorkommen. Wo Siher juncea aus der nördlichen Zone, der sie ja heimathlich angeliört, von unsern Thalgeländen aufwärts, vorzugsweise den höhern Standorten zueilt und erst da, wie im räthischen Al})cn- lande bei 4 5000' Höhe sich so recht heimisch fühlt und in grösserer Zahl die kalten Bergtümpel und nassen Moorgründe umkreist, da dürfen wir wohl auch ihre kleinere Schwester horealis erwarten. Ja es ist sicher anzunehmen,, dass wohl nicht nur Bündten allein, sondern auch andere unserer gewaltigen Bergmassife den nordischen Flüclitling beherbergen , wenn sie nur auch neuropterologisch so erforscht würden, wie sie es von anderen Insektensammlern und Touristen sind; aber Pflanzen sammeln oder unter Steinen nach Käfern suchen, will sich eben mit der unergiebigen und geduldprüfenden Libellenjagd zumal

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auf Alpenreisen ganz und gar nicht zusammen reimen. "Wie übrigens solche Fremdlinge von nordischen wie südlichen Odo- naten ihre günstigen Flugorte auch bei uns suchen und finden, das lässt sich aus dem Ungeheuern Flugvermögen, verbunden mit der angebornen Neugierde und Wildheit der Grosslibellen leicht erklären , wesshalb auch ihre Yerbreitungsgrenzen un- bestimmter und weitergezogen sind, als die der meisten andern Neuroptern-Familien, und gerade dadurch auch ein viel grösseres Verschwimmen unter sich der einzelnen Länderfaunen bedingt wird. Diese Tendenz ist wenigstens in nördlicher und west- licher Richtung sehr auffallend und kommt es mir manchmal vor , als wenn unser Ländchen inmitten dieser beiden Zonen, auch in entomologischer Beziehung so recht eine Art europäischer Guckkasten sei !

Doch kommen wir, nach dieser harmlosen Abschweifung, lieber wieder auf unsere „horealis" zurück:

Dass mein erwähntes Stück keine isolirte Erscheinung mehr in unserer Fauna ist, dafür bürgt jetzt ein übereinstimmendes, neu gefangenesTrio (2 cf und 1 Ç) in schönster Frische und Er- haltung, welches im vorigen Sommer durch Hrn. Escher-Kündig am Statzersee (Ober-Engadin) erbeutet wurde, und M^ovon ein Päärchen jetzt der entomologischen Sammlung des eidg. Poly- technikum in Zürich gehört. Auch diese 3 zeigen den Sector suhwdalis ungetheilt und stimmen in allen Punkten mit De Selys gründlicher Beschreibung überein. Es ist also unnütz das Thier hier noch einmal zu beschreiben ; aber der Contrast von Brauer's Diagnose, den Ader verlauf des sector suhiodalis betreffend, ist eben ein zu gewichtiges Moment bei den Odonaten, als dass derselbe die Yermuthung einermöglichen Artverwechslung nicht aufkommen Hesse. Zetterstedt selbst, der in seinen „Insecta lappon" desselben gar nicht erwähnt, lässt uns desshalb über die, von ihm zuerst aufgeführte horealis so lange noch im Dunkel, bis durch Yergleichung eines typischen Exemplars mit den unsrigen die Frage gelöst werden wird, was wir von der Güte desjenigen schwedischen Entomologen, der im Besitze einer ächten Type ist, im Interesse der Wahrheit, gewärtigen wollen. Die eine oder die andere Form, die von De Selys oder die von Brauer, wird ohne Zweifel die ächte sein; dann aber muss die unrichtige selbstverständlich als nova sp. einen neuen Namen bekommen. Sollte die unsrige die wahre horealis sein, so möchte ich für die andere den Namen „Braueri" vorschlagen.

Eine, in unserer schweizerischen Fauna bisher ebenfalls unbekannt gewesene Art, der nordischen Zone angehörend, ist :

II. Cordulia arctica Zetterstedt.

Sie wurde zuerst im August 1880 durch Mc. Lachlan am

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Statzersee (Ober-Engadin) aufgefunden, wo sie einzeln in Gesell- schaft von C. alpestris flog.

Nicht weniger interessant ist das sporadische Yorkommen in unserm Faunagebiete, eines ganz ungeahnten, ächten Süd- länders, nämlich:

III. Gomphus uncatus Charp. von welchem mein Sohn Leop. Meyer im Sommer 1883 auf einem Spaziergang zwischen Schaff hausen und demRheinfall, auf offener Landstrasse 3 prächtige (f fieng (ein 4. entwischte). Dieselben anfänglich wegen der lebhaft gelben Anal-Hacken für eine auffallende, blosse var. von ForcijJatus haltend, erzeigte sich's, dass die Spitzen eben dieser Hacken statt zweilappig wie bei Fordpatus, ganz stumpf abgerundet sind, was eben nur den, ihm so nahe stehenden uncatus charakteristisch kennzeichnet. 2 ächte typische Stücke von Escorial (Spanien) in meiner Sammlung, stimmen in allen wesentlichen Punkten mit den 3 Schaffhausern auf's Yoll- kommenste überein.

lY. AYas dagegen den, in meiner „Fauna 1874" nur frag- lieh aufgenommenen Gomphus Flavipes betrifft, so ist mir noch heute wie damals, die Angabe des Hrn. Duplessis (Mitth. II pag. 319) sehr zweifelhaft, da mir während der 17 Jahre seither, so wenig als vorher, noch nie ein schweizerischer Flavipes unter die Augen gekommen ist; dennoch möchte ich diese Art nicht zu voreilig aus unserereinheimischen Odonaten-Fauna wegläugnen, hat es sich ja aus all' dem obgesagten genugsam erzeigt, wie wenig die Libellen, diese unbändigen Schnellflügler, weder um Schlagbäume noch politische Grenzen sich kümmern und daher auch (wenigstens innert dem europäischen Gebiete) 2 Drittheile seiner Odonaten die reinsten Kosmopoliten sind. Yon den uns bekannten ca. 96 europäischen Arten werden nur etwa 28 sein, die sich von unserer Zone bleibend ferne halten, da die Natur sie auf andere Lebensbedingnisse angewiesen, die wir ausser den grossen klimatischen Abständen noch zu wenig enträthseln können. 3 davon gehören nur dem äussersten Süd- Osten , 15 dem ganzen Süden und 10 andere Sardinien und den Küsten des Mittelmeeres an. Mit den verbleibenden 68 Arten wird dann die Maximalzahl der schweizerischen Odonaten- Fauna muthmasslich abgeschlossen sein.

Meyer- Dür.

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Beschreibung eines neuen Rüsselkäfers.

Yon Dr. Stierlin in Schaffhausen.

Rhyncolus Hopifgarteni.

Oblongus, piceus , ghxber, antennis tarsisque dilutioribus, rostro conico capite non longiore et parum angustiore, supra convexo, subtilissinie dense punctato, oculis deplanatis, antennis brevibus, fmiicuh articulo primo Lititudine paulo longiore, ex- ternis transversis, sensim crassioribus, alava minuta, truncata ; thorace latitudine parum longiore , antice posticeque truncato, lateribus rotundato, confertim modice punctato, elytris oblongo- ovatis, parallelis, profunde punctato-striatis, tnterstitiis angustis, convexis; pedibus brevibus, femoribus anticis valde dilatatis, subdentatis, tibiis brevissimis rectis, uncinatis, tarsorum articulis 3 primis brevissimis, quarto elongato, tribus primis simulsumptis vix breviore. Long. 4 mm. Lat. IY4 mm.

Eine der grössten Arten , dem It. porcatus am nächsten und nahe verwandt; das Halsschild ist aber seitlich stärker gerundet und viel feiner punktirt.

Pechschwarz, Fühler und Tarsen heller, kahl. Rüssel an der Wurzel kaum schmaler als der Kopf und nicht länger als dieser, nach vorn verschmälert, oben gewölbt, ohne Eindruck, sehr fein und dicht punktirt, Augen flach, Kopf wie der Rüssel punktirt, Fühler kurz, das 1. Geisselglied etwas länger als breit, die äussern breiter als lang, dicht gedrängt, nach aussen etwas breiter werdend, die kleine Keule kaum breiter als die äussern Geisseiglieder, am Ende abgestutzt, Halsschild sehr wenig länger als breit, vorn und hinten gerade abgestutzt, seitlich stark gerundet, nach vorn etwas mehr als nach hinten verschmälert, massig stark und dicht punktirt, die Punkte viel gröber, als die des Rüssels.

Flügeldecken fast doppelt so lang als breit, nicht breiter als die breiteste Stelle des Halsschildes, seitlich parallel, hinten stumpf abgerundet, oben mit grob punktirten Furchen, Zwischen- räume schmaler als die Streifen, gewölbt, mit sehr feiner Punkt- reihe. Beine sehr kurz , die Vorderschenkel flach , aber sehr breit, unten in der Mitte mit stumpfem Zahn. Schienen sehr kurz, gerade, innen gegen die Spitze behaart und am Ende mit einem langen gekrümmten Haken bewaffnet. Die 3 ersten Tarsenglieder sehr kurz , das 4. fast so lang als die 3 ersten zusammen.

Ungarn, von Hrn. Baron v. Hopffgarten eingesendet.

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Bestimmungs-Tabellen

e"a.ropäisclier I^-ÜLSsellsäfer-

11.

Brachyderidae.

Von Dr. Stierlin in Schaffhausen.

Uehersicht der Gattungen.

1". Fühler nahe der Rüsselspitze eingelenkt.

2". Fülllerfurche unter die Augen gebogen oder mehr oder weniger weit vor den Augen verschwindend.

3". Klauen an der Basis verwachsen.

4". Flügel vorhanden, Schultern vorragend, Fühlerfurche herabgehogen, scharf begränzt, mehr oder weniger abge- kürzt.

5". llüssel lang und dünn, Fühler von der Spitze entfernt eingelenkt. Auchmerestes Kraatz.

5 '. Rüssel kurz und dick , Fühler nahe der Spitze einge-

lenkt. 6". Rüssel ohne halbkreisförmige, glatte Fläche an der Spitze, Spitzenrand der Hinterschienen einfach gerade abgestutzt.

Polydrusus Germar.

6 '. Rüssel sehr kurz und plump, mit einer halbkreisförmigen,

erhaben umrandeten, glatten Fläche an der Spitze, Scheitel gewölbt, Augen nach vorn gerückt, meistens verlängt, Spitzen- rand der Hinterschienen am Hinterrand der Schiene etwas aufsteigend und mit einem Borstenkranze besetzt.

Scytropus Schh.

4 '. Flügel fehlend , Schultern fast oder ganz abgerundet» Klauen am (irunde verwachsen.

7". Fühlerfurche meist ganz , selten nur theilweise scharf herabgebogen und gegen den Winkel gerichtet, den der Rüssel auf der Unterseite mit dem Kopfe bildet, selten (nur bei Omias und einigen P^a^^ytor^^Ms) nicht herabgobogen, der Vorderrand des 2. Bauchsegmentes winklig gebogen, selten (bei einigen S ciaphilus- Arten) gerade.

8". Die ganze Fülilerfurche scharf herabgebogen, selten nicht herabgebogen , dann aber die Oberseite beschuppt oder beborstet.

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9". Schildchen deutlich , bisweilen sehr klein , Fûhlerschaft meist viel kürzer, selten so lang als die Geissei ohne Keule, Schultern nicht oder sehr schwach angedeutet.

Sciaphilus Schönh. 9 '. Schildchen fehlend , Fühlerschaft stets so lang als die Geissei und die Augen überragend.

Platytarsus Schh. 8 '. Fülllerfurche nicht oder nur zum Theil herabgebogen, Körper unbeschuppt. 10". Der untere Rand der Fühlerfurche ist scharf herabge- bogen, der obere gegen die Augen gerichtet , Schultern der Flügeldecken bisweilen angedeutet , Körper nur mit feinen Häärchen besetzt.

Barypeithes Duv. 10'. Fühlerfurche rundlich, gar nicht herabgebogen, Körper bisweilen dicht behaart.

Omias Schh. 7 '. Fühlerfurche geradlinig gegen die Augen oder dicht unter dieselben gerichtet, Fühlerschaft nicht viel kürzer als die Geissei. 11". Spitzenrand der Hinterschienen längs dem Hinterrand der Schiene nicht oder unbedeutend hinaufsteigend, das 2. Abdominalsegment mit geradem oder fast geradem Yorderrand. 12". Fühlerschaft die Augen nicht überragend , Fühlerfurche meist bis unter die Augen reichend, Augen stark vor- springend. Strophosomus Billb. 12 '. Fühlerschaft die Augen überragend, Fühlerfurche vor den

Augen abgekürzt. 13". Oberseite beschuppt.

14". Körper plump, Augen stark oder massig vorragend, Fühler- furche breit, gegen die Augen gerichtet. 15". Rüssel an der Basis so breit als der Kopf, nach vorn etwas verengt, Augen stark vorspringend, 2. Geisselglied länger als das 1. Strophomorphus Seidl.

15 '. Rüssel schon an der Basis schmaler als der Kopf, Augen

massig gewölbt, das 2. Geisseiglied kürzer als das 1.

Pholicodes Schh. 14'. Körper schlanker, Augen flach oder massig vorragend,

die 2 ersten Geisseiglieder gleich lang, Fühlerfurchen

schmaler. 16". Körper massig schlank, Augen flach, Rüssel kaum schmaler

als der Kopf. Achradidius Kiesenw.

16 '. Körper sehr schlank, Augen massig vorragend.

Eusomus Germ.

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13'. Oberseite behaart, Rüssel schon an der Basis schmaler als der Kopf. Elytrodon Schh.

11 '. Der Spitzenrand der Hinterschieuen längs dem llinter- rand der Schienen beträchtlich hinaufsteigend, Fühler- schaft die Augen überragend, das 2. Geisseiglied länger als das 1., Körper langgestreckt.

17". Yorderrand des 2. Bauchsegmentes gebogen, Fühlerfurche flach und vor den Augen aufhörend, Körper nicht dicht beschuppt. Brachyderes Schh.

17'. Yorderrand des 2. Bauchsegmentes gerade, Fühlerfurche bis tief unter die Augen reichend, Körper dicht beschuppt.

Caulostrophus Fairm. 3 '. Klauen frei, Flügel vorhanden, Schultern vortretend, Fühler- schaft die Augen nicht überragend, Fühlerfurche bald gerade, dicht unter die Augen reichend, bald scharf herabgebogen.

18". Das 2. Bauchsegment mit winklig gebogenem Yorderrand.

Mesagroicus Schh.

18 '. Das 2. Bauchsegment mit geradem Yorderrand.

Sitones Schh. 2 '. Fühlerfurche gegen die Augen gerichtet und dieselben mehr oder weniger vollständig erreichend, tief, scharf be- gränzt, Klauen bald frei, bald verwachsen. 19". Haischild nicht sehr gross, breiter als lang. 20". Bauch mit matten, nicht verwachsenen Schuppen bedeckt, Rüssel mit wulstigen Rändern, Halsschild oft mit Ein- drücken, Oberseite meist mit Borsten besetzt.

Trachyphloeus Germ. 20 '. Bauch mit glänzenden, verwachsenen Schuppen bedeckt, Rüssel kantig, Halsschild nie mit Eindrücken, Oberseite mehr oder weniger glatt. Catliormiocerus Schh.

19 '. Halsschild sehr gross, länglich eiförmig, Körper matt be-

schuppt. Axyraeus Kiesenw.

1 '. Fühler vor der Basis des Rüssels eingelenkt, die Fühler- furche zieht zum obern Rande der Augen , Kopf mit 2 Höckern auf dem Scheitel, Tarsen dünn, Klauen frei.

Bradyciuetus Schauf,

Anm. Die Gattung Emomostrophits Tournier kenne ich nicht und Tourniers Beschreibung ist auch so mangelhaft und kurz, dass icli nach derselben diesem Genus keinen sichern Platz im System anweisen kann. Ich füge hier Tourniers Beschreibung bei :

Genre Eusomostroplms Tournier: Tète comme chez les Emomus, avec les scrobes de Foucartia; corps allongé, subparallèle, prothorax faiblement rétrécit postérieurement, de même largeur à ce point que la racine des élytres; celles-ci continuent la courbe du prothorax et sont exactement adaptées à sa base. Pattes robustes, tibias postérieurs munis

ßO

(Seil. Auclinierrstes Krcaatz.

Langgestreckt, braun, Brust und Knie dunkler, grau behaart, ein Fleck am Scliildchen und eine schiefe, von der Naht zum Aussenrand verlautende Binde der Flügel- decken nackt, Kopf und Halsschild deurlich punktirt. Lg. 4 5 mm. Br. 1'/, IVs mm. Grriechenland.

Kiesenwetteri Kr.

Dem Metallües atomarias etwas ähnlich, dui'ch langen, schmalen Rüssel, der so lang ist als das Halsschild, und die kahlen Binden der Flügeldecken leicht kenntlich.

Gen. Polydrusus Germar.

TJehersicJit der üntergattwigen.

1". Nur das 1. Geisselglied der Fühler ist erheblich länger als alle folgenden, das 2. nicht oder kaum länger als das 3. Der Kopf und die ganze Körperoberfläche mehr oder weniger dicht mit rundlichen Schuppen und mit ab- stehenden, ziemlich dicken Borsten bekleidet.

Chaerodrys Duval.

1 '. Die 2 ersten Geisselglieder sind verlängt , das 2. immer ziemlich länger als das 3.

2". 3. bis 7. Glied der Fühlergeissel quer, breiter als lang.

3". Oberseite des Körpers mit haarförmigen Schuppen oder blossen Haaren bekleidet.

Metallites Germar.

3 '. Oberseite mit runden oder ovalen Schuppen bekleidet. 4". Fühlerfurchen tief, scharf begränzt, winklig nach unten

gebogen und an der Unterseite des Rüssels sich vereini- gend, Tarsen kurz und breit, ihre 2 ersten Glieder oben mehr oder weniger bucklig. Schienen des (f mehr oder weniger plattgedrückt. Piezocuemus Clievr.

4 '. Fühlerfurchen fast gerade gegen die Augen verlaufend,

dieselben nicht erreichend , kurz , sich rasch erweiternd, der untere Rand derselben herabgebogen ; Tarsen normal. 5". Flügel vorhanden, Körper reichlich beschuppt.

Leucodrusus Stierl.

de corbeilles remontant le long du bord externe comme chez quelques Neliocarus Thoms.

E. viridis Tourn. Lg. 5 mm. Larg. 174 mm. Allonge, étroit, pattes et antennes testacées, massue de ces dernières d'un brun noirâtre. Corps densément revêtu en dessus de petites écailles subarrondies d'un vert doré; au-dessus de cette vestiture l'on voit quelques poils noirâtres un peu longs à demi dressés. V Eusomostrophus viridis participe à la fois des caractères appartenant aux Foiicartia, Strophosomus, Neliocarus et Eusomus, il doit prendre place dans le voisinage immédiat de ce der- nier genre. Turquie.

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5'. Flügel fehlend, Flügeldecken verwachsen,*) Oberseite

spärlich beschuppt. Ilomapterus Fairm.

2'. 3. bis 7. Geisselglied konisch, länglich, niemals breiter

als lang. 6". Rüssel an der Spitze breiter als an der Wurzel und zwischen

don Fühlert'urchcn breiter als die Stirn zwischen den Augen,

wenigstens so lang als der Kopf, Fühlerfurchen schief

nach unten verlaufend, sich dort verbindend.

Eiidipnus Thoms. 6 '. Rüssel parallel oder gegen die Spitze verschmälert,

zwischen den Fühlergruben schmaler als die Stirn zwischen

den Augen. 7". Augen rund oder oval, Kopf von gewöhnlicher Bildung. 8". Die Stelle der Fühler-Insertion ist vom Yorderrand der

Augen ebensoweit entfernt als der Durchmesser eines

Auges beträgt. 9". Fühlerfurche ganz fehlend oder abgekürzt, niemals auf

die Unterseite des Rüssels verlängert.

Eustolus Thoms. 9 '. Fühlerfurchen scharf begrenzt, nach unten verlaufend und

sich auf der Unterseite des Rüssels verbindend.

Polydrusus Germ. 8 '. Die Insertionsstelle der Fühler ist ganz nahe bei den

Augen, Kopf meist mit Höckern hinter den Augen.

Tyloclrusus Stl. 1'. Augen verlängt, Kopf unförmlich, an der Wurzel sehr

dick, Scheitel stark gewölbt, Rüssel sehr kurz; durch

diese Kopfbildung sich der Gattung Sci/tropus nähernd.

Conocoetus Desbr.

Subg:. Cliaerodrys Duval.

1". Flügeldecken dicht beschuppt.

2". Flügeldecken fast 2 mal so lang als breit, Rüssel so breit als die Stirn zwischen den Augen.

Körper schwarz, Schuppen grau. Schienen und Fusse röthlich, Rüssel kaum länger als breit, Ilalsschild wenig breiter als lang, Flügeldecken deutlich punktirt gestreift, Schenkel ungezähnt. Lg. 4 mm. Br. l'/^ mm. Morea.

Reitteri Stl.**)

*) Wegen der fehlenden Flügel gehörte diese Untergattung in die Nähe der Sciaphihis, allein der ganze Habitus, die Bildung der Schultern, die Bildung der Fühler und der Fühlerfurchen stimmt so sehr zu Leuco- (InisHs, dass sie dennoch hierher zu stellen ist.

**) Ch. Reitteri.

Oblongo-ovatus, niger, squamulis rotundatis griseis dense tectus, setalisque brevibus parce obsitus, antennis, tibiis tarsisque testaceis, rostro

Hittheilangen der Schweiz, entom. GeaeUschaft. Bd. 7. Heft 2. 5

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Körper braun, hellbraun beschuppt, Scheibe des Hals- schildes und 3 Binden der Flügeldecken dunkler braun, Rüssel länger, Halsschild so lang als breit. Lg. 4 mm. Br. VI, mm. Morea. Pictus Stl.*) 2 '. Flügeldecken 1 1/2 nial so lang als breit, Rüssel viel schmaler als die Stirn.

Halsschild etwas breiter als lang, seitlich wenig erweitert, Beine schwarz mit hellen Tarsen, Beschuppung dicht grau. Lg. 2^4 31/2 nim. Br. l^/a l'/^ mm. Frankreich, Spanien.

Setifrous Duv. Halsschild so lang als breit, vorn breit eingeschnürt; Kopf und Halsschild braun beschuppt, an den Seiten weisslich, Flügeldecken fleckig braun und weisslich beschuppt, Beine dunkel, Tarsen rÖthlich, Stirn hoch gewölbt, Rüssel breit und kurz. Lg. 2V2 mm. Griechenland.

Bellus Kr. 1 '. Flügeldecken spärlich grau beschuppt, Fühler und Beine gelb , die Schuppen bilden hie und da Flecken , Borsten fein und kurz. Lg. 2 mm. Br. 1 mm. Tanger.

Minutiis Tourn.**)

Subg;. JUetallites Germar.

\". Flügeldecken parallel mit deutlich vortretenden Schultern.

2"". Braun, mit anliegenden, glänzend grünen Schuppen ziemlich dicht bedeckt, Halsschild seitlich wenig gerundet, Flügel- decken fein punktirt gestreift, die Zwischenräume 4 mal so breit als die Streifen, deren \. und die 2 äussersten einfach behaart oder doch viel spärlicher beschuppt sind als die übrigen, Fühler gelb. Lg. 6 8 mm. 2^/2 3 mm. Mittel-Europa. Mollis Germ.

brevi, parallele, fronte non angustiore, thorace longitudine paulo latiore, lateribus parum rotundato, elytris latitudine diiplo longioribus, punctato- striatis, interstitiis planis, seriatim setosis, femoribus muticis. Lg. 4 mm. Lat. lYs mm. Morea.

*) Gh. pictus Stl.

Oblongo-ovatus, brunneus, squamulis rotundatis , laete brunneo- testaceis tectus, thoracis disco, fasciisque 3 transversis elytrorum fuscis, rostro capite vix breviore, fronte parum angustiore, thorace longitudine non latiore, lateribus subrectis, elytris latitudine fere duplo longioribus, striatis , in striis obsolete punctatis , femoribus muticis. Lg. 4 mm. Lat. l*/* mm- Morea.

**) Ch. minutus Tourn. i. 1.

Oblongo-ovatus, testaceus vel niger , antennis pedibusque flavis, squamulis rotundatis griseis parce maculatim, setulisque brevissimis parce vestitus. Lg. 2 mm. Lat. 1 mm. Tanger.

Pol. nanus Desbr. aus Marocco (Opusc. entomol. p. 5) dürfte l7ohl mit dieser letztem Art identisch sein.

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var. Schwarz, mit gelben Fühlern, Schienen und Füssen. Seealpen. v. laricis Chevr.

2'". Flügeldecken mehr oder weniger metallisch beschuppt, mitunter kahle Stellen weisend , aber diese sind niemals wie beim vorigen angeordnet , die Streifen der Flügel- decken sind stärker, ihre Zwischenräume höchstens 2 mal so breit als die Punkte. 3". Fühler theilweise dunkel, wenigstens die Keule, Halsschild seitlich wenig gerundet, Schuppen grün oder goldglänzend, Farbe des Körpers schwarz oder braun. Lg. 4 5 mm. Br. IV4 2 mm. Europa.

Atomarius Ol. var. Die abwechselnden Zwischenräume etwas schmaler. (Cat. Grenier 1863. 99.) v. geraiiiatus Chevr.

3 '. Fühler gelb.

4". Yorderschenkel mit spitzigem Zahn.

Grau beschuppt, Ilüssel kürzer als der Kopf, Halsschild seitlich gerundet. Schildchen quer. Lg. 3 4 mm. Br. IV4 IV4 iiiDa. {Amhiguus Gyl.) Europa.

Iris Ol. Bräunlichgrün beschuppt, Scheibe der Flügeldecken glänzend, diese tief punktirt gestreift, Rüssel fast so lang als der Kopf, Halsschild verlängt, Schildchen klein, Seiten der Brust weiss, Beine roth. Lg. 4V2 nim. Br. l'/a mm. Portugal. (Ann. de Fr. 1879. Bull. p. 139.)

Liisitanicus Chevr.

4 '. Yorderschenkel ungezähnt.

5". Flügeldecken parallel mit stark vortretenden Schultern, etwas flach, gleichmässig gelblich beschuppt, Halsschild so lang als breit. Lg. 3 4'/,, mm. Br. IY3 P/i nim. Frankreich. Parallelus Chevr.

5 '. Flügeldecken weniger parallel, weniger flach, Beschuppung

meist ungleichmässig. 6". Halsschild wenigstens so lang als breit, vorn und hinten gleich breit, Flügeldecken stark punktirt gestreift.

Halsschild zerstreut punktirt , ganz gelbroth , sparsam mit goldglänzenden Schuppen bekleidet, Rüssel mit schmaler Furche, Schenkel dick, undeutlich gezähnt. Lg. 3>/3 mm. Br. IY3 mm. Algier. Rutilipeuuis Chevr.

Halsschild dicht und fein runzlig punktirt, eine abge- kürzte Querbinde der Flügeldecken hinter der Mitte und meist eine noch kleinere vor der Spitze unbeschuppt. Lg. 3 3y4 mm, Br. l'/^ mm. Algier.

Anchoralifer Chevr.

6 '. Halsschild breiter als lang , vorn schmaler als hinten,

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Flügeldecken mit einem kahlen Fleck an der Wurzel und einem grössern, viereckigen auf der Scheibe. Lg. 4 4 Yj mm. Br. IY2 2 mm. Dalmatien, Griechenland.

Elegantulus Boh.

var. b. Flügeldecken mit einem dichter beschuppten und daher weisslichen Fleck hinter der Mitte.

V. signatus Stl.

var. c. Flügeldecken ganz gleichmässig beschuppt. {Pistaciae Ksw.) v. modestiis Stl.

2". Nur das Schildchen und die Seiten der Brust sind beschuppt, Flügeldecken mit abstehenden Haaren, Halsschild länger als breit.

Schwarz , Flügeldecken dunkelbraun , flach gedrückt, massig stark gestreift, die Zwischenräume doppelt so breit als die Punkte, Pubeszenz gelblich. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Italien. Pirazzolii Stl.

Braun mit helleren Flügeldecken, diese gewölbt, stark gestreift, die Zwischenräume nicht breiter als die Punkte, Pubeszenz halb abstehend, mit grünlichem Schimmer. Lg. 3 4Vj mm. Br. l'/z 2 mm. (viridipuhens Mars.) Süd-Italien. Scutellaris Chevr.

2 '. Unbeschuppt, dicht grau behaart, mit hellen Beinen, Hals- schild länger als breit, seitlich gerundet, gekielt, Flügel- decken verlängt, Schenkel dick. Lg. 4 mm. Br. l'/j mm. Algier. Pruinosus Chevr.

1 ', Flügeldecken länglich eiförmig, ohne vortretende Schultern, dicht weiss beschuppt mit spärlicher Pubeszenz, Halsschild länger als breit, dicht und kräftig punktirt, Flügeldecken wenig breiter als das Halsschild, mit starken Punktstreifen. Lg. 3 4 mm. Br. IYj 2 mm. Spanien, {glohosus Schh.)

Murinus Schh.

Subjir. Piezocnetuus Chevrolat.

1". Beine ganz gelb, Rüssel breit und flach, Oberseite mit runden, gelblichgrünen Schuppen dicht bedeckt, Schienen des (f breit, plattgedrückt, innen winklig. Lg. 5 5^, mm. Br. IY3 mm. Schweizerische und piemontesische Alpen, Ungarn, (jpedemontaniis Chevr.)

Paradoxus Stl.

1 '. Rüssel schmaler, mit schwacher Mittelfurche , Schienen des cf weniger stark verbreitert.

2". Halsschild so lang als breit , vorn schmaler als hinten, seitlich wenig gerundet. Beschuppung gelblich grün, wenig glänzend. Schienen gelb. Lg. 5 ö'/a mm. Br. I73 mm. Basses Alpes. Abeillei Dbr.

Arno. M,Laveti Dbr. =m Atactogenns pubescens All.

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2 '. Halsschild breiter als lang, seitlich gerundet, 3". Halsschild vorn schmaler als hinten.

Schuppen kupf eriggrün , länglich, Fühler gelb, die Geissei nach aussen dunkel , Schienen und Tarsen gelb. Lg. 4'/2 mm. Br. Vj-^ mm. Karpathen. (Berl. Zeitschr. 1874, p. 229.) Karpathicus Branks.

Schuppen schön grün , glänzend , rund , Schaft der Fühler und Tarsen gelblich. Lg. 5 mm. Br. P/s 2 mm. Schweizer Alpen, Pyrenäen.

Amoenus Grerm.

3 '. Halsschild vorn kaum schmaler als hinten, Schuppen rund,

grün, wenig glänzend, Körper schmaler als beim vorigen, Schaft der Fühler, Schienen und Tarsen gelb. Lg. 5 mm. Br. l'/j IVs mm. Szören Alpe, Steiermark, Graubündten.

Hopffgarteni Stl.*)

Subg. lieucodrusius Stierlin.

\". Der Kopf, Rücken des Halsschildes und der Flügeldecken röthlichbraun , die Seiten der letztern schön grün be- schuppt, Schuppen rund, Halsschild fast so lang als breit, zylindrisch, vorn schwach eingeschnürt, Beine braunroth, Schenkel ungezähnt. Lg. 6 mm. Br. 21/3 mm. Algier.

Oberthoiiri Desbr.**)

1 '. Beschuppung weisslich grau.

2'". Die vordere Hälfte der Flügeldecken und eine nach innen verschmälerte Binde hinter der Mitte, sowie einige kleine Flecken gegen die Spitze grau beschuppt, sonst sind die Flügeldecken kahl , Beine schwarz, Rüssel mit schmaler Furche, Halsschild zylindrisch. Lg. -l'/t 5 mm. Br. r^;, mm. Sicilien. Sieauus Chevr.

2". Beschuppung überall gleichmässig, dicht.

Körper schwarz, Halsschild nach vorn schwach ver- schmälert, weder gerundet noch eingeschnürt, etwas breiter als lang, Flügeldecken IY2 mal so lang als breit. Lg.

*) P. Hopffgarteni.

Niger, antennarum scapo, tibianim apice tarsisque nifescentibiis, impubis, squamulis rotundatis viridibus, subopacis tectus, rostro piano, capite mnlto breviore, antennis brevibiis. funiculi articulo primo 2" lon- giore et crassiore, extornis siibtransversis, scapo oculos non superante, fronte piano vel leviter impresso, ociilis prominulis. tliorace transverso, lateribus leviter rotundato, apice vix angustiore quam basi, elytris sub- parallelis, subtiliter striatis, interstitiis planis, femoribus muticis, ventre parce viridi siiiiamoso. Lg. ö m. Lat. 172 iVs mm. Szöreu Alpe, Steiermark, Bündten.

*♦) Mit dieser Art dürfte wohl auch P. cinctus Dbr. (Ann. de Fr. 1871, 235) identisch sein, dieselbe ist in Tanger einheimisch.

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4 mm. Br. ly^ mm. Ungarn, (cylindricollis Boh.^ senex Chevr.) Tibialis Gyl.

var. b. etwas kräftiger gebaut, Flügeldecken heller und dunkler grau gewürfelt, r. robustus Desbr.

Körper ganz gelbroth, Halsscbild vorn und hinten eingeschnürt, seitlich massig gerundet, Flügeldecken fast 2 mal so lang als breit. Lg. 47., mm. Br. 2 mm. Cau- casus. Fiilvus Stl.*)

2 '. Oberseite mit kurzen , abstehenden Börstchen besetzt, Schenkel ungezähnt.

Beschuppung grünlich, ziemlich dicht, Halsschild etwas breiter als lang, seitlich wenig gerundet. Lg. S'/j mm. Tirol. Chaerodrysius Gredler.

Braun, die Seiten des Halsschildes weisslich beschuppt, Flügeldecken mit weisslichen , etwas verlängten Schüpp- chen spärlich bestreut, Fühler und Beine gelbroth, Bussel breit und eben, wie Kopf und Halsschild dicht, massig stark punktirt, letzteres fast etwas länger als breit, seit- lich weniger gerundet, vorn kaum schmaler als hinten, Flügeldecken oval, IV2 mal so lang als breit, mit ge- rundeten Schultern, stark punktirt gestreift, Zwischenräume eben, mit einfacher Borstenreihe. Lg. 3 mm. Br. l'/j mm. Asturien. Asturianus Chevr.

Subg;. Honiapterus Fairm.

1". Halsschild so lang als breit.

Schwarz , Fühler und Schienen roth , Halsschild sehr dicht runzlig punktirt, Flügeldecken doppelt so lang als das Halsschild. Lg. 3 3 '4 mm. Br. l'/j mm. Pyrenäen.

Siibüudus Fairm. Schwarz, Fühler und Beine roth, Halsschild läugsrunzlig punktirt, Flügeldecken l^s mal so lang als das Hals- schild. Lg. 21/2 mm. Asturien. (Deutsche Zeitschr. 1880, 302.) Brevipennis Kirsch.

1 '. Halsschild breiter als lang, schwarz.

Ober- und Unterseite fein und kurz pubeszent, Kopf und Halsschild dicht und ziemlich kräftig, dieses auf der

*) T. fiilvus Stl.

Rafo-testaceus, fulvus, squamulis rotundatis griseis dense aequaliter tectus, inipubis, rostro capite paulo l)reviore, piano, tenuiter sulcato, oculis modice prominulis, antennis brevibus, thorace longitudine latiore, lateri- bus paulo rotundato, antice posticeque anguste constricto, elytris ovalibus, sub parallelis, tenuiter punctato-striatis, interstitiis planis, alternis paulo latioribus, pedibus rauticis. Lg. 4^8 nira. Lat. 2 mm. Caucasus.

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Scheibe etwas längsrunzlig punktirt, Rüssel schmaler, Augen mehr vorragend. Lg. 4 4'/2 mm. Spanien.

Af finis Chevr. Ober- und Unterseite fein, die Seiten der Brust etwas dichter beschuppt, Kopf und Halsschild feiner punktirt, Hüssel breiter, Augen flacher, die 2 ersten Geisselglioder kürzer. Lg. 4 mm. Spanien.

Puuctulatus Bris.

Subis. Kiidipnus Thomson.*) 1". Beschuppung länglich, haarförmig, gleichfarbig. 2". 2. Geisseiglied der Fühler um die Hälfte länger als das 1. 3". Augen vorragend, Schuppen goldgelb, kupferig oder grün, auf dem Halsschild konvorgiren die Schuppen von allen Seiten gegen die Mitte. Lg. ßV^— S'/j mm. Br. 2V3 3'/2 mm. Europa. {Micans F.)

Mollis Stroem. 3 '. Augen flach, die Schuppen des Halsschildes verlaufen alle in querer Bichtung. Lg. 5—6 mm. Br. 27a mm. Griechen- land. Cocciferae Kiesw. var. a. Beschuppung kupferig. var. b. Beschuppung grün.

var. c. Bescliuppung okergelb, Naht und Seiten der Flügeldecken heller, Körper etwas kräftiger.

Y. creticus Ksw. 2 '. Die 2 ersten Geisselglieder der Fühler sind gleich lang oder das 2. selbst etwas kürzer als das L, Flügeldecken grob punktirt gestreift.

Stirn breiter als ein Auge , die ersten Zwischenräume der Flügeldecken viel breiter als die Streifen, Beschuppung kupferroth, Hinterschenkel undeutlich gezähnt. Lg. 4 mm. Br. 2'/2mm. Dalmatien. Brevipes Ksw.

var. b. Grösser (6 mm. lang), Hinterschenkel etwas deutlicher gezähnt. (Opuscules p. 5.)

V. subpilosus Dbr. var. c. Viel kleiner (3— 3',2 mm. laug), Seiten und Spitze der Flügeldecken röthlich, Beschuppung etwas grün Hell. V. rufescens St.

Stii-n nicht breiter als 1 Auge, die ersten Zwischen- räume der Flügeldecken uel)cu der jN'aht nicht breiter als die Streifen. Karamani Stl.**)

*) Den Gattungen Jùidipmis und Eiistohcs ist freilich eine viel grössere Ausdehnung gegeben, als Thomson ihnen gab, allein che ich neue Namen kreirte, wollte ich lieber diese beibehalten.

**) KiidipnuK Karaitiani m.

Oblongo-ovatus , niger , squamulis piliformibus, cupreo-micantibus

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1 '. Schuppen der Flügeldecken oval, kupferig oder grünlich, die Seiten der Flügeldecken schön silberglänzend oder gelblich beschuppt, Flügeldecken tief punktirt gestreift, Fühler und Beine röthlich , Schenkel schwach gezähnt. Lg. 5—6 mm. Br. 2^U 2V2 mm- Italien.

Lateralis Gyl.

Subg:. Etistolus Thoms. V". Flügeldecken mit abstehenden Haaren. 2". Der Fühlerschaft erreicht den Vorderrand des Halssehildes

oder überragt ihn. 3'". Beschuppung dicht und gleichmässig, mit feinen nackten Punkten durchsetzt, grün, öfter in's röthliche übergehend. 4'". Das 2. Geisselglied ist kürzer als das 1. 5". Beine ganz gelb, Schenkel ungezähnt, Stirn gewölbt.

Augen oval, 4. Greisseiglied viel länger als das 3., Hals- schild zylindrisch. Lg. 3^/2 mm. Grriechenland, Insel Greta.

Gracilicornis Kiesw. Augen rund, 4. Geisseiglied kaum länger als das 3., Halsschild breiter als lang. Lg. 41/2— 5 V2 niwi- Mittel- Europa. Flavipes De Geer. 5 '. Schenkel dunkel, stark gezähnt, Haare lang und kräftig, fast borstenartig, 3. Geisseiglied viel kürzer als das 2., die Beschuppung weniger dicht.

Schienen und Tarsen gelb, Beschuppung röthlich grün, Flügeldecken 5 mal so laug als das Halsschild, wenig gewölbt. Lg. 5 6'/2 mm- ßi"- IVs ^ vom. Süd-Bussland.

Piliferus Hochh. Beine ganz schwarz. Beschuppung kupferroth, Flügel- decken 372 4 iiial so lang als das Halsschild, bauchiger, stark gewölbt. Lg. 4 5 mm. Br. 1 '/a - 1 Va "i™- Süd- Russland. (Pol. vilh Gyl., Pol. Martini Hummel.)

limstus Germ. 4". Das 2. Geisseiglied ist länger als das 1., das 3. gleich dem 1., Augen oval, vorn zugespitzt.

Rüssel fast so lang als der Kopf, Körper dicht grün beschuppt, Behaarung braun, Fühler und Beine gelb, das 2. Geisselglied dem 1. fast gleich, Halsschild breiter als lang, Schenkel ungezähnt. Lg. 6 mm. Br. 2'/2 mui- Frankreich, Spanien. (Pol. Martinezi Perez.)

Xanthopus Schh.

vestitus, rostro capite paulo breviore , thorace latitiuUne nou breviore, lateribus leviter rotundato, fronte oculo non latiore, elytris latitudiae 174 longioribus, fortiter pimctato-striatis, interstitiisangustis, convexis, pedibus rufo-piceis, muticis. Lg. 4—5 mm. Br. IV2— iVs mm, Dalmatien.

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Rüssel halb so lang als der Kopf, das 2. Geisselglied deutlich länger als das 1., ITalsschild so lang als breit, Augen oval, Schenkel schwarz. Lg. S'/j mm. Er. l^l^ mm. Tirol, Italien. Kahri Kirsch.

var. b. Etwas grösser, Halsschild kürzer, sein Vorder- rand und der Rüssel bräunlich.

V. Siculus Dbr.

4 '. Die 2 ersten Geisseiglieder sind gleich lang, die Augen rund.

6". Augen stark vorragend , Stirn flach , Rüssel sehr kurz, Halsschild zylindrisch, wenig breiter als lang, mit reich- licher, starker Pubeszenz und zahlreichen Kahl})uuktcn. Lg. 4 5V2 mm. Br. 1% 2 mm. Spanien. (Ann. de Fr. 1871, 231.) Hispauicus Dbr.

6 '. Augen ziemlich flach , Schenkel schwarz , Stirn gewölbt, Halsschild so lang als breit, Pubeszenz kurz, Kahlpunkte kleiner und spärlicher, Schenkel gezähnt. Lg. 3'/2 mm. Br. 1 mm. Mt. Baldo. Baldensis Stl.*)

3". Braun, weissfleckig beschuppt, Beine gelb, Augen oval, wenig gewölbt, Fühlerfurchen sehr kurz. Lg. 3 mm. Griechenland. Marcidus Kiesw.

3 '. Schwarz , mit silberweissen Schuppen ungleich fleckig bestreut, Beine schwarz, Schenkel stark gezähnt, Behaarung lang, Augen gross, 1. Geisselglied länger als das 2. Lg. 4 5 mm. Br. IV4 nira. Spanien, Algier (Opuscules entom. I. p. 4) Luctuosus Desbr.

2 '. Der Fühlerschaft erreicht den Vorderrand des Hals- schildes nicht.

T". Schwarz, die Flügeldecken mit silbergrauen oder grünlichen Schuppen ungleich und nicht dicht bestreut, Fühler gelb, Keule schwarz, Behaarung ziemlich dicht und lang, Beine schwarz, Schenkel gezähnt. Lg. 4V2 mm. Br. 2 mm. Krimm. Astutus Gyl.

7". Flügeldecken dicht mit grünlichen oder röthlichen Schuppen bekleidet.

8". Pubeszenz sehr kurz, halb anliegend, Beschuppung grün, mitunter theilweise röthlich.

*) E. Baldensis Stl.

Oblongus, niger, squamnlis rotundatis viridibus et pubescentia brevi, pallida, suberecta vestitus, rostro longitudine breviore, piano, oculis pro- minulis, antennis gracilibus , üavis , scapo margiuem anteriorem thoracis vix attingente, funiculi articulis omnibus elongatis, secundo 1" vix longiore, thorace quadrato, longitudine non latiore, lateribus non rotundato, basi apiceque aeque lato, elytris parallelis. oblongis, evidenter punctato-striatis, ventre dense squamoso, pedibus nigris, tibiarum apice tarsisque brunneis, femoribus squamosis. denticulo minuto armatis. Lg. SVi mm. Lat. 1 mm. Mt. Baldo.

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Halsschild seitlich gerundet, hinter der Mitte am breitesten, Flügeldecken doppelt so lang als breit, Beine ganz roth oder die Schenkel dunkler, schwach gezähnt, Kopf meist röthlich. Lg. 4Y2 5 mm. Br. I1/2 2 mm. Algier.

Chrysoceplialus Chevr. var. b. Auch das Halsschild ist röthlich beschuppt.

V. erubescens Stl. var. c. Kopf, Halsschild und eine breite Binde über die Naht röthlich. v. dorsalis Stl.

Halsschild zylindrisch , Beschuppung ganz blassgrün, wenig glänzend, Flügeldecken kürzer, IY2 m^l so lang als breit. Lg. 5 6 mm. Br. 22/3 2*/2 mm. Spanien. (PalUdivestis Desbr., cnrtidus Bris.)

Dilutus Motsch. 8 '. Pubeszenz abstehend.

9". Stirn gewölbt, Schenkel gezähnt, Beine röthlich, die Schenkel meist etwas dunkler, Halsschild seitlich gerundet, Pubeszenz ziemlich lang, alle Schenkel deutlich gezähnt. Lg. 6 6'/2 mm. Spanien. Ibericus. Stl.*)

Halsschild seitlich nicht gerundet, vor der Mitte ein- geschnürt. Beschuppung smaragdgrün mit Kahlpunkten, die auf den abwechselnden Zwischenräumen dichter stehen, Borsten feiner und kürzer, Schenkel schwach gezähnt. Lg. 4 mm. Br. l»/, mm. Italien.

riorentinus Chevr. 9'. Stirn flach oder schwach -eingedrückt , Schenkel nicht gezähnt, Halsschild seitlich nicht gerundet.

Beschuppung glänzend grün, Rüssel gegen die Spitze schwach verschmälert, Halsschild deutlich breiter als lang, vorn und hinten gleich breit, Behaarung braun, Schenkel dunkel. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Spanien, [aceris Chev- rol.) Interstitialis Perris.

Beschuppung matt, Rüssel ziemlich stark konisch, Halsschild so lang als breit, vorn schmaler als hinten,

*) P. Ibericus.

Niger, viridi-sqiiaraosus,breviter pubescens. antennis, genubus, tibiis tarsisque rufo-testaceis, rostro brevi, antice crista brevi notato, antennis gracilibus, scapo thoracis inarginem non attingente, funiculi art. 2 primis aeque longis, tertio 6" paulo (ç^) vel multo (9) longiore. thorace longi- tufline paulo latiore, lateribus modice {(^) aut parum (9) rotundato, antice posticeque fere aeque lato, elytris subparallelis, evidenter punctato-striatis, femoribus denticulatis. Long. 6—672 mm. Lat. 2 mm. Spanien.

Dem P. chrysoceplialus in Gestalt ähnlich, in Grösse dem P. sericeus, von ersterem ausser der Länge der Fühlerglieder durch längeren Rüssel, etwas stärker gezähnte Schenkel, grössere Augen und grössere Schuppen verschieden.

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Behaarung etwas kürzer, Beine ganz gelb. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Mitteleuropa. Impressifrons Gyl.

var. b. Kleiner, Beschuppung gelblichgrün. Europa.

V. flavovirens Gyl. var. C.Stirn etwas gewölbter, Rüssel kürzer. Südfrankreich. (Revue d'EntomoL, Mai 1882.)

V. curtirostris Gozis. var. d. Eindruck der Stirn und des Rüssels undeutlich. Südfrankreich. (1. c.) v. Reyi Gozis. 7 '. Körper mit runden, grauen Schuppen ziemlich dicht bedeckt, die Beschuppung ist etwas üeckig, fast glanzlos. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Samarkand. Piligerus Kraatz. i. 1.*) 1". Die Pubeszenz ist kurz und anliegend, schwer sichtbar. 10". Körper dicht beschuppt, ohne kahle Stellen, oder die

Beschuppung bildet Längsstreifen. 11'". Die ßoschuppung der Oberseite ist gleichfarbig, grünlich. 12". Halsschild an der Basis gerade abgestutzt und hier halb so breit als die Basis der Flügeldecken.

Oberseite grünlich, Unterseite und Schenkel silberfarbig oder blass röthlich beschuppt, die Wurzel der Fühler und die Schienen gelbroth; Rüssel eben, Halsschild seitlich etwas gerundet, hinter der Mitte am breitesten, Flügel- decken gewölbt, fein punktirt gestreift, Schenkel nicht deutlich gezähnt. Lg. 6V2 mm. Br. 2V2 mm. Spanien. (Berl. Zeitschr. 1870, Beiheft p. 157.)

Subglaber Desbr. Ober- und Unterseite nebst den Beinen ganz grün beschuppt, Fühler und Beine ganz schwarz, Rüssel gefurcht und an der Spitze tief dreieckig eingeschnitten, Halsschild zylindrisch, sehr schwach gerundet, vor der Mitte am breitesten , Flügeldecken weniger gewölbt , alle Schenkel deutlich gezähnt. Lg. ß-ß'/j mm. Br. 2^!^ mm. Algier. BedeU Stl.**)

*) P. piligerus Kr.

Oblongus, squamulis rotundatis griseis inaequaliter tectus . pilis erectis vestitus; scapo thoracis marginem non attingente, antennis tibiisque rufescentibus. rostro capite breviore, piano, fronte depressa, oculis sub- planis, rotundatis, thorace cylindrico, latitudine non breviore, obsolete carinato, elytris latitudine 174 longioribus, punctato-striatis, femoribus muticis. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Samarkand.

Dem piliferus Hochh. nicht unähnlich, gleich gross, Rüssel länger und breiter, der Fühlerschaft erreicht den Vorderrand des Halsschildes nicht, Augen kleiner, rund, Stirn flacher, Halsschild zylindrisch, Behaarung der Flügeldecken kürzer.

**) Pol. BedeU m.

Oblongus, niger , obsolete piibescens, squamulis minutis , rotun- datis, viridibus dense aequaliter tectus, capite oblongo, rostro capite

72 '

12'. Halsschild an der Basis tief ausgerandet, und auch am Yorderrand, Beschuppung grün, Flügeldecken gewölbt, mit gewölbten Zwischenräumen, an der Wurzel wenig breiter als die Basis des Halsschildes, Beine schwarz. Lg. 7 mm. Br. 8 mm. Algier. (Ann. de Fr. 1871, p. 235.)

ConTexior Dbr. 11". Die Beschuppung zeigt Längsbinden.

13". Rüssel so lang als der Kopf, Oberseite röthlich braungelb, der 3. und 7. Zwischenraum weisslich beschuppt, Beine röthlich, Schenkel in der Mitte dunkel, gezähnt. Lg. 472 5'/j mm. Br. 1% 2 mm. Mitteleuropa.

Couflueiis Steph. 13 '. Rüssel kürzer als der Kopf, Schultern weniger vortretend, Flügeldecken gewölbt, bauchig.

Schenkel dunkel, schwach, mitunter undeutlich gezähnt, Oberseite etwas spärlich, der 3. Zwischenraum dichter beschuppt, Halsschild breiter als lang, seitlich gerundet. Lg. 4 5'/2 mm. Br. 2 2^1^ mm. Oesterreich, Südfrankreich, vorzugsweise am Meeresufer.

Chrysomela Ol. var. b. Flügeldecken gleichmässig grün beschuppt.

V. salsicola Fairm. Beine ganz gelb, Schenkel schwach gezähnt, die Seiten des Halsschildes, der 3. 7. und 9. Zwischenraum der Flügel- decken samaragdgrün beschuppt, Halsschild fast so lang als breit, schwach gerundet. Lg. 4"2 mm. Br. l'/2 mm. Portugal, Volxemi Tourn.

11 '. Die Beschuppung ist fleckig, bräunlich, ein verlangter Schulterfleck, eine abgekürzte, mit dem Schulterfleck meist zusammenfliessende Querbinde in der Mitte der Flügel- decken und einige Flecken vor der Spitze weiss beschuppt, Halsschild sehr wenig breiter als lang, nach vorn ver- schmälert, Fühler und Beine gelb, Schenkel mit spitzigem Zähnchen. Lg. 4 mm. Br. IV3 mm. Andalusien, Algier. (Ann. de Fr. 1871, p. 232.) Roseus Tourn.*)

Fusco-roseus Dbr.

multo breviore, conico, piano, antennis gracilibus, basi testaceis, thorace in cT paulo, inO non rotundato, longitudine paiilolatiore, elytris latidudine duplo longioribus, pedibiis uigris, obsolete dentatis. Long. 6 672 mm. Br. 27» mm. Algier.

Dem P. sericeus ähnlieh, weniger glänzend, durch breitern Kopf, kürzern Rüssel, schwarze Beine abweichend, dem subgJaber am näch- sten, Rüssel gefurcht, Halsschild vor der Mitte am breitesten, Beine ganz schwarz, Schenkel deutlicher gezähnt.

*) Ich habe P. roseus Tourn. nicht gesehen, aber die sehr kurze Beschreibung passt vollkommen auf unsere Art, T. scheint diesellbe

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10 '. Flügeldecken nur fleckenweise beschuppt, gewürfelt, die dunklern Stellen meist kahl, Behaarung kurz und spärlich, meist anliegend. Schuppen rund. 14'". Körper schmal, braungelb mit ganz gelben Beinen, die Scheibe der Flügeldecken spärlich und undeutlich wolkig, der breite Seitenrand weiss beschuppt, Rüssel lang und schmal, mit Querwuslt, Augen gross, die 2 ersten (icissel- glieder der Fühler gleich lang, Schenkel undeutlich gezähnt. Lg. 41/2 mm. Br. ly^ mm. Tanger. (Ann. de Fr. 1871, 285.)

Leiico-mîirmoratus Dbr. 14". Körper schwärzlich mit gelben Schienen und Füssen, nach hinten verbreitert, Beschuppung matt, weisslich und grau marmorirt. $

Körper breiter, Rüssel kürzer als der Kopf, 2. Geissel- glied länger als das 1., Halsschild wenig breiter als lang, nach vorn deutlich verschmälert. Lg. 5,8 6,2 mm. Br. 2,5—2,8 mm. Südfrankreich. (Ann. de Fr. 1869 p. 390.)

Crriseo-maculatus Dbr. Körper verlangter, Rüssel kürzer als der Kopf, das 2. Geisseiglied ist kürzer als das 1., Halsschild breiter, nach vorn weniger verschmälert. Lg. ö'/j 7 mm. Br. IY3 3 mm. Spanien. (Berl. Zeitschr. 1870, Beiheft.)

Tariegatus Dbr. 14 '. Beine ganz schwarz, Schuppenmehr oder weniger metallisch, Schenkel gezähnt.

Flügeldecken nach hinten wenig verbreitert, 3 mal so lang als das Halsschild, dieses seitlich schwach gerundet, ohne Mittelrinne, Beschuppung mehr oder weniger deutlich gewürfelt. Lg. 31/4 5 mm. Br. l'/j 2^1^ mm. Europa.

Cervinus L. Die Farbe der Beschuppung ist sehr veränderlich, kupferroth, gelbroth, grau oder grünlich, und auch die Grösse varirt stark. Von Varietäten erwähne ich:

var. a. Beschuppung kupferig, deutlich schwarz gefleckt.

T. maculosus Herbst, var. b. Beschuppung in's grünliche übergehend.

T. vireus Boh.

var. c. Beschuppung grün, sehr kleine Stücke.

Flügeldecken nach hinten bauchig, 4 5 mal so lang

als das Halsschild, dieses seitlich schwach gerundet, nach

vorn mehr verschmälert, mit heller beschuppter Mittellinie,

die Beschuppung ist ziemlich konstant grau mit leichtem

nicht gekannt zu haben , sonst würde er seinen roseiis mit funco-roseus verglichen haben und nicht mit impressifrons. P. ftcseo-rosetis ist 1871 beschrieben, P. rosei*s Tourn. 1874.

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Kupferglanz und mit kahlen Flecken gewürfelt. Lg. 51/2 7 mm. Br. 2 2Y2 mm. Durch's ganze Alpengebiet. P. binotatus Tlioms, P, arvernicus Dbr.

Melanostictus Chevr.*) var. b. Halsscbild vorn etwas stärker eingeschnürt, und behaart mit deutlicherer Mittelfurche , Flügeldecken an den Schultern und neben dem Schildchen mit je 2 kurzen erhabenen Linien, letztes Geisseiglied nicht länger als breit. Lg. 6 mm. Br. 2 2^/^ mm. Südfrankreich. (Harold. Col. Hefte 1869 p. 73) Paragalloi Dbr.

T. Nodulosus Chevr. 1 '. Flügeldecken ganz ohne Pubeszenz, nur beschuppt. 15". Körper dicht beschuppt, die äussern Geisselglieder so

breit als lang.

16". 1. Geisselglied der Fühler nicht oder wenig länger als das 2.

17". Beine schwarz. Beschuppung grün od. röthlich od. bräunlich.

Schenkel gezähnt. Beschuppung matt grün, Halsschild

so lang als breit, Flügeldecken 1^/^ mal so lang als breit,

fein punktirt gestreift. Lg, 4 mm. Br. 1 Y^ mm. Mt. Serrat

in Spanien. (Ann. de Fr. 1851, 632.)

Bohemauui Kiesw. var. b. Kopf, Halsschild und Beine röthlich beschuppt, Flügeldecken grün. v. (lichrous Fairm.

var. c. ganz röthlich beschuppt.

V. purpiireus Stl. 17'. Beine röthlich braun, Mitte der Schenkel dunkler, Be- schuppuug grün, der Kopf, der Rücken des Halsschildes und ein breiter Längsstreifen über die Naht, der nach hinten verschwindet , röthlich beschuppt , Flügeldecken flach, Naht hinten vortretend. Lg. 4 mm. Br. l^/j mm. Algier. Pallipes Lucas.

16 '. Erstes Geisselglied viel länger als das 2., Körper kurz, bräunlich beschuppt , Schienen und Fühler roth , Augen stark vorragend , Halsschild seitlich stark gerundet , fast winklig , Flügeldecken sehr kurz , Schenkel ungezähnt. Lg. 4 mm. Br. IY2 mm. Algier. (Ann. de Fr. 1871, 236.)

Subcyaneus Dbr. 15 '. Die äussern Geisseiglieder sind länger als breit. 18". Schenkel deutlich und ziemlich stark gezähnt, Halsschild deutlich gerundet.

*) M. de Gozis betrachtet diese Form als var. von cervinus. Ich kann mich seiner Meinung nicht anschliessen. Die Flügeldecken sind im Verhältniss zum Halsschild stets länger und breiter als bei cervinus und das Halsschild ist nach vorn stärker verschmälert, seitlich etwas schwächer gerundet.

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19". Körper gleichmässig gTÜn beschuppt, Rüssel kürzer als

der Kopf, konisch. 20". Schienen und Tarsen roth, Augen stark vorragend, das 4. Geisseiglied ist halb so lang, das 2. etwas länger als das 1.

Rüssel schwacli vertieft, Stirn eben. Beschuppung gelblich- grün. Lg. 5'/2 üVa "i"i- Jf^i'- IVs '^^li. "lïï^' Griechenland, Sicilien. Armipes Brll.

Rüssel und Stirn breit gefurcht. Beschuppung smaragd- grün. Lg. 5 mra. Br. 2 mm. Griechenland. (Opusc. eut. p. 4.) Tibiellus Dbr.

(Wahrscheinlich nur var. des vorigen.) 20 '. Beine ganz schwarz.

Rüssel wenig kürzer als der Kopf, Halsschild vorn schmaler als hinten, Schildchen dreieckig. Lg. 61/2 7 mm.

Alpimis Stl.*)

Rüssel deutlich kürzer als der Kopf, Halsschild vorn und hinten gleich breit, Schildchen punktförmig. Lg. 4 mm, Insel Capri. Capricola Stl.**)

var. b. Beschuppung bräunlich. Lacroma. Körper fleckig beschuppt, Rüssel so lang als der Kopf, 4. Geisseiglied fast so lang als das 1. Rubi Stl.***)

19

*) P. alpinus Stl.

Niger, viridi-squamosus, impubis , rostro capite paulo breviore piano , oculis parvis , semiglobosis , antennarum scapo basi rufo, funiculi articulis 2 primis subaequalibus, articulo tertio 4" vix longiore, externis latitudine paulo longioribus, thorace longitudine latiore, lateribus rotun dato, elytris subparallelis, femoribus denticulo armatis. Lg. ß'/a 7 mm Lat. 27-2 mm. Macugnaga.

Dem F. sericeas in Grösse, Gestalt und Beschuppung sehr ähnlich durch die Kürze der Fühlerfurche und schwarze Beine leicht kenntlich, auch dem Phyllohius alpinus sehr ähnlich, in Grösse und Gestalt.

**) E. capricola m.

Oblongus, niger, impubis, squamulis rotundatis viridibus dense aequa- liter tectus , rostro capite breviore, piano, oculis prominulis, antennis basi rutis, gracilibus, funiculi articulo secundo primo paulo longiore, 4" primo tertia parte breviore, thorace latitudine vix breviore, lateribus parum rotundato, apice non angustiore quam basi, elytris oblongo-ovatis, fortiter punctato-striatis, interstitiis convexis , pedibus nigris, femoribus acute dentatis. Lg. 4 mm. Lat. 172 mm. Insel Capri.

Einem kleinen flavooireus sehr ähnlich , durch unbehaarte Flügel- decken und dunkle Beine abweichend.

***) F. rubi m.

Oblongus, niger, squamulis ovalibus et oblongis, viridibus et griseis parce inaequaliter vestitus, femoribus nigris, dentatis, tibiis obscure rubris, antennis tiavis, clava nigra, rostro capite non breviore, piano, oculis pro- minulis, antennarum articulo 2" primo paulo longiore, 4" primo vix breviore, thorace latitudine non breviore, lateribus rotundato, confertim rugoso- punctato , elytris latitudine fere duplo longioribus, evidenter punctato- striatis. Lg. 4 mm.. Lat. 172 mm. Türkei.

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18 '. Schenkel nicht oder undeutlich gezähnt, Halsschild seitlich sehr schwach gerundet, Beine und Fühler roth, Halsschild zylindrisch, Schenkel nicht gezähnt, Flügeldecken ziemlich spärlich, fleckig beschuppt, stark punktirt gestreift, Rüssel und Stirn schwach gefurcht, Augen massig vorragend. Lg. 4 mm. Br. lYa mm. Portugal.

Mixtus Bris i. 1.*)

In diese Abtheilung scheinen 2 Arten zu gehören , die ich nicht gesehen habe und nicht zu deuten vermag.

P. rubrivittü Chevrol.

Verlängt, Kopf konvex, roth, seitlich grün, Halsschild grün mit 2 rothen Linien, Flügeldecken gewölbt, parallel, grün, Seitenrand und eine Linie über die Scheibe roth, Unterseite und Beine grün. Lg. 472 mm. Br. 2 mm. Algier. (Petites Nouv. IL p. 245.)

P. deliciosus Tourn. (Ann. belg. T. XVII. 1874. v. Tanger.)

Er hat die Färbung des P. lateralis und die Form des P. chrysomela, die 2 ersten Geisseiglieder gleich lang, Schenkel sehr schwach gezähnt. Lg. 5V2 mm.

Subjs;. Polydrusus Seh.

V". Flügeldecken mit ziemlich lauger, abstehender, bräunlicher Behaarung, Beschuppung glänzend grün mit sehr vielen Kahlpunkteu, Rüssel kürzer als der Kopf, Schenkel schwarz, grün beschuppt, undeutlich gezähnt. Schienen dunkelroth. Lg. 572 ^ mia. Br. 2 3 mm. Spanien, Portugal. Alampis De Gozis, 'pilosulns Chevr.

Ç Kleiner, mit kürzerem Rüssel. Villosulus Chevr. Jdrsutulus Ksw.

(f Viel grösser, mit längerem Rüssel und breiterem Halsschild. Mollis Boh.

Die Behaarung ist braun, bald dunkler, bald heller und bei gewisser Beleuchtung erscheint sie sogar weiss- lich, daher die verschiedenen Angaben.

1". Flügeldecken mit kurzen Börstchen nicht dicht besetzt, Beine gelb , oder bräunlichgelb , Beschuppung weissgrau oder röthlich, Schildcheu heller, Halsschild gerade ab- gestutzt, zylindrisch, nach vorn wenig verengt, Flügel- decken wenig gewölbt, 1 Y2 mal so lang als breit. Lg. 3 '/2 mm. Br. IY4 mm. Spanien. Leucaspis Boh.

1 '. Flügeldecken mit kurzer , undeutlicher , oder gar keiner Behaarung.

*) P. mixtus Bris i. 1.

Oblongus, niger, squamulis smaragdinis rotundatis parce inaequaliter vestitus, antennis pedibusqe rubro-testaceis, femoribus inermibus, thorace cylindrico, antrorsum paulo angustato, latitudine paulo breviore, elytris fortiter punctato-striatis, rostro capite multo breviore fronteque late sul- catis, oculis modice prominulis, antennarum articulo primo secundo paulo longiore. Lg. 4 mm. Lat. l^a mm- Portugal.

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2'". Flügeldecken dicht bräunlich beschuppt mit holleren

Querbinden. 8". Halsschild länger als breit, zylindrisch, Binden weisslich, oft dunkel gerändert. Lg. S'/^ 5 mm. Br. I74 2^^ mm. Europa, undatus F. Tereticollis D. Geer.

var. b. Grösser, Halsschild nach vorn etwas verschmälert. Binden schön silberglänzend. Lg. 572 nim. Pyrenäen.

V. Niveopictus Keiche. var. c. Beschuppung gleichmässig grau. Schweiz. V. uniforuiis Stl. .'{ '. Halsschild so breit als lang, Beschuppung braun mit gelblichweissen Binden, Schenkel ungezähnt. Lg.'d\/.^ 5 mm. Br. l'/j 2 mm. Alpen, Xord-Europa. fulviconds F. intermedius Zett. Fasciatus Moll.

2". Flügeldecken kahl, mit Schuppenflecken, welche oft ab- gekürzte Binden bilden. 4". Schenkel schwarz , Flügeldecken kahl , das Schildchen, einige Punkte hinter der Schulter und vor der Spitze und eine Querreihe von Punkten hinter der Mitte metallisch beschuppt, Rüssel an der Spitze halbkreisförmig ausgerandet und erhaben umrandet. 5". Halsschild grob punktirt.

Halsschild kaum breiter als lang, seitlich schwach gerundet, seine Seiten und die 17 bis 19 Flecken der Flügeldecken grünlich oder gelblich beschuppt, Flügel- decken tief punktirt gefurcht, Schenkel gezähnt, Schienen meist bräunlich. Lg. S'/j 4 mm. Br. l'/2 17» ^^^"^• Mittel- und Süd-Europa. Picus F.

Halsschild verlangt, die inneren Streifen der Flügeldecken punktirt, Beine schwarz und nur die Tarsen röthlich. Beschuppung smaragdgrün, sonst wie beim vorigen Flecken bildend. Lg. 4 mm. Br. IV2 mm. Corfu. (Ann. de Fr. 1879. Bull. p. 139.) Jouicus Chevrol.*)

5'. Halsschild fein und dicht punktirt, Schenkel ungezähnt, Beschuppung weisslich oder röthlich.

Dalmatiuus Stl.**) var. b. Flecken zusammenfliessend, so dass die Be- schuppung fast eine gleichförmige wird.

*) Ob dies eine gute Art oder var. der vorigen oder gar mit dem vorigen identisch sei, lässt sich aus der kurzen Beschreibung nicht ermitteln. Auffallend ist, dass Chevr. sagt, er sei dem P. hictnosiis und sparsxs verwandt und ihn nicht mit joicus vorgleicht, dem er doch otfenbar viel näher steht, als den genannten Arten.

**) /-•. Dalmatiuus m.

Oblongus, niger, nitidus, antennis, tibiis tarsisque rubris, thoracis et pectoris lateribus, maculis 2 ad elytrorum basin, maculis tribus trans-

Mittheilungen der Schweiz, entom. Gesellschaft. Bd. 7. Heft 2. 6

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4 '. Beine gelb, eine mit dem Seitenrand zusammenhängende, nacli innen abgekürzte Querbindo hinter der Mitte und zerstreute Schuppen weisslich oder röthlich.

Schenkel gezähnt, Halsschild zylindrisch, so lang als breit, vorn so breit wie hinten, Binde der Flügeldecken weisslich , die übrigen Schuppen fast kupferroth. Lg, S'/j 4 mm. Br. l'/j 172 ^^^^- Deutschland, Frankreich, Oesterreich, Italien. Sparsus Gyl.

Schenkel ungezähnt, Halsschild breiter als lang, vorn schmaler als an der Basis, Binde der Flügeldecken schmaler als beim vorigen und röthlich wie die übrigen Schuppen. Lg. 4 51/2 mm. Br. l^/j 2V4 mm. Caucasus. (Reitteri Kirsch. Brunn, XYH, 26.)

Bufulus Hochh. 2 ', Flügeldecken gleichmässig grün beschuppt. 6", Der Fühlerschaft überragt den Hinterrand der Augen, Beine schwarz.

Schenkel kräftig gezähnt, grün beschuppt, Rüssel so lang als der Kopf, Stirn eingedrückt, Halsschild kaum breiter als lang. Lg. 5 51/2 mm. Br. 2 mm. Deutschland, Frankreich , Oesterreich.

Plaiiifrons Gyl. Schenkel nicht gezähnt, Rüssel, Kopf und Halsschild kürzer, Fühlerkeule, Spitze der Schienen und Tarsen gelb, Haischild beim cT seitlich gerundet, 2. Geisselglied länger als das 1. Lg. 5V2 mm. Br. 2^2 mm. Sicilien. (Ann. de Fr. 1871 p. 233.) BrevicoUis Dbr.

6 '. Der Fühlerschaft reicht höchstens bis zum Hinterrand

der Augen. 7". Wenigstens die Schenkel schwarz oder dunkel. 8". Fühlerkeule schwarz. Schienen wenigstens an der Spitze gelb, Schenkel ungezähnt.

Halsschild vorn viel schmaler als hinten, Flügeldecken doppelt so lang als breit, 2. Geisseiglied viel länger als das 1. Lg. 6 7 mm. Br. 21/2 mm. Corsica. (Ann. de Fr. 1873 p. 421.) Juniperi Desbr.

Halsschild vorn kaum schmaler als hinten, Flügeldecken IY2 mal so lang als breit, seitlich gerundet (einem kurzen

versim dispositis pone medium, nonnullisque ante apicem argenteis vel rufescentibus, rostro capite paulo breviore capiteque punctatis, thorace longitudine latiore, lateribus paulo rotundato, subtiliter punctato; elytris latitudine sesquilongioribus, fortiter punctato-striatis, femoribus muticis. Lg. 372 mm. Lat. 174 l'A mm. Dalmatien.

Dem P. picus ähnlich, durch viel feiner punktirtes Halsschild, andere Farbe der Flecken, ungezähnte Schenkeln, gelbe Schienen abweichend.

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Eusom.us ähnlich). Lg. 4'.^ mm. l^r. IV3 mm. Tirol.

Abbreviatus Desbr. 8 '. Fühlerkeiile golb.

Schenkel stark gezähnt, Spitze der Schienen und Tarsen gelb, Rüssel kaum kürzer als der Kopf. Lg. ö'/'j mm. Br, l'/a mm. Süd- Russland.

Thalassinus Gyl. var. Beine ganz gelb, Hinterschenkel gezähnt. (Wiener Monatsschr. 1862 p. 349.) Insel Cephalonia.

V. jucundus Mill.

Schenkel ungezähnt, Schienen und Tarsen gelb, sonst

dem vorigen äusserst ähnlich, Augen noch grösser, fast

breiter als die Stirn. Lg. 6 6'/2 mm. Br. l>/2 2 mm.

Dalmatien, Ungarn. (Rovaraszati Lapok. 10 Fuzet. p. 170.)

Merkli Kaufmann. 7 '. Beine ganz gelb, Schenkel mit einem kleinen, oft undeut- lichen Zähnchen.

Rüssel so lang und wenig schmaler als der Kopf, Augen gross, nicht ganz rund, ziemlich flach. Lg. ß'/j 8 mm. Br. 2'/2 8 mm. Mittel-Europa.

Sericeus Schaller. Rüssel kürzer und viel schmaler als der Kopf, Augen kleiner, rund, stärker vorragend, Halsschild breiter als lang. Lg. 41/2 51/2 mm. Br. 2 2' 2 mm. Neapel. (Ann. de Fr. 1871 p. 234.) NeapoHtanus Dbr.

var. Schenkel ganz ungezähnt,Rüsselnoch etwas schmaler, Halsschild fast so lang als breit. Lo-. 5'/.. mm. n)idcm.

'O

V. Eiiieryi Dbr.

Anm. Fol. ornatus Steven aus Taurien ist mir unbekannt geblieben, seine Diagnose lautet:

Femoribus niuticis, oblongo-ovatus, nigro-fuscus, densc pubescens, supra S(iuamulis ochraceis tectus, antennis pedibusque rufo-ferrugineis, rostro basi constricto, thorace subcylindrico, apice elevato.

Magnitudo et fere statura Sitonae lineatae (ex Schönberr).

Subg. Tylodrusus Stl.

1". Oberseite glcichmässig grün beschuppt, Scheitel geh(»ckert. 2". Die Höcker auf dem Scheitel sind stark entwickelt, Flügeldecken behaart.

Behaarung lang und abstehend, Flügeldecken fein punktirt gestreift, Höcker stark entwickelt und querstehend. Lg. 4V2 mm. Br. 2 mm. Europa.

Pterygomalis Boh. Behaarung kurz und halb anliegend, Flügeldecken tief punktirt gestreift, die Höcker sind kleiner, weniger quer-

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stehend. Lg. 4 mm. Br. l'/j mm. Caucasus. (Ann. de Fr. 1871, 231.) Caucasiens Dbr.

2 ', Die Höcker des Scheitels sind schwach entwickelt, Flügel- decken unbehaart, Beschuppung glänzend, Fühler und Beine roth. Lg. 4 41/2 mm. Br. P/3 mm. Oesterreich, Deutschland. Corruscus Germ.

1 '. Scheitel gew^ölbt, ohne Höcker, ein Fleck an der Wurzel

und ein meist länglicher, querstehender hinter der Mitte der Flügeldecken , die Seiten des Halsschildes und die Brust grün beschuppt, Flügeldecken mit langen, abstehen- den Haaren , tief punktirt gestreift , Halsschild so lang als breit, vorn und hinten eingeschnürt. Lg. 3 mm. Br. l'/a mm. Oesterreich, Krain.

Yiritlicinctus Gyl.

Subg. Conoeoetust Desb.

1". Körper heller oder dunkler braun, weisslich beschuppt und mit abstehenden Haaren bekleidet.

2". Schuppen länglich, fast haarförmig, Beine heller, 1. Geissel- glied länger als das 2., Halsschild an der Basis merklich schmaler als an der Spitze , Flügeldecken schmaler als bei C. bardus, Lg. 4 mm. Br. l^/s mm. Syrien. (Op. ent. p. 5.) Grrandiceps Dbr.

2 ', Schuppen rund, die 2 ersten Geisseiglieder kaum an Länge

verschieden.

Hellbraun, länglich-oval, Flügeldecken höchstens 2 mal so lang als breit, mit langen, abstehenden Haaren, Fühler lang, Halsschild in der Mitte gerundet, hinten etwas ein- geschnürt und kaum breiter als vorn. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Cypern, Süd-Bussland, Türkei.

Bardus Schh.

Dunkelbraun , lang und schmal , Flügeldecken 3 mal so lang als breit, Behaarung etwas kürzer, halbanliegend, Halsschild zylindrisch, so lang als breit. Lg. 5 mm. Br. IY2 mm. Tanger. Longus Dbr. i. 1.*)

*) C. longus Dbr. i. 1.

Elongatus, piceus, squamulis albido-griseis minutis, rotundatis et pubescentia brevi, subtili vestitus, antennis pedibusque rufo-piceis, rostro brevi, antennis gracilibus, funiculi articulis 2 primis aeque longis, scapo pronoti marginem superante, thorace longitudine non latiore, subcylindrico, pone apicem leviter late constricto, elytris elongatis, parallelis, latitudine fere triplo longioribus, subtilissime striatis, femoribus inermibus. Lg. 5 mm. Lat. V/2 mm. Tanger.

Dem C. hardus ähnlich, durch schmalere, längere, viel feiner ge- ßtreifte Flügeldecken und kürzere, halb anliegende Pubeszenz verschieden.

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1 '. Körper schwarz, grün beschuppt.

3". Die 2 ersten Geisselglieder gleich lang und viel länger als die folgenden, Behaarung ziemlich lang. Schuppen- kleid dicht und schön grün, llalsschild fast so lang als breit, seitlich gerundet, gewölbt, ohne Einschnürung, Beine schwarz oder dunkelbraun , grün beschuppt , Flügel- decken fein gestreift. Lg. 4'/., 5 mm. Br. l'/g l\/j mm. Griechenland. Virens Ksw.

Auçustus Lucas, var. b. Beine röthlich.

Schuppeukleid nicht dicht, grün, Halsschild fast so lang als breit, hinten schmaler als vorn, hinter der Spitze und an der Wurzel eingeschnürt, Fühler und Beine gelb. Lg. 4 mm. Br. fi 3 mm. Griechenland.

(xraecus Stl.*) ■"} '. Schuppeukleid nicht dicht und schmutzig grün, Behaarung kurz und undeutlich. Lg. 4' 2 mm. Br. l'^mm. Carthagena.

Desbrochersi Stl.**)

€»eii. Scytfopu« Schönherr.

1". Oberseite grau bestäubt, Flügeldecken hinten bauchig und gewölbt , Halsschild vorn und hinten gerade abgestutzt mit aufgebogenem Rand und glattem, erhabenem Mittel- kiel. Lg. 9 mm. Br. 5 mm. Portugal. (Naturliste Nr. 16 ]). 126.) Nodicollis Chevr.

1 '. Ivörj)er beschuppt.

2". Flügeldecken mit haarföi'migen Schuppen, weisslich und hellgrau marmorirt, Schenkel ohne Zahn. Lg. 7 8 mm. Br. 2'., 3 mm. Europa. Mustela Herbst, var. Fühler und Beine heller gelb. var. squamulatus Hbst.

*) (\ (jraecHs Stl.

Oblongiis, niger, squamulis rotundatis viridibus adspersus : subde- pressus, pilis longis suberectis vestitus, antennis ])edibusqnc testaceis, rostro brevi, conico, oculis oblongis, antennis gracililms. funiculi artic. 2 primis aeqne longis, externis latitudine longioribns, thorace longitudine vix latiore, l)asi angustiore, intra apicem late, intra basin anguste con- stricto, elytris depressis. parallelis , snbtiliter striatis. Lg. 4 mm. Lat. l'/a mm. Graecia.

var. b. sqnamnlis rufescenti-viridibus.

**) C. iJeshrocIirrsi Stl.

Niger, antennis pedibnsiiue rnfo-piceis, squamulis minutis, rodun- datis virescentil)us adspersus, vix pubescens, rostro sul)impresso, antennis gracilibus, scapo pronoti marginem vix attingente, funiculi articulis 2—6 aequalibus, i)rimo bis paulo longiore, oculis prominulis, thorace longi- tudine paulo latiore, subrotundato, elytris latitudine vix duplo longiori- bus, snbtiliter striatis, interstitiis planis, femoribus iiiermibus. Lg. 4'/2 mm. Lat. l'o mm. Carthagena.

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2 '. Körper mit runden Schuppen.

8". Die Schuppen sind heller und dunkler grau oder grau und schwarz marmorirt mit Kahlpunkten.

4". Schenkel gezähnt ; fein anliegend behaart, 2 Längsbinden über das Halsschild und eine unregelmässige Querbinde, durch Kahlpunkte gebildet, auf den Flügeldecken, diese mit braunen Börstchen. Lg. 5,5 mm. Andalusien. (Berlin. Ztg. 1867 p. LS5.) Dentipes Seidl.

4 '. Schenkel nicht oder undeutlich gezähnt.

5". Rüssel etwas länger als breit, nach vorn kaum verschmälert, Flügeldecken mit längeren braunen Borsten reihenweise besetzt. Lg. B'/o mm. Br. 2*/^, mm. Turkestan.

üohrni Faust.

5 '. Rüssel breiter als lang , Flügeldecken mit sehr kurzen,

braunen Börstchen. (\". Augen rund oder nur sehr schwach oval.

Flügeldecken heller oder dunkler grau beschuppt, mit sehr kurzen, feinen, etwas abstehenden Börstchen, 2 mal so lang als breit, kräftig punktirt gestreift. Lg. 4'/j 5 mm. Br. l'/j 2 mm. Spanien.

S q am 0 sus Kiesw. Flügeldecken schwarz und hellgrau marmorirt, 1 '/j ^^1 80 lang als breit, mit längeren Borsten, sehr fein punktirt gestreift. Lg. 3V2 5 mm. Br. P/a 3 mm. Algier.

Cedri Chevr.

6 '. Augen länglich-oval.

Halsschild an den Seiten massig gerundet mit zahl- reichen grossen Kahlpunkten, Flügeldecken ziemlich kräftig punktirt gestreift, mit sehr kurzen, feinen Börstchen, Beine ganz roth. Lg. 7 9 mm. Br. 2'/. B'^ mm. Spanien.

Olabratus Chevr.

Halsschild zylindrisch, seitlich sehr schwach gerundet, Flügeldecken sehr fein punktirt gestreift, etwas deutlicher behaart als beim vorigen, Schenkel schwarz. Lg. 5 6 mm. Br. 21/, mm. Balearen. (Ann. de Fr. 1871 p. 236.)

Javeti Desbr,

3 '. Beschuppung grün.

Beschup})ung grün , mitunter theilweise röthlichweiss mit Kahlpunkten, aber nicht marmorirt, Augen rund, Be- haarung reichlich und lang, Schenkel nur an den Hinter- beinen deutlich gezähnt. Lg. 3'/^ ^5 mm. Br. 1'/.^ 2 mm. Südfrankreich, Algier.

var. a. Ober- und Unterseite ganz grün beschup])t. (Opusc. ent. p. 9.) Lethierryi Hbr.

var. b. Oberseite grün, Unterseite, mitunter auch der Kopf, röthlich beschuppt.

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var. c. Röthlichweiss beschuppt und nur der Rücken der Flügeldecken grün. (Ann. de Fr. 1871 p. 332.)

Ratfrayi Dbr.

Beschuppung grün, heller und dunkler marmorirt, die Zwischenräume der Flügeldecken sehr kurz zweireihig behaart, Schenkel schwarz, Fühler, Schienen und Fusse gelblich, Rüssel sehr kurz, an der Spitze roth, Halsschild quer, vorn und hinten wenig verschmälert, vorn einge- schnürt. Lg, 31/2 5 mm. Boghari.

Desbrocliersi Fairm.

A n m. Von S. Lethlerryi und Raffrai/i liegen mir typische Stücke vor; ich kann ausser der Färbung durchaus keinen Unterschied auffinden, wenn ich (/ mit çf und 9 ™it 9 vergleiche; beim ^f ist das Halsschild seitlich mehr gerundet, vorn nnd hinten deutlicher eingeschnürt. Von Hrn. Desbr. habe ich Exemplare des Lethierryi erhalten, deren Färbung der var. b. entspricht.

Oattun^ $<»cia|»Uilu8 Schönh.

A. Flügeldecken eiförmig mit abgerundeten Schultern.

Subg. Pleurodirus Chevr.

B. Flügeldecken mit etwas vortretenden Schultern.

Subg. Sciaphilus Schönh.

Subg:. Pleui*o«lirus Chevr.

1". Halsschild stark gekielt, braun mit röthlicheu, etwas länglichen Schuppen nicht sehr dicht bekleidet, Schenkel kräftig gezähnt. Lg. 3 -4 mm. Br. IY3 2 mm. Spanien. lineola Chevr. Carinula Ol.

1 '. Halsschild ohne Kiel.

Halsschild fast so lang als breit, dicht und fein punktirt, die Punkte mitunter zu Längsrunzeln zusammenÜicssend, Flügeldecken mit haarförmigen Schuppen. Lg. 3 4 mm. ]k. l'/4 l-'/i mm. Frankreich, Spanien, ovip en nis Deshr.

Fairmairei Kiesw. (Metallites.)

Halsschild klein, kugelig, dieses und die Flügeldecken

grob punktirt, Keule unboschuppt. Lg. 3 mm. Algier.

PertusicoUis Fairm.

SubsT- ilieiapliilusi Schh.

1". Der Fühlerschaft überragt den Hinterrand der Augen beträchtlich, nur das 1. Bauchsegment ist beschuppt, der übi'ige Thcil des Bauches behaart. {Suhg. Chiloneus Schh.)

2". Augen stnrk vorraj^end.

3". Die abwechselnden Zwischenräume der Flügeldecken sind vortretend, Halsschild so lang als breit.

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Schmaler, Halsscliild ohne Quereindrücke au den Seiten, mit Mittelfurche. Lg. 8 mm. Tauger.

Alternans Fairm.

Breiter, Halsschild mit Quereiudrückeu an den Seiten, mit kurzer Mittelfurche. Lg. 6 772 ™i^i- Bi"- ^Yj' 4 mm. Tanger. Giganteus Fairm.

3 '. Die Zwischenräume der Flügeldecken sind gleichmässig

gestaltet, die Naht und eine Binde jederseits roth, Zwischen- räume grau gewürfelt, Halsschild hreiter als lang. Lg. 6 7 mm. Tanger. Fasciolatus Fairm.

2 '. Augen massig vorragend.

4". Die abwechselnden Zwischenräume der Flügeldecken vor- ragend, Halsschild zylindrisch, Flügeldecken grau und braun marmorirt, grob punktirt gestreift, mit abstehenden Börstclien. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Spanien.

CostuLatus Ksw.

4 '. Die abwechselnden Zwischenräume nicht erhabener. 5". Schenkel gezähnt.

6". Flügeldecken mit ziemlich langen Borsten.

Körper langgestreckt, grau gefleckt, Schenkel stumpf gezähnt, Fühler, Schienen und Fusse roth, Halsschild kugelig , fein runzlig punktirt , breiter als lang , Flügel- decken grob punktirt gestreift. Lg. 7 mm. Sicilien. (Berl. Zeitschr. 1871 p, 280.) Proceriis liottenbg.

Körper länglich oval, bräunlich beschuppt, Halsschild seitlich schwach gerundet, so lang als breit. Lg. 4 5 mm. Br. 4 mm. Europa. Miiricatus F. 6 '. Flügeldecken mit sehr kurzen Borsten, gelblich grün und braun gefleckt, Halsschild so lang als breit, seitlich leicht gerundet, Flügeldecken stark punktirt gestreift, Beine roth. Lg. 4—5 mm. Croatien. (Berl. Zeitschr. 1870, p. 213.)

Maculatiis Hampe.

5 '. Schenkel ungezähnt.

7". Flügeldecken mit abstehenden Borston. 8'". Halsschild zylindrisch.

Halsschild fast so lang als breit, seitlich wenig gerundet, fein und sehr dicht punktirt, Flügeldecken massig fein punktirt gestreift, Zwischenräume eben, Borsten dünn und lang. Lg. 5 6 mm. Br. 2 mm. Sicilien. (Chiloneus.)

Siciilus Boh. Halsschild breiter als lang, seitlich nicht gerundet, weniger dicht punktirt, Flügeldecken tiet punktirt gestreift, Zwischenräume eben, Borsten kurz. Lg. 3 mm. Br. l'/g mm. Caucasus. (Mose. Bull. 1847, H. 468.)

Latiscrobs Hochhuth.

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8". Halsschild breiter, seitlich viel stärker gerundet, spärlicher, aber gröber piinktirt, Flügeldecken schmaler, stark punktirt gestreift, Zwischenräume gewölbt, Borsten sehr kurz. Lg. 372 -i nim. Br. 1-' .j mm. Jonische Inseln.

Joui eil S Kr. 8'. Halsschild kugelig, massig stark punktirt, Flügeldecken oval, Schultern mehr vortretend, fein gestreift und in den Streifen undeutlich punktirt, mit keulenförmigen Börstchen und runden Schuppen. Lg. 4 mm. Br. 1,5 mm. Algier. (Schweiz. Mitth. IIL Bd. p. 849.)

Algeriens Dbr. 7 '. Flügeldecken ohne Borsten.

Naht hinten kielförmig vortretend, schwarz mit rothcn Fühlern und Beinen, 1. Geisselglied der Fühler fast doppelt so lang als das 2., Halsschild breiter als lang, seitlich wenig gerundet, vorn und hinten gleich breit, ungleich punktirt, Flügeldecken punktirt gestreift mit wenig gewölbten Zwischenräumen. Lg. 5 mm. Br. 2 mm. Algier. (Schweiz. Mitth. IIL p. 354.) Carinidorsiim Desbr.

Naht hinten nicht kielförmig vortretend , kurz oval, dunkelbraun, mit feinen Schüppchen dünn besäet, Kopf und Halsschild dicht und kräftig punktirt, Flügeldecken ziemlich kräftig punktirt gestreift. Lg. 3 mm. Br. IV2 mm. Portugal. (Ann. belg. T. XYII, 1874.)

Chevrolati Tourn. 1 '. Der Fühlerschaft reicht höchstens bis zum Hinterrand der

Augen oder sehr wenig über denselben hinaus. d". Der Fühlerschaft reicht nur bis zum Hinterrand der Augen, Fühlerfurche nicht bis zur Unterseite des Rüssels ver- längert, Bauch behaart. 10". Flügeldecken grün oder blassgrün beschuppt mit ab- stehenden Borsten.

Stirn zwischen den Augen kaum breiter, als der llüssel zwischen der Fühler-Insertion, dieser mit parallelen Seiten, Halsschild vorn etwas schmaler als hinten, seitlich schwach gerundet. Lg. 3 3'/;; mm. Br. l^/^ mm. Süd- Frankreich, Dalmatien, Italien, (helliis Kosh.)

Viridis Boh. Stirn viel breiter als der Ivüssel zwischen der Fühler- Insertion, konisch, Haischild vorn und hinten gleich breit, sein Yordorrand mit weisslichen Börstchen gefranst. Lg. 3 mm. Br. l'j nun. Griechenland.

Elegaiis Dbr. i. 1.*)

*) .S'. clegans Desbr. i. 1.

Niger, squamulis rotundatis, jjallide viridibus dense tectus, anteiinis pedibusque ferrugineis, femoribus infuscatis, muticis, rostro conico, Ion-

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10', Flügeldecken ohne Borsten.

11". Flügeldecken so breit als laug, hinten stumpf zugespitzt, grau beschuppt, Beine dunkel, Halsschild quer, seitlich gerundet, vorn schmaler als hinten, Hinterschenkel ge- zähnt. Lg. 4 mm. Grriechenland.

Corpulentus Kiesw.

11 '. Flügeldecken länger als breit, bräunlichgrau beschuppt. 12". Die Naht und der Seitenrand dichter beschuppt als der

übrige Theil der Flügeldecken, Halsschild grob pnnktirt. Halsschild vorn schmaler als hinten, Beinv. röthlich. Lg. 6 7 mm, Br. 2'/, S'/i mm. Podolien.

Squalidus Gyl. Halsschild vorn und hinten gleich breit, nur die Tarsen röthlich. Lg 4 5 mm, Br, P/s 2'/2 ™îii. Siebenbürgen.

Hampei Seidl.

12 '. Halsschild dicht und fein pnnktirt , Flügeldecken dicht

grau, der Seitenrand und eine al3gekürzte Querbinde weisslich beschuppt. Bosnien.

Reitteri Stl.*) . 9 '. Der Fühlerschaft reicht nur bis zur Mitte der Augen, die Fühlerfurche ist auf die Unterseite des Rüssels ver- längert, ]3auch beschuppt. 13". Oberseite mit Borsten besetzt,

14", Beine roth oder höchstens die Schenkel etwas dunkler.

15", Alle Schenkel gezähnt, Körper gleichmässig grün beschuppt,

Halsschild vorn schmaler als hinten. Lg. 5 mm. Br, 3 '/a mm.

Siebenbürgen, Serbien, {Haagi Tourn,) (Berl, Zeitschr,

1870 p, 335.) Caesius Hampe.

var. b. Flügeldecken hinter der Mitte mit schwarzer, an der Naht unterbrochener Querbinde.

Y. Merklii m. 15 '. Schenkel nicht oder höchstens die Hinterschenkel schwach gezähnt.

gitudine latiore, piano, scrobis sub rostro non conniventibiis, fronte lata, oculis parum prominiilis , thorace longitudine latiore, lateribns modice rotundato, basi apiceque aeque lato, margine antico ciliato, elytris ovatis, setulis erectis vestitis. Ijg. o mm. Lat. l'/s mm. Graecia.

*) S. Beitteri Stl.

Oblongo-ovatus, niger, impnbis, squamulis rotundatis griseis dense vestitus, thoracis vitta laterali, elytrorum lateribns, vittaque transversa, versiis snturam abbreviata panlo ante medium, punctoque ad basin albo- squamosis, antennis pedibusfjue rufescentibus, scapo ociilos non superante, funiculo elongato, articulo secundo ])rimo paulo lont^iore, thorace longi- tudine parum latiore, modice rotundato. antrorsum angustiore, confertim subtiliter punctato, elytris oblongo-ovatis, subtiliter striatis, interstitiis planis, femoribus denticulatis. Lg. 3,8 mm. Bosnien.

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16". Halsschild vorn und hinten gleich breit , Beschuppung grün, mit zahlreichen Kahlpunkten, die J^orsten sind lang, bräunlich gelb. Lg. 3 '/j 4^/^ mm. Br. t'/x 2 mm. Oesterreich, Krain, Italien.

Barbatulus Germ.

16 ', Ilalsschild vorn merklich schmaler als hinten.

Beschuppung braun , Borsten gelb , Halsschild breit, Beine ganz gelb, Lg. 4 mm. Br. IVi 2 mm. Illyrien, Dalmatien. Setosulus Germ.

Bcschup])ung grün, Borston schwarz, Halsschild viel schmaler, Schenkel etwas dunkler, Rüssel etwas länger als breit, Flügeldecken seitlich schwach gerundet, höchstens um die Hälfte breiter als das Halsschild. Lg. 4 mm. Br. 2 mm. Dalmatien. Smaragdinus Boh. 14'. Beine schwarz, höchstens die Tarsen roth, dicht grün beschuppt mit langen, braunen Borsten,

Augen rund, llüssel kürzer als breit, Halsschild schmaler. Lg 3 3'/2 mm- Bi"- l'A 2 mm, Deutschland, Schweiz, Oesterreich, Krain. Scitulus Germ.

Augen länglich-oval, Rüssel länger als breit, Halsschild breiter. Lg. 5 mm. Br. 2 2'/2 mm. Dalmatien,

Daliiiatiuu8 Stl.*)

var. b. Die Schienen sind ebenfalls etwas heller. 18 ', Oberseite ohne Borsten,

17". Flügeldecken schmal, grün oder weisslich beschuppt, fein punktirt gestreift, Ilalsschild zylindrisch. Lg. 3 4 mm, Dalmatien, Kasus Seidl,

17 ', Flügeldecken bauchig. 18". Beschuppung bräunlich.

Augen vorragend, Flügeldecken nui- an der Naht und am Seitenrand dicht beschupj)t, Halsschild zylindrisch. Lg. 4 mm. Br. l*/2 2 mm. Ungarn.

Atflatiis Schh.

Augen ilach, Flügeldecken glcichmässig dicht beschu})[)t, Halsschild breiter als lang, seitlich gerundet. Lg. 3 3V3 mm. Br. IV3-IV4 ïTini. Ungarn, Ninguidus Germ.

*) S. dalmatinus m.

Oblongo-ovatus, nigor, dense viridi-S(juamosiis, antonnis tarsisifiio rufo-piceis, setulis erectis, sat longis, bninncis vestiiiis, rostro latitudiiif' parum longiore et capite vix breviore, parallelo, scrobe sub rostrum pro- longata, oculis oblongo-ovatis, parum prominentibus, scapo oculi medium non superante, thorace longitudinc latiore, antrorsum angustato, elytris ovatis, subtiliter punctato-striatis, femoribus muticis ant obsolete dentatis. Lg. 5 mm. Lat. 2 2V2 nim. Dalmatien, var. fibiix rufescrntihus.

Dem .V. sDKiraifiJinu!^ am näcbsten, etwas griisser , Rüssel breiter, Halsschild gewölbter, Flügeldecken bauchiger, fast doppelt so breit als das Ilalsschild.

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18'. Schwarz, Halsschild und die abwechselnden Zwischenräume der Flügeldecken schön grün beschuppt, Schenkel mit spitzigem Zahn. Lg. 4'/, 5 mm. ßr. 2 2 i/, mm. Dalmatien. Vittatus Cxyl.

Anm. S. Henoni All. aus Constantine ist mir unbekannt geblieben: seine Diagnose lautet im Auszug: (Abeille V. p. 471.)

Länglich-oval, Rüssel kurz, schmaler als der Kopf, gefurcht, Augen ziemlich flach, Halsschild kurz und klein, kaum breiter als lang, seitlich kaum gerundet, Flügeldecken mit etwas winklig vortretenden Schultern, stark punktirt gestreift, weisslich beschuppt, eine schiefe, weniger be- schuppte Querbinde hinter der Mitte. Lg. 4 mm. Br. 2 mm.

(«en. PlJïtytarsus Schli. Kopf schmal, Fühlerschaft so lang als üeissel und Keule zusammen. Subg. Platytarsus.

Kopf breit, Fühlorschaft so lang als die üeissel, Fühler- furche bis unten scharf begrenzt.

Subg. Foucartia.

Siilijff. Platytai'ü^us Schh. 1". Beschuppung glänzend, weiss oder gelb, Fühlergeissel länger als der Schaft.

Die Fühlerfurche zieht zum untern Rande der Augen, indem sie sich etwas verflacht, Rüssel parallel, Halsschild zylindrisch, vorn und hinten gleich breit, Flügeldecken nach hinten etwas bauchig, so wie die Seiten des Hals- schildes nicht dicht gelblich beschuppt, mit kurzen , ab- stehenden Börstchen. Lg. 3 3,8 mm. Sicilien , Italien, 0 esterreich, Ungarn. Aurosus Schh.

Fühlerfurche nur anfangs deutlich, dann sich ganz verflachend gegen den Unterrand der Augen gerichtet. Beschuppung wie beim vorigen , Rüssel gegen die Spitze etwas verbreitert, Fühler dicker, Halsschild seitlich etwas gerundet, Flügeldecken mit ganz abgerundeten Schultern, seitlich stärker gerundet, mit längern, abstehenden Borsten. Lg. 2 '/2— 31/2 mm. Türkei.

Aiirohirtus Seidl. 1 '. Beschuppung glanzlos oder ganz fehlend, Fühlergeissel

kürzer als der Schaft. 2". Fühlerfurche unter die Augen gebogen. 3". Borsten oder Schuppen einfach.

4". Unbeschuppt , Fühler dick , mit abstehenden , längern Haaren oder Borsten.

Flügeldecken ausser den abstehenden Haaren mit sehr kurzen, anliegenden Börstchen bekleidet, der breiteRüsselund Kopf längsrunzlig, Halsschild breiter als lang, stark gerundet, vorn wenig schmaler als hinten.

(f Flügeldecken 1'/^ mal so breit als das Halsschild,

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zwisclien den halbabstehenden Haaren mit wenigen an- liegend(Mi Börstchen, Tarsen sehr breit. Mitteltarsen nicht kürzer als die Schienen. (Plat, setiger Schh.)

Ç Flügeldecken doppelt so breit als das Halsschild, mit breitern Zwischenräumen und dichtem Filz. {Omias prtunosiis Schh.) Lg. 272 S'/a mm. O'esterreich.

Setiger Schh.

Flügeldecken ausser den abstehenden Haaren fast ganz ohne Schuppen oder schuppenartige Börstchen , Küssel kürzer, vorn etwas schmaler, die abstehenden Haare länger, die Fühlerkeule ist so lang als die Geissei, cT Mitteltarsen kürzer als die Schienen. Lg. 2^1.^ S'/j mm. Oesterreich, Ungarn. Villosulus Germ.

4 '. Mit rundlichen Schuppen.

5''. Nur die Seiten des Halsschildes mit runden Schuppen, die Flügeldecken ausser den abstehenden Borsten mit an- liegenden schuppenartigen Börstchen bekleidet, Rüssel kürzer und vorn schmaler als bei setiger, Fühler dünner, die Keule so lang als die halbe Geissei. Lg. 2^!^ 8*/, mm. Mittel-Europa. Echinatus Bonsd.

5 '. Halsschild und Flügeldeck-en beschuppt.

6". Halsschild und Flügeldecken dicht beschuppt. 7". Beine roth.

Kopf und Bussel schmaler, letzterer gegen die Spitze wenig verschmälert , Halsschild nicht 2 mal so breit als lang, seitlich wenig gerundet, Flügeldecken eiförmig. Lg. 2 2\/2 mm. Oesterreich.

Hispidus Redt. Kopf und Rüssel breiter, dieser gegen die Spitze stärker verschmälert, llalsschild vollkommen 2 mal so breit als lang, seitlich stark gerundet, Flügeldecken kugelig. Lg. 3 mm. Ungarn. Frivaldskyi Reitter.

7 '. Beine schwarz , grau beschuppt , Augen klein , flach, Flügeldecken länglich, stark gestreift. Lg. 2 3 mm. Oran. (Opusc. entomol. p. 4. Foucartia.)

Lethierryi Desbr.*)

6 '. Flügeldecken sehr spärlich beschuppt, tief punktirt gestreift

mit gewölbten Zwischenräumen, Halsschild länglicher, vorn und hinten gleich breit, Rüssel breiter, Fühlergeissel dicker, Schaft mehr gekrümmt. Lg. 2 ' /j 3 mm. Oesterreich.

Subnudus Seidl.

*) Desbrochers hat diese Art in die Gattung Foucartia gestellt, ob- gleich er selbst sagt, der Kopf mit den Augen sei nicht breiter als der Vorderrand des Halsschildes.

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3 '. Schuppenbörstchen gabelig gespalten , die abstehenden Börstchen sind weniger zahlreich als bei den vorigen Arten, Rüssel gefurcht, Halsschild vorn und hinten leicht eingeschnürt. Lg. 2^/2 3 mm. Br. l'/^ 1'/., mm. Mittel- Europa. Setulosus Sclih.

2 '. Die Fühlerfurche ist nicht unter die Augen gebogen, sondern verflacht sich , ist mehr grübchentorniig , und nur nach oben deutlich begrenzt.

Fühlerfurche nicht ganz seitlich, Beschuppung ziemlich dicht, Bauch unbeschuppt, Fühler plump, Keule halb so lang als die Geissei, Halsschild breit, seitlich gerundet, vorn kaum schmaler als hinten, Flügeldecken kurz eiförmg, deutlich gestreift, mit kleinern Börstchen besetzt, Tarsen kurz und schmal. Lg. 2^j^ 31/2 mm. Siebenbürgen.

Transsylvanicus Seidl. Gänzlich unbeschuppt, langgestreckt, schwarz glänzend, Rüssel sehr kurz, Mund mit weissen Börstchen, Augen quer, etwas nach oben gerückt, Halsschild kaum länger als breit, seitlich gerundet, dicht punktirt, Flügeldecken verlängt, punktirt gestreift, Propygidium und Pygidium von den Flügeldecken nicht bedeckt. Lg. 4 mm. Br, 1,2 mm, Asturien. (Ann. de Fr. 1872, 411.)

Ebeninus Chevrolat.

Anm. P. Hopffgarteni Tourn. aus Siebenbürgen ist mir gänzlich unbekannt geblieben.

Subg. Foucartia Duv.

\". Flügeldecken gleichraässig weisslich oder grün beschuppt, höchstens die Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken etwas mehr in' s grünliche gehend.

2'". Flügeldecken mit ziem-lich langen, abstehenden Borsten,

3'". Flügeldecken kugelig, gleichmässig weisslich grau beschuppt, Beine schwarz. Lg, 272 3 mm, Br, l'/s l'/s mm. Mittel- Europa. Squamiilata F,

3". Flügeldecken eiförmig, IV,, mal so lang als breit, Beine roth , höchstens die Schenkel theilweise dunkler , Flügel- decken grünlich beschuppt.*)

Halsschild um die Hälfte breiter als lang, vorn leicht eingeschnürt, seitlich wenig gerundet, Augen massig vor- ragend. Lg. 3 mm. Insel Creta.

Elegans Kr. Halsschild sehr wenig breiter als lang, vorn nicht ein-

*) Die grüne Farbe blasst sehr leicht ab, die altern Exemplare sind daher meist weisslich.

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geschnürt, seitlich gerade, Augen noch flacher als beim vorigen. Lg. 2i/;j mm. Frankreich.

Creniieri Duval. 3'. Flügeldecken verlängt, 2^1^ mal so lang als breit, grün beschuppt, Schenkel schwarz, Flügeldecken mit abstehenden weissen Börstchen , Halsschild wenig breiter als lang. Lg. 2% mm. Br. 1 mm. Blidah in Algerien. (Petites Nouv. IL Bd. p. 11.) Eloiigata Tourn. 2". Flügeldecken mit feinen, abstehenden Haaren, sonst dem F. elcgans ähnlich, Halsschild wenig breiter als lang, Schultern besser angedeutet, grün beschuppt. Lg. 2i/.^ mm. Br, I1/2 mm. Griechenland. (Petites Nouv. H. Band p. 11.)

Siiiiilaris Tourn. 2 '. Flügeldecken mit sehr kurzen, kaum die Schuppen über- ragenden Börstchen. 4". Beine schwarz, Flügeldecken weiss beschuppt, der Rücken kahl (vielleicht bei dem beschriebenenExemplar abgerieben), Halsschild stark punktirt, Yorderschienen gegen die Spitze stark einwärts gekrümmt, Halsschild V/g breiter als lang, Lg. 3V2 mm. Br. 1,8 mm. Algier. (Abeille Y., 47L)

Ruficornis Allard. 4 '. Beine roth.

Grünlich beschuppt, Halsschild wenig breiter als lang, seitlich gerundet, Fühler kräftig. Lg. 2V2 3 mm. Br. IV4 1^2 mm. Griechenland.

" Chloris Kiesw.

Oben grau, die Seiten des Halsschildes und der Flügel- decken grünlich beschuppt, Halsschild um die Hälfte breiter als lang, wenig schmaler als die Flügeldecken, vorn leicht eingeschnürt, Flügeldecken länglich eiförmig. Lg. kaum 2 mm. Harzgebirg.

Depilis Kraatz. 1 '. Flügeldecken grauweiss beschuppt mit braunen Zeichnungen, Halsschild breiter als lang.

Flügeldecken mit massig entwickelten Borsten, Kopf schmaler, Halsschild vorn und hinten gleich breit, Schenkel dunkel. Beschuppung hellgrau, der Bücken des Halsschildes und einige Flecken der Flügeldecken braun. Lg. 2 2'/« mm. Br. Ys 1 mm. Thüringen.

Ptoclioides Bach. Flügeldecken mit sehr kurzen Börstchen, Kopf breiter, Halsschild vorn viel schmaler als hinten, Beine roth. Be- schuppung weisslich, ein brauner Fleck auf der Scheibe, jeder Flügeldeckel braun. Lg. 2>/.^ mm. Br. \'^j^ mm. Türkei. Liturata Reitter.

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Anm. F. lepidotus Perris aus Bône ist mir unbekannt geblieben. Seine Beschreibung lautet: (Ann. de Fr. 1866 p. 190.)

Omias lepidotus Perris.

Oblongo-ovatus, brunneo-ferrugineus, elj'tris obscurioribus, squa- mulis rotundatis argenteo et subvirescenti-cretaceis undique tectus et setulis paleacelis albis in capite et protborace densis, in elytris densissime uniseriatis et longioribus histrix. Frous plana, rostruin obsoletissime carinatum , apice profunde emarginatum. Protborax longitudine vix latior, infra apicem obsolete constrictus, haud canaliculatus , lateribus perparum rotundatus. Scutellum haud perspicuum. Elytra protborace duplo latiora et quadruplo Icigiora, sat fortiter punctato-striata, inter- stitiis planis, seriatim et subtiliter punctato-denudatis. Antennae testaceae. Pedes pallide testacei, feinoribus clavatis, muticis. Lg. 2 mm.

Diese Art ist jedenfalls der F. eJongnta Tourn. sebr nabe, viel- leicbt nur var. derselben, scheint sich durch dichteres Borstenkleid und gelbe Schenkel von ihr zu unterscheiden.

Gen. Barypeitlies Duval. V". Flügeldecken kugelig, mehr als doppelt so breit als das Halsschild.

1. Gruppe.

Schenkel keulenlormig , innen winklig , fast gezähnt, Flügeldecken so breit als lang, hinten gerundet, Augen halbkugelig; glänzend schwarz, fein weisslich behaart, Beine rotli, Rüssel breit und kurz, oben flach, Fühler kurz, 1. Geisselglied so lang als die 2 folgenden zusammen, Halsschild doppelt so breit als lang, ziemlich stark gerundet. Lg. 41/2 mni. Siebenbürgen.

9 Globus Seidl.

var. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, Flügel- decken tief punktirt gestreift, Rüssel gefurcht.

var. sphaeroides Seidl.*)

Schenkel ungezähnt, auf der Oberseite stark gekrümmt Flügeldecken etwas länger als breit, hinten etwas schnabel förmig zugespitzt; schwarz glänzend, kahl, Beine roth Rüssel eingedrückt. Lg. S'/a 4 mm. Oesterreich, lUyrien

cf Yorderschienen gekrümmt, Schultern aljgefiacht Rüssel schmaler und länger.

Ç Rüssel kürzer und breiter, Schultern gerundet. Virguncula Seidl.

2. Gruppe.

1". Flügeldecken wenig gewölbt, meistens länglich-oval.

2". Rüssel ungefähr so lang als breit.

3". Schaft der Fühler kaum kürzer als die Geissei ohne die

Keule, der untere Theil der Fühlerfurche weniger tief. 4". Yorderschienen des cf stark einwärts gebogen. 5". Lang eiförmig, braun, mit abstehenden Haaren, Rüssel

gekrümmt, Halsschild viel breiter als lang, dicht und

*) Vielleicht das çf des B. glohus Seidl.

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grob punktirt, Vorderschenkel gez'à,h.nt. Lg. 3 4 mm. O esterreich, Siebenbürgen.

cf Vorderschenkel stark gekrümmt, Flügeldecken ver- längter,Halsschild breit. Chevrolati Schh. 5 '. Ilüssel nicht gekrümmt, Schenkel nicht gezähnt. B'". Vorder- und Mittelschenkel beim (f stark verdickt, Ilals- schild breit, dicht und stark punktirt, dicht und lang- behaart, Fühlerfur(;lie senkrecht. Lg. 3 4 mm. Deutschland, Frankreich. Pellucidus Schh.

0". Die Schenkel beim çf nicht verdickt. 7'". Flügeldecken kahl, glänzend, llalsschild etwas breiter als lang, seitlich stark gerundet und stark punktirt, Fühler- furche senkrecht, ziemlich tief. Vorderschienen beim ç^ innen tief ausgerandet. Ijg. 4 5 mm. Frankreich, Deutsch- land, im Schwarzwald häufig im Moos.

Moutanus Chevr. 7". Flügeldecken verlangt, kurz behaart, Halsschild breiter als lang, Rüssel an der Spitze etwas verbreitert, die Fühlerfurche ziemlich tief und schief nach unten verlaufend. Lg. 3'/2 mm. Steiermark.

Styriacus Seidl. Dem B. brunipes äusserst ähnlich, aber die Vorderschienen des (^ sind stärker gekrümmt, die 9 sind nur durch die längere Behaarung zu unterscheiden.

7 '. Flügeldecken lang abstehend behaart, Flügeldecken stark punktirt gestreift, Rüssel so breit als lang, mehr oder weniger eingedrückt, Fühlerfurche senkrecht, tief.

llalsschild etwas breiter als lang, etwas gröber und weniger dicht punktirt, Vorderschienen beim cf innen aus- gerandet, stärker gekrümmt. Jjg. 2'/.^ 3,2 mm. Oesterreich.

Violatus Seidl.

llalsschild so lang als breit, dichter und etwas weniger grob punktirt, Vorderschienen beim cf einfach gekrümmt, nicht auffallend innen ausgerandet. Lg. 4'4 4''j mm. Schlesien. Yalidus Plason i. 1.*)

*) BarypeitheH validuK.

Oblongus, piceus, nitidus, hirsutus, rostro latitudine ae<[ue longo, sub-impresso, scrobis perpendicularibus, profundis, thorace longitudine fere longiore, crebre sat fortiter punctato, lateribus modice rotuiidato. elytris oblougo-ovatis, fortiter punctato-striatis. Lg. 4,5—4,8 mm. \,:n. l'/î— 2 mm.

(^ femoribus anticis paulo inflatis, tibiis modice curvatis.

9 femoribus supra curvatis, tibiis rectis.

Schlesien.

Beträchtlich grösser als violatus, das Halsschild länglicher, dichter punktirt, die Vorderschienen massig gekrümmt, aber eigentlich innen nicht ausgerandet.

Mittheilun^en der Schweiz, entom. (Teaellschaft. Bd. 7. lieft 2. 7

6 '. Nur die Yordersciienkel beim cf verdickt, Halsschild fast länger als breit, seitlich schwach gerundet, mit zerstreuten, grossen Punkten, Flügeldecken gestreckt, doppelt so lang als breit, die grösste Breite hinter der Mitte, fein punktirt gestreift und sehr fein behaart, Yorderschienen beim cf stark, beim Ç schwach gekrümmt. Lg. 3 mm. Südfrankreich.

Curvimanus Jaqu. du Yal.

4 '. Yorderschienen beim cT gerade oder sehr schwach gekrümmt.

8". Hüssel an der\Yurzel dünner, rund; lang gestreckt, glänzend,

behaart, Halsschild wenig breiter als lang, zerstreut punktirt,

Flügeldecken um die Hälfte länger als breit, fein punktirt

gestreift. Lg. 2 2,8 mm. Pyrenäen.

Companyouis Schh. 8 '. Rüssel winklig, oben eben. 9". Rüssel so lang als breit. 10". Rüssel an der Spitze erweitert. 11". Flügeldecken deutlich und etwas abstehend behaart.

Halsschild merklich breiter als lang, gleichmässig dicht und ziemlich kräftig punktirt, seitlich ziemlich stark ge- rundet, Yorderschienen beim cf innen etwas ausgerandet, Rüssel oben eben. Lg. 2'/2 mm. Mittel-Italien.

Scydmaenoides Seidl. Halsschild etwas länger als breit, auf der Scheibe zer- streut, seitlich etwas dichter punktirt, die Punkte gröber als beim vorigen, an den Seiten viel schwächer gerundet, Rüssel und Stirn tief gefurcht. Lg. 21/2 mm- Mittel- Italien. PirazzoHi Stl.*) 11 '. Flügeldecken unbehaart oder nur mit äusserst feinen, an- liegenden Häärchen sparsam bekleidet , glänzend , lang eiförmig, Halsschild nicht dicht und ziemlich grob punk- tirt. Yorderschienen beim cT kaum gekrümmt, 9 Flügel- decken breit, oben etwas flach. Lg. 3 31/2 mm. Mittel- Europa, England. Brunipes Ol.

V. Rüssel paralleler, Halsschild dichter punktirt, Flügel- decken paralleler , gröber punktirt , hinter der Mitte am breitesten. Pyrenäen, v. Pyrenaeus Seidl. 10 '. Rüssel an der Spitze nicht erweitert. 12". Rüssel breit, wenig schmaler als der Kopf.

*) Barypeithes Pirazzolii Stl.

Elongatus, brunneus, nitidus, hirsutie suberecta sat dense obsitus, rostro angusto, latitudine non breviore, apice dilatato, fronteque pro- funde sulcatis, thorace latitudine paulo longiore, lateribns densius rude punctato, elytris oblongo-ovatis, profunde punctato-striatis. (^ tibiis an- ticis intus subemarginatis. Lg. 2'/*— 27» '^'^"'- IiQola.

95

13". llalsschild breiter als lang.

Halsschild nicht dicht puiiktirt, Fühlorgrube tief, Flügel- decken mit feinen, ziemlich langen Haaren bekleidet, Schultei'n nicht ganz abgeflacht, Seiten parallel, Yorder- s'diienen bei beiden Geschlecbtern gerade. Ijg. 8—4 mm. Deutschland, Oesterreich, Italien.

Molliconms Ahr. Halsschild dicht und ziemlich grob punktirt, seitlich stark g(n-undet, Körper mit grünlichem Metallglanz und sehr feinen , aber dicht und halb abstehenden ziemlich langen Haaren, Flügeldecken oval, Schultern abgerundet, Seiten gerundet, Yorderschienen gerade. Lg. 472 Tnm. Br. 1 7;j mm. Sardinien. Metallicus Dbr. 18 '. Halsschild so lang als breit, schmaler als beim vorigen, grob und dicht punktirt, gekielt, der Eüssel noch breiter, an der Spitze weniger eingedrückt, Fühlergruben tief, Flügeldecken länglich, grob punktirt gestreift, Yorder- schienen beim cf sehr schwach gebogen. Die weissliche Behaarung ziemlich dicht und lang. Lg. 4 mm. Böhmen. (Berl. Zeitschr. 1870 p. 884.)

Vallestris Hampe. 12 '. Rüssel viel schnuiler als der Kopf schwach gebogen, schwarz , glänzend , sehr fein und dünn behaart , Fühler- gruben weit, nach oben scharf, nach unten undeutlich begrenzt. Halsschild bedeutend breiter als lang, stark gerundet, vorn schmaler als hinten, Flügeldecken länglich eiförmig, fein punktirt gestreift, Zwischenräume eben. Schienen gerade. Lg. 2 74 8 mm. Sicilien. (Berl. Zeitschr. 1871 p. 228.) Maurulus Rottenbg.

d'. Rüssel kürzer als breit; ciliirmig, glänzend, fast kahl, Rüssel br(Mt, nach vorn etwas verschmälert, Fülil(>rgrube undFühlerfurche tief, llalsschild breiter als lang, gerundet, d'cht punktirt, Flügeldecken kurz, stark gerundet, tief punktirt gestreift. Lg. 2.2 8 mm. Deutschland, Oesterreich.

Tejiex Schh. '■>'. Der Fühlcrschaft ist deutlich küizer als die Geissei ohne die Keule, Fühlerfurche senkrecht und tief, Halsschild so lang als breit, Rüssel und Halsschild so lang als breit, dieses grob punktirt, Flügeldecken grob punktirt gefurcht, grau behaart. Lg. 8'/.. mm. Portugal.

In(lifi:eus Schh. 2 '. Küssel viel kürzer ;ils breit, (b-r herabgebogene Theii tb'r Fühleriurehe ist scharf begrenzt.

8. Gr up pe. 14". Rüssel und Stirn tief gefurcht, Halsscbild vi(d breiter als lang.

96

Schwarz, sehr fein und sparsam mit feinen Häärchen besetzt , Halsschikl grob zerstreut punktirt , Flügeldecken parallel mit fast rechtwinkligen Schultern, gereiht punktirt, Beine röthlich , Yorderschienen des cf etwas gekrümmt. Lg. 3'/4 4 mm, Frankreich, Spanien.

Sulcifrons Schh. Braun, ziemlich dicht und lang behaart, Fühlergrube tief, rundlich, Halsschikl dicht und ziemlich fein punktirt, gerundet, Flügeldecken mit weniger rechtwinkligen, etwas gerundeten Schultern, hinter der Mitte am breitesten, ziem- lich fein punktirt gestreift, die Zwischenräume flach, mit undeutlicher Punktreihe, Beine gelb. Schienen gerade. Lg. 2Y4 mm. Br. 1 l'/j mm. Pegli bei Genua.

Ileycleni Tourn. 14 '. Rüssel eben, an der Spitze mit einem Querwulst, ähnlich wie Sci/tropus^ Fühlerfurche tief, auch der herabgebogene Theil, Halsschild wenig breiter als lang, fein punktirt, Flügeldecken fein punktirt gestreift, ziemlich dicht weiss- lich anliegend behaart, hinten noch mit einigen abstehenden Häärchen. Lg. 8V2 mm. Andalusien.

Ciiierasceus Rosenh.

A Hin. Bnri/peithex rhi/ti dicej)s Ghew. ist mir unbekannt geblieben; die Beschreibung lautet: (Ann. de Fr. 1872 p. 411.)

Elongato-oblongus, nigro-piceus; rostro lato, supra piano, minu- tissime striolato, dense breviterque cinereo-pulvinato, antice excavato et in apice angulose emarginato et reflexo, foveola minuta inter oculos sig- nato, antennis fusco-piceis, clava ovata cinerea, oculis rotundatis, nigris; prothorace vix longiori quam latiori, antice posticeque recto, niarginibns obsulcato, lateribus ad medium rotunde ampliato. supra modice convexo. crebre i)unctato, transversim strigoso, pube grisea sericea tocto ; elytris oblongis, in basi vix prothorace latioribus, ultra medium paululum latiori- bus, coujunctim rotundatis, convexis, punctato-striatis, interstitiis aequa- libus punctulatis, tibiis tarsis(pie flavescentibus. Lg. (rostr. exci.) S'A mm. Lat. 27» mm. Hispania: Pajarcs, .\sturies.

Cneii. ^Iiiiisa^ Schh.

1". Rüssel ohne Erhabenheit.

2". Flügeldecken ohne Behaarung, stark glänzend.

3". Tarsen nur mit 1 Klaue, Rüssel gegen die Spitze etwas erweitert und bis zur Stirn gefurcht, Flügeldecken mit ganz abgeflachten Schultern, hinten etwas zugespitzt, fein punktirt gestreift, Halsschild klein, seitlich etwas ge- rundet, fein zerstreut punktirt. Lg. 3 mm. Ungarn.

Hauakii Friv.

3 '. Tarsen mit 2 Klauen.

4". Rüssel viel schmaler als der Kopf, an der Wurzel ein- geschnürt, Halsschild fein zerstreut punktirt, Schultern

97

abgerundet, Schildchen nicht sichtbar, Beine roth. Lg. 3 mm. Kärnthen, (xalizien.

Rufipes Schh.

4 '. Rüssel nicht eingeschnürt, Schildchen sichtbar.

Rüssel gegen die Spitze allmählig verschmälert , ge- wölbt mit abgerundeten Kanten, nur an der Spitze schwach gefurcht, wie der Kopf glänzend, Körper kahl, Halsschild wenig breiter als lang, vorn und hinten gleich breit, Flügel- decken fein punktirt gestreift. Lg. 3 mm. Süd-Russland.

Nitidus Schh. Rüssel wenig schmaler als der Kopf und gegen die Spitze etwas verbreitert , stark punktirt und der ganzen Länge nach gerinnt mit scharfen Seitenkanten, Halsschild breiter als beim vorigen, vorn schmaler als hinten, stark aber nicht dicht punktirt, sehr fein und spärlich behaart, Flügeldecken mit etwas parallelen Seiten, stark punktirt gestreift, Beine roth mit dunkeln Schenkeln. Lg. 3 3 '/j mm. Südfrankreich. Micans Seidl.

2 '. Flügeldecken behaart.

5". Stirn nicht längsgestrichelt.

6". Rüssel von der Stirn durch einen Quereindruck getrennt, breit, Fühlerfurchen seitlich, klein, Augen etwas vor- ragend, Körper dünn, anliegend behaart, Halsschild breiter als Inng, grob und dicht punktirt, Flügeldecken mit Metall- glanz. Lg. 3 7j 4 mm. Cypern.

Cypricus Seidl.

t) '. Rüssel nicht durch eine Querfurche von der Stirn ge- schieden, Behaarung abstehend oder doppelt.

7". Körper verlängt, Flügeldecken länglich eiförmig, Behaarung einfach, abstehend.

8''. Fühlerfurche ganz seitlich, Flügeldecken metallglänzend, Rüssel eben, Halsschild breiter als lang, seitlich gerundet, dicht punktirt, Flügeldecken eiförmig, fein punktirt ge- streift, ziemlich dicht behaart. Lg. 3V2 mm. Sicilien. Algier. Metallescens Seidl.

8 '. Fühlerfurche halb oberständi":, Flüj;:eldecken mit schwachem («lanz, braun, nicht metallisch, Halsschild nicht viel schmaler als die Flügeldecken.

Rüssel nach vorn schwach verschmälert, gerinnt, die Fühler genähert, Halsschild vorn nur Avenig schmaler als hinten, Flügeldecken eiförmig, fein punktirt gestreift, ziemlich fein, dicht und lang, halb abstehend behaart. Jeder Zwischenraum mit 2 3 Reihen von Haaren. Lg. 2 4 mm. Hlyrien, Italien, Fiankreich.

Concinnus Schh.

98

Rüssel nach vorn schwnch verbreitert, nicht gerinnt, Halsschild vorn ziemlich viel schmaler als hinten, Flügel- decken eiförmig, grob punktirt gestreift, die Zwischen- räume mit einer regelmässigen Reihe ziemlich kurzer, abstehender Börstcheu. Lg. 2 mm. Steiermark.

Gattereri Branksik.

Körper eiförmig, Flügeldecken kugelig, nur um '/.; breiter als lang, mit doppelter Behaarung, anliegender, dichter und abstehender, Rüssel eben. Schildchen nicht sichtbar, Rüssel lang, wenig schmaler als der Kopf, Augen flach, Halsschild um die Hälfte breiter als lang, dicht aber nicht tief punktirt. Lg. 2,7 3,5 mm. Deutschland, Oester- reich, Skandinavien. Mollinus Schh.

Stirn und Rüssel dicht und regelmässig längsgestrichelt, Rüssel kurz , gefurcht , Fühlerfurchen halb oberständig. Schildchen kaum sichtbar, Flügeldecken gereiht punktirt, die Zwischenräume einreihig, abstehend behaart. Lg. 3'/., mm. Caucasus. Strigifrons Schh

var. b. Kleiner, Fühler länger als der halbe Leib, Halsschild etwas kräftiger punktirt, Flügeldecken etwas länger behaart. Lg. 3'/., mm. Süd-Russland.

V. Rugifrous Hochh.

? var. c. Halsschild dicht runzlig punktirt. luflatus Kolen.

Rüssel mit einer dreieckigen Erhabenheit, deren Spitze nach hinten gerichtet ist und die in der Mitte eine schwache Längsvertiefung zeigt, Fühler dick, Halsschild um die Hälfte breiter als lang, dicht und fein gerunzelt, Flügel- decken tief punktirt gestreift, mit unregelmässigen Reihen weisser, abstehender Börstchen. ^ mit keulenförmigen Schenkeln. Lg. 2'/.^ 3'/2 mm. Deutschland, Oesterreich.

Forticornis Schh. var. Flügeldecken ein klein wenig kürzer beborstet. Caucasus, Klein-Asien. v. Illotus Hochh. (ex typo.)

fi!«'!!. Aeltradidius Kiesvv.

Länglich eiförmig, schwarz, mit runden röthlich-grauen Schuppen nicht dicht besetzt, Flügeldecken punktirt ge- streift, Zwischenräume flach, mit kleinen grauen Flecken gewürfelt, Halsschild länger als breit, nach vorn ver- schmälert, Schenkel ungezähnt. Lg. 9 mm. Greta.

Creticus Kiesw.

Die Fauna coleopt. helvetica ist vom Vereine

zu beziehen um Fr. 6.

das 3. Supplement dazu à . . . . » 3.

Die frühern Bände der Mittheilungen sind durch Buchhändler Hub er in Bern zu beziehen.

Yorstand der Gesellschaft pro 1883—1886.

Präsident: Herr Med. Dr. Otto Stoll in Zürich (Enge).

Vice-Präsident : Dr. Ed. Bugnion, à Souvenir, Lausanne.

Aetuar: ^ Emil Frey-Gessner, aux grands philosophes 5, Genf.

Cassier: Eugen v. Büren - v. Salis in Bern.

Kedactor: Dr. Gust. Stierlin in Sehaffhausen.

Bibliothekar: Theodor Steck, naturhist. Museum in Bern.

Beisitzer: Prof. Dr. Heinr. Erey, Oberstrass, Zürich.

, Klggenbach-Stehlin in Basel.

Alle ausserhalb der Schweiz wohnenden Mitglieder haben den Jahres- beitrag von Fr. 5 direkt an den Cassier im Laufe des Monats Januar einzu- senden, widrigenfalls ihnen die Mittheilungen nicht mehr zugeschickt werden. Die Bände I bis V der Mittheilungen oder einzelne Hefte derselben sind von nun an zu ermässigten Preisen zu beziehen bei der Buchhandlung Huber & Comp. (Hans Körber) in Bern. Dagegen können die Mitglieder wie bisanhin direkt vom Cassier nachbeziehen:

Die Fauna coleopterorum helvetica (soweit Vorrath) à Fr. 6.

Das 3. Supplement dazu » » 3.

Einzelne Hefte des Bandes VI » > 2.

Nichtmitglieder haben sich für einzelne Hefte des Bandes VI an die

Buchhandlung Huber & Comp, zuwenden, welcher der coramissionsweise

Vertrieb der überzähligen Hefte übertragen worden ist.

Bibliotliek-Eegleiiieiit

§ 1-

Der Sitz der Bibliothek ist gegenwärtig Bern.

§2. _

Die Benützung der Bibliothek ist jedem Mitglied unentgelt- lich gestattet, doch fällt das Porto zu seinen Lasten.

§3.

Alle Bücher sollen direkt an den Bibliothekar zurückgesandt werden und dürfen ohne diese Mittelperson nicht unter den Mitgliedern circuliren. Alle Bücher sind jeweilen auf den 15. December jeden Jahres dem Bibliothekar zur Bibliothek-Revision franco einzusenden. Beschmutzte, tief eingerissene, defecte oder beschriebene und angestrichene Bücher werden nicht retour genom- men. Deren Preis und Einband sind vom betreffenden Mitglied zu vergüten.

§4.

Wird von einem Mitglied ein Werk verlangt, das in Händen eines andern Mitgliedes sich befindet, so muss das Desiderat innert Monatsfrist vom Tage der erfolgten Rückforderung an eingesandt werden.

Die Gesellschaften und Privaten, die mit der Schweiz, entom. Geseil- schaft in Schriftenaustausch stehen, werden ersucht, künftighin alle Sendungen direkte an unsern Bibliothekar, Herrn Theodor Steck, naturhistor. Museum in Bern, einzusenden.

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DEE SCHWEIZERISCHEN

11

ENTOMOLOGISCHEN GESELLSCHAFT.

BULLETIN

DE LA

SOCIETE EmiIOLOGIOlE SDim.

Redigirt von Dr. GUSTAV STIERLIN

IX SCHAFFHAUSEN.

Vol. VII. Heft Nr. 3.

Preis des Heftes für Mitglieder Fr. 2. Datum der llei ausgäbe: 9. April 1885.

1885.

SCHAFFHAUSEK.

II missions- Verlag von Hiib^'r k Comp. (Hans Körber) Bern.

I ZI 11 a. 1 1.

Seite

1. Bestimmungs-Tabellen europäischer Rüsselkäfer. IL Brachyderidae.

Von Dr. Stierlin in Schaifbausen, (Fortsetzung.) . . 99

2. Systematisches Verzeichniss der Arten der Curculionidenfamilie

Brachyderidae 151

3. Aphorismen, neue Resultate und Conjecturen zur Frage nach den

Fortpflanzungs-Verhältnissen der Phytophtiren enthaltend.

Von Dr. Emil A. Göldi in Neuhausen-Schaffhausen . . 158

Iflühellnngefl der Schweizer. eDtomologlschen Gesellschaft.

Bd. 7. Heft 3.] Redigirt Tcn Dr. Stierlin in Schaflliausen. [Februar 1885.

Das Recht der Uebersetzunff in fremde Sprachen behält sich der Verein vor.

Bestimmungs -Tabellen

eTJLropä-iscliLer IK-ä.sselIkäfer.

II.

Brachyderidae.

Yon Dr. Stierlin in Schaffhausen.

(Fortsetzung.) Cien. Stroplio««oniuii Billberg.

Untergattungen.

\". Flügeldecken hinter der Basis einfach gerundet erweitert, ohne Einschnürung, Körper stets mehr oder weniger dicht beschuppt. Stropliosomus Billb.

1 '. Flügeldecken hinter der Basis mehr oder weniger einge- schnürt, die Basis selbst randig erhaben.

Neliocarus Thomson.

Sabs* Stropliosomus Billberg.

\". Augen deutlich kegelförmig mit etwas nach hinten sehender Spitze oder sehr stark vorspringend, mehr als eine Halb- kugel bildend. 2". Naht an der Basis mit einem grösseren Kahlfleck. 3". Dieser Kahlfleck nimmt ^j^ '/a der Naht ein und ist stets

viel länger als breit. 4". Flügeldecken kurz eiförmig mit gerundet vortretenden

Schultern, Beine gelbroth. 5". Halsschild IV2 mül so breit als lang, Beschuppung bräun- lich oder gelblich.

Halsschild und Flügeldecken mit kurzen, halb nieder- gebeugten Borsten. Lg. 5 6 mm. Europa mit Ausnahme von Spanien und Griechenland.

Coryli F. var. b. Die abwechselnden Zwischenräume der Flügel- decken sind grünlich oder weisslich beschuppt.

T. fagi Chevr. Halsschild und Flügeldecken mit längeren, abstehenden Borsten besetzt. Lg. 4 6 mm. Spanien.

Erinaceus Chevr.

Mittheilungen der ichweiz. entom. Gesellschaft. Bd. 7. Heft 3. 3

100

5' Halsschild kurz, doppelt so breit als lang, Beschuppung weisslicli, Flügeldecken fast kugelig. Lg. 3V2 4 mm. Spanien. Crlobosus Stl.*)

4 '. Flügeldecken eiförmig, mit flacher abgerundeten Schultern, schwarz, auch die Beine und mit silberweissen Schuppen dicht besetzt, Borsten weiss, abstehend. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, wie bei Coryli gestaltet. Lg. 4-4'/2 mm. Br. 2 mm. Algier, Atlanticus Bedel.

3 '. Dieser Kahlfleck ist nicht oder wenig länger als breit.

Die Borsten auf den Zwischenräumen der Flügeldecken stehen reihenweise, sind länger und plattgedrückt. Lg. 5,6 mm. Br. 2,5 mm. Spanien. (Perez Are. 132. Abeill. XYH. Ouyr. per p. 19.) Palearius Perez. Die Borsten sind kurz und nicht plattgedrückt. Lg. 4 mm. Br. 2 mm. Bayern. AiFinis Dej.

2 '. Naht ohne Kahlfleck oder dieser ist nur punktförmig.

6". Halsschild an der Basis mit einer kleinen Län£:sfurche, neben welcher beim Ç sich jederseits ein kleiner Höcker befindet. Lg. 41/2 5'/2 mm. Pyrenäen.

Tubericollis Fairm.

6 '. Halsschild ohne Längsfurche an der Basis und ohne Höcker.

1". Schuppen rund.

8". Augen sehr stark vorspringend, aber nicht konisch, sondern ein Kugelsegment darstellend, das grösser als eine Halb- kugel ist, Halsschild sehr kurz, doppelt so breit als lang, seitlich gerundet,Flügeldecken mit äusserst kurzen Börstchen. Stirn mit Längsrunzeln. Lg. 3 mm. Spanien, Portugal.

Globulus Seidl.

8 '. Augen deutlich kegelförmig mit nach hinten gerichteter

Spitze, Flügeldecken mit Börstchen. 9". Naht mit einem kleinen, dreieckigen Kahlfleck an der Wurzel, Halsschild an den Seiten ziemlich stark gerundet. Lg. 4 5 mm. Spanien. PicticolHs Seidl.

9 '. Naht ganz ohne Kahlfleck.

10". Halsschild ly, mal so breit als lang.

*) Strophosomus glohosus Stl.

Oblongo-ovatus, niger, albo-squamosus , pedibus brunneis, setulis erectis albidis vestitus, oculis conicis retrorsum spectantibus , thorace brevissimo, longitudine duplo latiore, antice posticeque fere aeque lato, evidenter punctato, elytris breviter ovatis, htimeris rotundato prominen- tibus, confertim albo-squamosis, sutura denudata usque ad tertiam partem longitudinis; pedibus rufo-brunneis. Long. 3V2 4 mm. Lat. l*/» 174 mm. Andalusien, Asturien.

Flügeldecken und Halsschild noch kürzer und bauchiger als bei F. coryli, Beschuppung silberweiss.

101

Die Borsten der Flügeldecken stehen nur auf den Zwischenräumen und hier bilden sie keine ganz